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Immobilien : Steuerfreie Gewinne mit REITs

  • -Aktualisiert am

US-Immobilien immer noch mit guten Renditen Bild: dpa

Eine Kapitalanlage, die bei hohen Renditen dennoch zu den konservativen gezählt werden kann, sind die Fonds auf US-REITs. Ihr Geheimnis liegt in der besonderen steuerlichen Behandlung.

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          Welcher Anleger wünscht sich nicht, eine hohe Rendite bei geringem Risiko zu erzielen? Doch das funktioniert normalerweise nicht. Denn eine Kapitalanlage, die hohe Erträge in Aussicht stellt, birgt üblicherweise gleichzeitig hohe Unsicherheit - und umgekehrt.

          Aber es gibt eine Ausnahme: die Real Estate Investment Trusts, auch US-REITs genannt. Hinter diesem Namen verbergen sich börsennotierte Immobilien-Investmentgesellschaften. Die Besonderheit liegt in der steuerlichen Behandlung in den USA: die Gesellschaften zahlen keine Körperschaftssteuer. Aus diesem Grunde müssen sie 90 Prozent ihrer Erträge an die Aktionäre als Dividende ausschütten.

          Attraktive Gesamtrendite

          So partizipiert der Anleger also nicht nur von den Kursgewinnen, sondern auch von den Dividendenrenditen. Diese stellen dadurch einen ungewöhnlich hohen Anteil der Erträge dar - in den letzten zehn Jahren betrugen sie im Durchschnitt sieben Prozent. „Auf diese Weise kann eine Gesamtrendite erzielt werden, die einer Anlage in Aktienfonds nahe kommt - und das bei einem vergleichbar geringem Risiko“, erklärt Raimund Stummer, von der Lacuna-Fondsverwaltung. In den vergangenen zwanzig Jahren haben REITs-Fonds im Durchschnitt eine Rendite von 13 Prozent erwirtschaftet.

          REITs wurden im Jahre 1960 vom US-Kongress geschaffen, um kleinen Anlegern Investitionen in ertragbringende Immobilien zu ermöglichen. Der Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes in den 80er Jahren bildete dann die Initialzündung eines rasanten Wachstums der REIT-Industrie. In den Jahren 1990 bis 94 verdoppelte sich die Zahl der REITs nahezu: von 119 auf 226. Ende des Jahres 2000 war sie allerdings wieder auf 189 geschrumpft.

          Breite Diversifikation

          REITs-Fonds streuen noch einmal das Risiko der bereits diversifizierten Immobiliengesellschaften. Dabei liegt der Anlageschwerpunkt meist auf den sogenannten Equity-REITs, die ihre Mittel in lukrativen Gewerbe- und Wohnimmobilien mit regionalen Schwerpunkten investieren. Im Vergleich zu anderen Branchenfonds fällt auf, dass sich die Fonds in ihrer Performance nur wenig unterscheiden. Bei Standard&Poor's sind acht REITs-Fonds aufgeführt, im Durchschnitt haben sie in den vergangenen drei Jahren eine Wertentwicklung von 60 Prozent erzielt.

          Am besten abgeschnitten hat mit einem Plus von 80 Prozent der Morgan Stanley Sicav US I. Zudem ist er mit einem Star-Ranking von fünf bewertet. Für den Kleinanleger dürfte sich dieser Fonds allerdings wenig eignen: es wird eine Mindestanlage von 2,5 Millionen Dollar gefordert. Der Davis Real Estate Fund A gehört zu denen in der Gruppe, die weniger gut performt haben: er legte „nur“ 51 Prozent zu. Etwas aus der Reihe fällt der Lacuna North Amerikan Real Estate Securities Subfund. Hier musste sich die Fondsgesellschaft einen Fehler eingestehen: bis zum Sommer 2000 arbeitete das Management von Deutschland aus. Dies ist seitdem nicht mehr der Fall - nun kann der Fonds mit den anderen mithalten.

          REITs reagieren antizyklisch

          Die Anlage in REITs-Fonds zählt zu den konservativen. „Dennoch sollte ein Investment langfristig gesehen werden, das heißt, der Anlagehorizont sollte mindestens fünf Jahre betragen“, sagt Stummer. Denn auch die REITs können sich konjunkturellen Schwankungen nicht entziehen. So ist die amerikanische Immobilienwirtschaft auch durch die Terroranschläge betroffen. Aber die REITs reagieren langsamer und antizyklisch. Das erklärt sich durch die Tatsache, dass die Mietbindung ja immer über einen längeren Zeitraum besteht. „Selbst wenn gegenwärtig die Immobilienpreise - und damit das Mietpreisniveau - sinken, dann liegt es immer noch über dem Stand, den es vor fünf Jahren hatte. Damit ist ein stetiges Wachstum garantiert“, erklärt Raimund Stummer. Auf die Terroranschläge haben die Immobiliengesellschaften derart reagiert, dass sie aus Hotelketten ausgestiegen und dafür in Wohnimmobilien investiert haben.

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