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Immobilien-Fonds : Commerzbank nutzt die Brexit-Phantasie

Begehrte Lagen: Der Blick auf Frankfurt und die Commerzbank-Zentrale. Bild: Patrick Junker

Das Finanzinstitut trennt sich von Immobilien in Frankfurt. Für ihren Fonds Hausinvest kauft die Tochtergesellschaft Commerz Real lieber Hotels und Büros in Amerika und Australien. Neue geschlossene Produkte legt sie nicht auf.

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          Die Privatanleger überschütten derzeit viele Immobilienfonds mit Geld. Deshalb steigt deren Anlagedruck. Allerdings sind die Immobilienpreise vielerorts schon kräftig gestiegen - nicht zuletzt in Frankfurt. Auf dieses Spannungsverhältnis reagiert Commerz Real, Anbieter des 12 Milliarden Euro schweren offenen Immobilienfonds Hausinvest, mit vielen Verkäufen und Käufen von Immobilien. Im Gespräch mit dieser Zeitung beschreibt der Vorstandsvorsitzende Andreas Muschter die Strategie so: „Wir nehmen gerne Gewinne mit und investieren das frei gewordene Geld in Immobilienmärkte, in denen die Preise unserer Ansicht nach noch Aufwärtspotential haben und in denen wir noch unterdurchschnittlich vertreten sind.“ Dazu gehörten Amerika und Australien.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir haben 2016 einiges in den Vereinigten Staaten gekauft, und wir werden im ersten Quartal 2017 weitere Immobilien, darunter Hotels, in den Vereinigten Staaten erwerben“, kündigt Muschter an. In Australien, wo Commerz Real für gut 100 Millionen Euro 2016 in Sydney die erste Immobilie für den Hausinvest erwarb, sei man bei ein paar weiteren Objekten leider nicht zum Zuge gekommen. Zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Euro will Muschter mittelfristig in „down under“ investieren, aber die Rendite- und Risikokriterien müssten beim jeweiligen Objekt eben stimmen.

          In Deutschland habe Commerz Real die zwei 2004 errichten Bürotürme Highlight Towers im Münchener Stadtteil Schwabing erworben; 2016 die größte Transaktion in München. In Frankfurt dagegen habe Commerz Real ihr zuvor hohes Gewicht „signifikant“ reduziert: Verkauft wurden 2016 die Commerzbank-Zentrale zunächst an die Commerzbank selbst und dann an Patrizia und Samsung (finanziert mit Hilfe der ING Diba), das Bürohochhaus Taunustor und das Bürogebäude Junghofplaza. Gefragt nach den Gründe antwortet Muschter: „Es ist ein schöner Moment, in Frankfurt zu verkaufen. Die meisten Objekte hatten eine gute Wertentwicklung. In Frankfurt gibt es einiges an Nachfrage, auch ausgelöst durch die sich zunehmend bewahrheitende Brexit-Phantasie. Die haben wir genutzt.“ Das bedeute aber nicht, dass sich Commerz Real aus Frankfurt verabschiede. Man versuche frühzeitig und damit noch günstiger an Objekte zu kommen, etwa schon als Bauherr.

          „Es ist ein schöner Moment, in Frankfurt zu verkaufen“

          Dafür sei das Hotelhochhaus-Projekt auf dem ehemaligen Gelände der Frankfurter Universität unweit der Messe ein Beispiel. „Wir werden weiterhin ein wichtiger Akteur auf dem Frankfurter Immobilienmarkt sein, allerdings mit einem vollvermieteten, frischen, diversifizierten Portfolio“, nennt Muschter als Ziel. Der Taunusturm etwa, in dem Banken wie JP Morgan und Credit Suisse Etagen gemietet haben, war zum Verkaufszeitpunkt noch nicht voll vermietet.

          Die Tochtergesellschaft der Commerzbank, die über Immobilien hinaus auch in andere Sachwerte wie Flugzeuge und Schiffe investiert, profitiert von den in der Niedrigzinsphase gestiegenen Preisen für Sachwerte. 2016 bewegte Commerz Real von ihrem insgesamt verwalteten Vermögen in Höhe von 32 Milliarden Euro immerhin 4,1 Milliarden Euro. Damit lag das Transaktionsvolumen um 30 Prozent höher als im Vorjahr. Mit 2,4 Milliarden Euro entfielen mehr als die Hälfte der Transaktionen auf den Hausinvest, bei dem sich An- und Verkäufe etwa die Waage hielten.

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