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Im Kurzgespräch: Christopher Whalen, IRA : „Die Banken sind noch nicht aus dem Schneider“

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Christopher Whalen, The Institutional Risk Analyst Bild: Privat

Die Banken haben noch viele problematische Positionen in ihren Büchern, erklärt Christopher Whalen, Managing Director des Institutional Risk Analyst. Man sollte sie nicht stützen, sondern in einem geordneten Verfahren abwickeln, denkt er.

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          Die Banken haben noch viele problematische Positionen in ihren Büchern, erklärt Christopher Whalen, Managing Director des Institutional Risk Analytics in Torrance, California.

          Man sollte sie nicht stützen, sondern in einem geordneten Verfahren abwickeln, denkt er. Das wäre die beste Lösung, um den Markt zu bereinigen.

          Der deutsche Staat wurde kürzlich zu einem der größten Aktionäre bei der Commerzbank. Was ist ihre Meinung zu diesem Vorgehen?

          Wie in den Vereinigten Staaten zwingen auch in Europa die Verluste zu einer Verstaatlichung der Banken. Die Staaten sollten dabei nach meiner Meinung eine harte Linie fahren und Altaktionäre und -anleihegläubiger bluten lassen, sollte das nötig sein um frisches Kapital anzuziehen.

          Ist der Einstieg ein gutes oder eher ein böses Omen? Oder anders gefragt: Ist mit weiteren Verlusten und Abschreibungen zu rechnen?

          Dieser Prozess hat in Europa nach meiner Einschätzung erst richtig begonnen. In den Vereinigten Staaten dagegen ist er schon weiter fortgeschritten.

          Was führt zu weiteren Abschreibungen?

          Es gibt keinen speziellen Auslöser, sondern sie sind einfach nur eine Frage der Zeit. Die kommenden Verluste sind aufgrund der Exzesse der Vergangenheit im System verborgen und werden alleine durch die Rückkehr zu den langfristigen Mittelwerten bei Vermögenspreisen et cetera ausgelöst.

          Wir konnten in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres die Rückführung der Verschuldung beobachten. Ist dieser Prozess abgeschlossen?

          Nein. Denn verschiedene Banken und Fonds haben noch viele „ranzige“ Papiere in ihren Büchern. Dagegen verengen sich die Spreads bei „Qualitätswerten“.

          Wie sähe der ideale Weg aus, um die Probleme zu lösen?

          Ganz einfach: Man sollte keine weiteren Rettungsaktionen mehr unternehmen, sondern verschuldete Banken in einem geordneten Insolvenzverfahren abwickeln. Die Regulatoren machen in dieser Beziehung jedoch einen schlechten Job.

          Denken Sie, Barack Obama wird das Vertrauen in das Finanz- und Wirtschaftssystem rasch wieder herstellen können?

          Nein, sicherlich nicht auf die Schnelle.

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