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Im Gespräch: Peter Perkins, BCA Research : „Aktien und Unternehmensanleihen sind reizvoll“

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Peter Perkins, Globaler Anlagestratege von BCA Research Bild: Privat

Starke geldpolitische und fiskalische Impulse sind positiv für risikoaffine Vermögenswerte wie Aktien, Unternehmensanleihen und Rohstoffe, erklärt Peter Perkins, Anlagestratege von BCA Research. Taktisch bleibt er aber vorsichtig.

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          Starke geldpolitische und fiskalische Impulse sind grundsätzlich positiv für risikoaffine Vermögenswerte wie Aktien, Unternehmensanleihen und Rohstoffe, erklärt Peter Perkins, Anlagestratege von BCA Research in Montreal.

          Taktisch bleibt er jedoch vorsichtig und will darauf warten, dass voraus laufenden Indikatoren nach oben drehen, dass sich der amerikanische Häusermarkt stabilisiert und dass die Banken Unternehmen und privaten Haushalten wieder mehr Kredite vergeben, bevor er aggressivere Anlageformen empfiehlt.

          Die amerikanische Zentralbank senkt die Zinsen wie verrückt und kündigt andere Lockerungsmaßnahmen an. Ist das sinnvoll?

          Ich denke schon. Sowohl Ben Bernanke's als auch unsere Analyse der Entwicklung in der großen Depression und im Japan der 1990er-Jahre zeigen, dass eine schnelle, massive Reaktion die beste Antwort auf eine Schuldendeflation ist. Sie verhindert, dass sich die negativen Impulse aus den Kreditmärkten und der Realwirtschaft gegenseitig zu stark aufschaukeln.

          Wird diese Strategie in der gegenwärtigen Lage tatsächlich aufgehen?

          Das ist noch unsicher. Es ist denkbar, dass die Wirkung der geldpolitischen Maßnahmen erst dann einsetzen wird, wenn die privaten Haushalte und der Finanzsektor ihre Verschuldung noch weiter reduziert haben. Die Geldpolitik sollte auf jeden Fall durch aggressive fiskalische Investitionsprogramme begleitet werden. Insgesamt glauben wir schon, dass die amerikanische Zentralbank eine Wiederholung der „großen Depression“ wird vermeiden können.

          Sind die Folgerisiken nicht vergleichsweise groß?

          Tatsächlich stellt sich die Frage, ob die amerikanische Zentralbank (FED) die riesigen Liquiditätsmengen, die sie inzwischen ins Finanzsystem eingeschleust hat, rechtzeitig wieder entziehen wird, sollte sie Erfolg haben. Sie behauptet zwar, sie könne mit einer inflationären Entwicklung umgehen. Es ist allerdings eine politische Herausforderung, das Wachstum in einer Erholungsphase zu dämpfen. Vor allem dann, wenn man von einer hohen Arbeitslosigkeit ausgeht. Alan Greenspan hielt im Jahr 2004 den Leitzins zu lange bei einem Prozent, da die Wirtschaft optisch fragil aussah. Es ist möglich, dass künftig derselbe Fehler gemacht werden wird - allerdings wahrscheinlich mit schlimmeren Folgen.

          Alle reden von mangelnder Liquidität. Befinden wir uns in Wahrheit nicht in einer Bonitätskrise?

          Sowohl als auch. Die amerikanischen Haushalte haben zumindest auf aggregierter Ebene in den unternehmen Einkommensschichten nicht nur zu wenig Geld auf der Hand, sondern sie haben zu viele Schulden. Es scheint zwar zunächst irrational zu sein, gegen eine starke Verschuldung - also gegen eine Kreditblase - mit billigem Geld im Überfluss vorzugehen. Faktisch gibt es dazu jedoch kurzfristig keine Alternative, wenn man eine tiefe Rezession oder gar eine wirtschaftliche Depression vermeiden will. Sie wäre in den Vereinigten Staaten politisch zudem nicht akzeptabel. Diese Politik hat nicht das Ziel, Konsumenten weiter in die Schulden zu treiben, sondern sie soll die Bilanz des Öffentlichen Sektors dehnen, um den Haushalten den notwendigen Spielraum zu verschaffen, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen.

          Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

          Ein Stück weit schon. Einerseits lassen sich Ungleichgewichte am besten in wirtschaftlichen Wachstumsphasen bereinigen - und nicht wenn die Konsumenten finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen. Auf der anderen Seite ist manchmal eine Krise nötig, um Änderungen herbeizuführen. Die Situation ist vergleichbar mit einem Patienten, der tot krank auf dem Operationstisch liegt. Erst muss man sein Leben retten, bevor man ihn zu einer gesunden Lebensweise bekehren kann.

          Wie stellt man sich als Anleger am besten auf die Rahmenbedingungen ein?

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