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Im Gespräch: Marc Faber : „Amerika ist ein Imperium im Niedergang“

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Marc Faber hat unter Pessimisten eine treue Fangemeinde Bild: Bloomberg

Die amerikanische Immobilienkrise lässt die Finanzmärkte erzittern. Der bekannte Vermögensverwalter Marc Faber hat dieses Szenario schon lange vorausgesagt. Er rät Privatanlegern, sich für eine ganze Weile von Aktien fernhalten.

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          Die amerikanische Immobilienkrise lässt die Finanzmärkte in aller Welt seit Monaten erzittern. Der Vermögensverwalter Marc Faber hat dieses Szenario schon lange vorausgesagt.

          Er rät Privatanlegern, sich für eine ganze Weile von Aktien fernhalten. Die meisten Durchschnittsbürger seien in den nächsten Jahren besser damit bedient, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, als mit riskanten und teuren Finanzprodukten zu spekulieren.

          Herr Faber, die Welt wird seit dem vergangenen Sommer von nicht enden wollenden Turbulenzen auf den Finanzmärkten durchgeschüttelt. Was kommt noch auf uns zu?

          Diese Krise unterscheidet sich dramatisch von anderen Blasenbildungen an den Finanzmärkten. Die Japan-Krise Anfang der neunziger Jahre oder der Zusammenbruch der Internetblase zu Beginn dieses Jahrtausends signalisierten eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Die damaligen Krisen waren aber weitaus weniger schlimm als das, was wir jetzt erleben. Anfang des Jahrtausends haben die Anleger einfach reihenweise überbewertete Aktien aus dem Technologiesektor gekauft. Was wir in den vergangenen Jahren in Amerika gesehen haben, war hingegen ein Wirtschaftswachstum, dass mit einem weitaus rasanteren Anstieg der Verschuldung erkauft wurde. Während die amerikanische Wirtschaft in den vergangenen sieben Jahren um 4,2 Billionen Dollar gewachsen ist, stieg das Kreditvolumen um 21,3 Billionen Dollar.

          Welche Folgen hat das nun?

          Wir werden für eine Reihe von Jahren sehr schwierige Bedingungen an den Märkten haben. Das bedeutet nicht, dass die ganze Welt kollabiert. Aber Aktien werden meiner Ansicht nach mehrere Jahre lang unattraktiv sein. Die Kurse werden zwar nicht unbedingt drastisch einbrechen, aber sich auch nicht mehr stark nach oben bewegen. Da die Inflationsrate stark steigen wird, werden Aktien dennoch einen Wertverfall erleiden. Gold kann daher in den kommenden Jahren eine Alternative sein.

          Wie stark wird der Goldpreis in den nächsten Jahren steigen?

          Das hängt ganz vom amerikanischen Notenbankchef Ben Bernanke ab. Je mehr er die Zinsen senkt, desto mehr wird der Goldpreis in die Höhe schnellen. Bernanke kann den Goldpreis auch bei 10 000 Dollar haben, wenn er nur genug Dollar-Konfettis druckt. Und derzeit hat er fast gar keine andere Wahl, als Geld zu drucken.

          Wieso?

          Weil Amerika in eine sehr ernste Rezession hereinrutscht. Das Land ist ein Imperium im Niedergang. Daran kann auch Bernanke nichts ändern, denn die Fehler liegen in der katastrophalen Zinspolitik der amerikanischen Notenbank seit dem Jahr 2001. Damals hat die Fed die Zinsen binnen kürzester Zeit auf 1 Prozent gesenkt und diesen niedrigen Zinssatz bis Mitte 2004 belassen, obwohl sich die amerikanische Wirtschaft schon Ende 2001 wieder zu erholen begann. Das hat zu der nun geplatzten Kreditblase und einem Wirtschaftswachstum mit hoher Inflation geführt.

          Und nun macht Bernanke dieselben Fehler wie sein Vorgänger Alan Greenspan, indem er die Zinsen drastisch senkt?

          Nein, angesichts des Börsencrashs der vergangenen Woche war die starke Zinssenkung angemessen. Die nun geplatzte Blase wird dadurch nicht wieder aufgepumpt, aber der Abschwung der Wirtschaft kann vielleicht ein wenig abgefedert werden. Wie gesagt, ist die Wurzel des Übels in der fatalen Zinspolitik seit 2001 zu suchen. Die jetzigen Zinssenkungen werden allerdings die ohnehin schon hohe Inflation nochmals verschärfen. Amerika riskiert, in eine Stagflation wie in den siebziger Jahren zu geraten.

          Aber die Inflation war doch in den vergangenen Jahren gar nicht so hoch?

          Die Inflation ist wahrscheinlich viel höher, als es in den offiziellen Zahlen der Regierung dargestellt wird. Wirklich relevant ist nicht die angegebene Kerninflationsrate, welche die Energie- und Lebensmittelpreise unberücksichtigt lässt, sondern die tatsächlichen Lebenshaltungskosten der privaten Haushalte. Schon heute beträgt der Anstieg dieser Lebenshaltungskosten zwischen 5 und 7 Prozent im Jahr.

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