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Hurrikan Katrina : Welche Fonds liegen in Katrinas Bahn?

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Auch Chevron hat von „Katrina” einiges abbekommen. Bild: dpa/dpaweb

Standard & Poor's haben untersucht, welches Ausmaß die Folgen von Katrina für diverse Branchen wie Öl und Gas bis hin zu Versicherungsgesellschaften haben. Außerdem werden Fonds aufgelistet, die Aktien von betroffenen Unternehmen enthalten.

          Als der Hurrikan Katrina am 29. August 2005 die amerikanische Küste am Golf von Mexiko traf, waren die Auswirkungen bis in die weit entfernte Wall Street zu spüren. Rohöl-Futures schnellten kurzzeitig auf über 70 Dollar. Energieaktien stiegen, während Versicherungstitel an Wert verloren.

          Die größte Sorge bereiten im Nachgang wohl grundsätzlich raffinierte Produkte der Ölindustrie, da rund 13 Prozent der amerikanischen Raffineriekapazitäten in der Folge des Wirbelsturms immer noch nicht wieder genutzt werden können. Ähnliches gilt für vor Ort produziertes Gas, so die Einschätzung von Tina Vital, Analystin für Energietitel bei Standard & Poor's.

          Ölproduzenten durch Infrastrukturausfälle belastet

          Das Sentiment war auch am Markt deutlich zu spüren. Der Preis für leichtes Öl (WTI) ist an der Terminbörse Nymex seit vergangenem Freitag um 5,6 Prozent auf 69,81 Dollar gestiegen, während Benzin um 28 Prozent auf 247,45 Cents und Gas um 19 Prozent auf 11,66 Dollar zulegten. Nur die Freigabe der Ölreserven in den Vereinigten Staaten und Europa konnte den Anstueg aufhalten.

          An einigen im Golf von Mexiko aktiven Produzenten wie beispielsweise ConocoPhillips sowie einigen Raffinerien wie Valero Energy ist der Hurrikan zwar vorbeigezogen, aber Tina Vital vermutet trotzdem, daß Stromausfälle, Überflutungen und Schäden an der nahegelegenen Infrakstruktur die größten Hindernisse auf dem Weg zur Wiederherstellung der regulären Aktivitäten sein werden.

          Die Colonial Pipeline, die raffinierte Produkte befördert, ist bis mindestens zum Wochenende außer Funktion. Die amerikanischen Benzinvorräte befinden sich bereits auf einem geringen Niveau und dürften bis zum Labor Day-Wochenende reichen. Daher erwartet Vital, daß der durch Katrina verursachte Preisauftrieb noch Monate zu spüren sein wird. Für Aktien von diversifizierten Öl- und Raffinerie-Gesellschaften behält sie jedoch ihre positive Einschätzung bei.

          Versicherer: Eine Frage der Preisgestaltung

          Einige Dienstleister der Ölbranche sowie Unternehmen, die auf Katastrophenhilfe spezialisiert sind, dürften von Katrina sogar profitieren. Die Abteilung für Aktienanalyse bei Standard & Poor's hat beispielsweise kürzlich Cal Dive International von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft. Das Unternehmen bietet weltweit maritime Dienstleistungen für Öl- und Gasplattformen an. Dazu gehören auch Brunnen für Ölbohrungen im Golf von Mexiko.

          Viele Investoren werden ihren Fokus wahrscheinlich auf Versicherungsunternehmen richten, insbesondere wenn diese Sachversicherungen oder Unfallschutz anbieten. Gleiches gilt für Rückversicherer. Nach ersten Schätzungen dürfte Katrina den Versicherern Schadensersatzleistungen bis zu einem Gesamtwert von 26 Milliarden Dollar beschert haben, was den Hurrikan zum teuersten Sturm aller Zeiten macht. Hurrikan Andrew verursachte 1992 rund 16 Milliarden Dollar Schaden. Als Florida und die Ostküste 2004 von vier Wirbelstürmen heimgesucht wurden, mußte die Versicherungswirtschaft insgesamt 23 Milliarden Dollar zahlen.

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