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Hochfrequenzhandel : Fondsverband gegen superschnellen Aktienhandel

  • -Aktualisiert am

Hochfrequent verändert: Der Dax Bild: dpa

Die Investmentlobby will algorithmisch orientierte Investmentfonds von Hochfrequenzgeschäften abgrenzen. Nach einem Gesetzentwurf soll die Finanzaufsicht den superschnellen Handel überwachen. Die Furcht der sogenannten Algo-Trader wächst.

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          Der Fondsverband BVI tritt dafür ein, den superschnellen Aktienhandel einzugrenzen. Gleichzeitig sollen jedoch Fonds nicht getroffen werden, die auf Basis von Algorithmen handeln. Damit reagiert die Interessenvertretung der in Deutschland tätigen Fondsgesellschaften auf einen Vorstoß der Bundesregierung, den Hochfrequenzhandel stärker zu regulieren. Die Initiative sei übereilt, weil eine einheitliche Regelung für die Europäische Union vorbereitet werde, kritisiert der BVI.

          Der Fondsverband nutzt die Debatte über den Sinn von Hochfrequenzhandel für eine Kritik an dem Vorhaben, Finanztransaktionen wieder zu besteuern. „Der deutsche Alleingang macht eine Finanztransaktionssteuer erst recht überflüssig“, heißt es in der Mitteilung. „Denn die Befürworter der geplanten Steuer geben vor, mit der Besteuerung von Finanztransaktionen den hochfrequenten Handel bekämpfen zu wollen.“

          Störende Handelspraktiken werden verboten

          Laut dem Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums soll die Finanzaufsicht Bafin die Betreiber superschneller Handelssysteme überwachen. Handelspraktiken, die das System stören oder andere Marktteilnehmer täuschen, werden dann verboten sein. Für die exzessive Nutzung des Systems werden Gebühren fällig. Die Deutsche Börse unterstützte - anders als der BVI - die Vorschläge. „Es ist gut für alle Akteure am Finanzmarkt, dass jetzt Rechtssicherheit im Umgang mit Hochfrequenzhändlern geschaffen wird“, hieß es in einer Stellungnahme. Bis Ende vergangener Woche wurden die Marktteilnehmer aufgerufen, Stellung zu beziehen.

          Beim Hochfrequenzhandel stellen die Händler mit Hilfe von schnellen Rechnern unzählige Orders in die Handelssysteme der Börsen, oft mit sehr kurzen Haltefristen. Dabei machen sie sich zunutze, dass die Börsengebühren sehr niedrig sind und so gut wie keine Kosten entstehen, wenn Orders unausgeführt verfallen. Beim algorithmischen Handel werden ebenfalls Wertpapiere automatisch mit Hilfe von Computern gehandelt.

          Hochfrequenzhandel und Algo-Trading werden oft gleichgesetzt. Viele Hedgefonds und manche Investmentfonds setzen Algo-Trading für den automatischen Börsenhandel ein. Obwohl die Abgrenzung zwischen beiden Begriffen auch in der Fachliteratur nicht eindeutig ist, will der BVI den Hochfrequenzhandel schlagen, ohne die Algo-Trader zu treffen. Deshalb soll mindestens ein Viertel der eingestellten Orders ausgeführt und eine Mindesthaltedauer von 1 bis 2 Sekunden eingeführt werden.

          Furcht der Algo-Trader wächst

          Die Wertpapierhändler nehmen eine andere Position ein. Sie kritisieren über den Bundesverband der Wertpapierfirmen (BWF) die Absicht den Hochfrequenzhandel stärker zu regulieren. Der europäische Händlerverband (FIA EPTA) unterstütze die geplanten Vorschriften zur Kontrolle des sogenannten Algo-Tradings in Deutschland zwar grundsätzlich, sagte Verbandspräsident Remco Lenterman. „Die Tendenz, dass nationale Regulierer den europäischen Regelungen vorgreifen, kann jedoch dazu führen, dass es in Europa uneinheitliche Regeln gibt.“

          Allerdings sind auch Algo-Trader zuletzt in die Kritik geraten. In einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hieß es in der vergangenen Woche, dass die Manager von Hedgefonds das Vertrauen in ihre algorithmischen Handelsprogramme verlören, die Kauf- und Verkaufsaufträge teilweise im Millisekunden-Takt in die Handelssysteme einstellen. Die Furcht der Algo-Trader wachse, dass ihre Systeme, die sich an historischen Vergleichszahlen orientieren, falsch auf ein Ende der aktuellen Niedrigzinspolitik reagieren. Vor allem bei Anleihen drohten ihnen in diesem Fall hohe Verluste.

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