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Hedgefonds-Manager Gehälter 2011 : Jährlicher Milliardensegen

  • -Aktualisiert am

New York: Viele Hedgefonds-Manager verdienten weniger als im Vorjahr Bild: dapd

Die jährlichen Einkommensschätzungen der besten Hedgefonds-Manager: Ray Dalio von der Gesellschaft Bridgewater führt mit fast vier Milliarden Dollar die Liste der Spitzenverdiener an.

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          Die Spitzenverdiener unter den Hedgefonds-Managern können sich über ihre Vergütung für das vergangene Jahr nicht beklagen. Ray Dalio, der 62 Jahre alte Gründer der größten Hedgefonds-Gesellschaft Bridgewater Associates mit Sitz in Westport, Connecticut, hat 2011 insgesamt 3,9 Milliarden Dollar verdient. Das berichtet das Fachmagazin „Absolute Return“, das jährlich Einkommensschätzungen für die besten 25 Hedgefonds-Manager publiziert. Die Schätzungen des Magazins liegen deutlich über denen der Wirtschaftszeitschrift „Forbes“, die das Jahreseinkommen von Dalio jüngst mit 3 Milliarden Dollar etwa ein Viertel niedriger ansetzte. In jedem Fall ist aber klar, dass Bridgewater im Gegensatz zum Durchschnitt der Branche ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich hatte. Dalios Fonds machten mehr als 20 Prozent Gewinn, weil er angesichts der starken Marktturbulenzen auf sichere amerikanische und deutsche Staatsanleihen setzte.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Angesichts der schwierigen Börsenlage im Jahr 2011 hatten Hedgefonds gemessen am Branchenbarometer HFRI Composite im Durchschnitt mehr als 5 Prozent ihres Wertes eingebüßt. In diesem Jahr hat sich das Bild aber wieder deutlich aufgehellt. In den ersten zweieinhalb Monaten machten Hedgefonds durchschnittlich rund 5 Prozent Gewinn. Dieser Trend folgte einem allgemeinen Aufschwung der Aktienmärkte. „Die Entwicklung der Hedgefonds in den ersten Monaten des Jahres 2012 profitierte von der Besserung oder der kompletten Umkehr der Trends, Stimmungen und Schwankungen, die 2011 zum schwierigen Umfeld beigetragen hatten“, sagte Kenneth Heinz, der Präsident der Analysegesellschaft Hedge Fund Research, die den Index erstellt.

          In jeder Marktlage Gewinn machen

          Hedgefonds-Manager nehmen allerdings für sich in Anspruch, in jeder Marktlage Gewinn zu machen. „2011 ist das der Mehrheit der Manager nicht gelungen“, resümierte Michael Peltz, der Chefredakteur von „Absolute Return“. Das machte sich selbst unter den 25 Top-Leuten der Branche bemerkbar. Die Gesamtvergütung der Gruppe fiel im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel von 22 Milliarden auf 14,4 Milliarden Dollar ab. Drei Fünftel der Manager, die noch 2010 auf der Liste standen, schafften das im vergangenen Jahr nicht mehr.

          Der vielleicht prominenteste Abgang war John Paulson, der in den Jahren davor erst mit einer Wette auf fallende Häuserpreise mehrere Milliarden Dollar im Jahr verdiente und das im Jahr darauf mit einer kühnen Wette auf die Erholung von Bankaktien wiederholte. In diesem Jahr ging die Strategie von Paulson aber nicht auf. Er war der größte Investor des chinesischen Forstunternehmens Sino Forest, als dessen Aktienkurs kollabierte. Dazu tendierten Finanzwerte, an denen Paulson weiterhin stark beteiligt ist, im vergangenen Jahr schwach. Fondsmanager wie Dalio, die auf Sicherheit setzten, kauften Paulson den Schneid ab. Bridgewater war so erfolgreich, dass auch zwei Mitarbeiter von Dalio unter den ersten zehn der Absolute-Return-Rangliste auftauchen: Greg Jensen und Robert Prince teilten sich mit einem Einkommen von 425 Millionen Dollar den siebten Platz.

          Den zweiten Rang hinter Dalio, der die Hälfte seines Vermögens wohltätigen Organisationen zukommen lassen will, bekleidet auf der Tabelle des Magazins der 76 Jahre alte Finanzier Carl Icahn mit geschätzten 2,5 Milliarden Dollar. Icahn gab Investoren im vergangenen Jahr ihr Geld zurück und investiert nur noch seine eigenen Mittel. Er wurde mit Wetten auf Unternehmen wie den Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility und den Pipeline-Betreiber El Paso reicher. Der 73 Jahre alte James Simons, Mathematikgenie und Gründer der auf Computerprogramme spezialisierten Gesellschaft Renaissance Technologies, folgte Icahn mit 2,1 Milliarden Dollar auf Platz drei. Zwei von Simons Mitarbeitern, Peter Brown und Robert Mercer, teilten sich Platz 18 mit jeweils 425 Millionen Dollar. Bei Simons stimmten die Schätzungen von „Absolute Return“ mit denen von „Forbes“ überein. Carl Icahn kommt in der aktuellen Schätzung besser weg als bei „Forbes“, die seinen Jahresverdienst auf nur 2 Milliarden Dollar bezifferten.

          Um es überhaupt auf die exklusive Liste zu schaffen, musste ein Hedgefonds-Manager im vergangenen Jahr mindestens 100 Millionen Dollar verdienen. Das stellt selbst die Spitzenverdiener in anderen Bereichen der Finanzbranche in den Schatten. Larry Fink, der Vorstandsvorsitzende des Vermögensverwalters Blackrock und einer der bestbezahlten Manager in der Branche, verdiente 2011 nur 22 Millionen Dollar. Der Vorstandschef der Bank of America, Brian Moynihan, dessen Vergütung sich trotz schwacher Aktienkursentwicklung vervierfachte, kam auf 8,1 Millionen Dollar.

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