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Hausse und Baisse : Warum Bulle? Warum Bär?

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Auge in Auge: Auf dem Platz vor dem alten Gebäude der Börse in Frankfurt stehen sich die Rivalen gegenüber Bild: dpa

Die Börse ist ein Schlachtfeld. Hier stehen sich Optimisten und Pessimisten in pausenlosem, unerbittlichem Kampf gegenüber. Der Bulle und der Bär sind zum Synonym der Rivalen geworden. Doch woher kommen eigentlich die Bezeichnungen?

          Die Börse ist ein Schlachtfeld. Hier stehen sich Optimisten (Haussiers) und Pessimisten (Baissiers) in pausenlosem, unerbittlichem Kampf gegenüber. Mal gewinnen die einen, mal die anderen. Es gibt auch Phasen, aber nicht Pausen, in denen die Partie ausgeglichen verläuft, bevor sich das Glück wieder der einen oder der anderen Partei zuneigt.

          Aus dem Amerikanischen kommend, ist der Bulle (“Bull“) zum Sinnbild für die Optimisten oder Haussiers geworden und der Bär (“Bear“) zum Synonym für die Pessimisten oder Baissiers. Wenn die Stimmung an den Märkten im Allgemeinen und gegenüber einzelnen Anlageformen wie einer Aktie, einer Anleihe oder einem Rohstoff beschrieben werden soll, verwendet man die von Bull und Bear abgeleiteten Begriffe „bullish“ beziehungsweise „bearish“. Wer Anglizismen unbedingt meiden will, kann auch hausse- beziehungsweise baisseträchtig sagen.

          Longhorns gegen Grizzlys

          Woher kommen nun die Bezeichnungen Bulle und Bär? Man muss schon in die Zeit der Goldgräber im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zurückgehen, um die Antwort zu finden. Die Spanier hatten im Zuge ihrer Landnahme im heutigen Lateinamerika, die im 16. Jahrhundert begann, den Stierkampf als Kulturgut in diesen Teil der „neuen Welt“ gebracht. So gelangte der Stierkampf auch nach Mexiko. Als geeignete Tiere wurden spanische Bullen mit besonders langen und ausgeprägten Hörnern eingeschifft, später in Amerika „Longhorns“ genannt. Sie gelangten zum Teil in Freiheit und vermehrten sich vor allem in Texas, das bis 1845 zu Mexiko gehörte. Dies galt zunächst auch für den nördlichen Teil Kaliforniens.

          Die Mexikaner haben den ursprünglichen Kampf zwischen Mensch und Stier im Laufe der Zeit abgewandelt, indem sie den Menschen durch einen Grizzly-Bären ersetzten. In Freiheit waren beide Tierarten schon zuvor aufeinandergetroffen. Dabei hatten sich die Longhorns offenbar als ausgesprochen kämpferisch erwiesen und es mit den Grizzlys aufgenommen.

          Duellanten im Marktgeschehen

          Richtig etabliert hat sich der Kampf Longhorn gegen Grizzly, als die Goldgräber in Kalifornien in ihrer Freizeit Zerstreuung suchten. Die Veranstalter ketteten einen Bären mit begrenztem Bewegungsspielraum an einen Pfosten inmitten einer Arena und ließen dann einen Bullen auf ihn los. Mal gewann der Bulle, indem er den Bären mit gesenktem Kopf auf die Hörner nahm und ihn in die Höhe schleuderte. Mal gewann der Bär, indem er den Bullen mit einem Prankenschlag von oben zu Boden streckte.

          Die Richtung der Körperbewegungen, mit denen sich die Tiere nach ihren jeweiligen Fähigkeiten gegenseitig zu erledigen versuchten, war es, die Bullen von Bären aus der Sicht der Börsianer unterschied: Der Bulle kämpft von unten nach oben, der Bär von oben nach unten. Und so wurden die beiden ewigen Duellanten im Marktgeschehen denn auch benannt.

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