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Grundkurs Indexfonds : Jetzt kaufe ich mir einen ETF

Bild: F.A.S. / iStock

ETF sind die neuen Lieblinge. Ob Dax oder Euro Stoxx – mit ihnen lässt sich jeder Börsenindex kaufen. Eine Einführung in fünf Schritten.

          Schritt 1: Das Grundprinzip

          Es ist das wohl erfolgreichste Buchstabenkürzel der jüngeren Finanzgeschichte – und doch klingt die Sache zunächst einmal sperrig: Der Name ETF (die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund) verheißt alles andere als ein eingängiges Anlagekonzept. Doch das täuscht. Denn das Grundprinzip eines jeden Indexfonds, so die Bezeichnung im Deutschen, ist denkbar einfach: Der Fonds bildet schlicht die Wertentwicklung eines Börsenindex nach. Legt beispielsweise der Dax um vier Prozent zu, gewinnt auch der Indexfonds vier Prozent. Verliert der Dax dagegen vier Prozent, ist der Indexfonds ebenfalls mit vier Prozent im Minus.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass Anleger nach Angaben des Vermögensverwalters Blackrock weltweit fast 2500 Milliarden Dollar in ETF investiert haben, zeigt: Das Grundprinzip der Indexfonds ist nicht nur leicht zu verstehen. Sondern die Investoren in aller Welt versprechen sich davon auch lukrative Renditen. Ihr großes Zutrauen zu Indexfonds hat vor allem einen Grund: Zahlreiche Studien, allen voran die Arbeiten des Nobelpreisträgers Eugene Fama, belegen, dass kaum ein Fondsmanager auf Dauer eine bessere Wertentwicklung erzielt als große Börsenbarometer wie der Dax oder der amerikanische Dow Jones.

          Gute Indexfonds

          Die logische Schlussfolgerung daraus: Wenn es sowieso so gut wie niemandem gelingt, besser zu sein als der Aktienmarkt im Schnitt, kann man doch gleich den Markt als Ganzes (sprich: den Index, der diesen Markt abbildet) kaufen. Zumal der Kauf deutlich billiger ist als das Investment in einen klassischen Fonds, bei dem sich die Manager ihre Arbeit in der Regel recht teuer bezahlen lassen. Ein positives Merkmal aller klassischen Fonds gilt zudem genauso für ETF: Das Geld der Anleger ist als sogenanntes Sondervermögen speziell geschützt – selbst im Falle einer Pleite des Anbieters wäre der Einsatz darum nicht verloren.

          Schritt 2: Der passende Index

          So einfach das Grundprinzip der ETF auch ist, so schwer fällt die Auswahl. Gibt es doch für fast jeden Index auch einen Indexfonds: Ob Brasiliens Aktienbarometer Ibovespa, der thailändische Aktienindex MSCI Thailand oder ein Index auf die Wertentwicklung kanadischer Staatsanleihen – es findet sich so gut wie alles. Auch Privatanlegern stehen schnell mal mehrere tausend ETF zur Auswahl. Wie sich da entscheiden?

          Für Einsteiger empfiehlt es sich, zunächst einmal auf bekannte Indizes zu setzen: Denn Börsenbarometer wie der Dax oder der europäische Euro Stoxx 50 haben den Vorteil, dass sich ihr aktueller Stand jederzeit problemlos in Zeitung, Fernsehen oder Internet verfolgen lässt. Vor allem aus diesem Grund sind in Deutschland Indexfonds auf den Dax am beliebtesten. Aber selbst für Einsteiger bieten sich Alternativen an: Wer eine weltweite Streuung seines Geldes anstrebt, kann sich für ein Investment in den sogenannten MSCI World entscheiden. Der Index setzt sich sowohl aus Aktien aus etablierten Ländern wie den Vereinigten Staaten und Deutschland zusammen, berücksichtigt aber auch Aktien aus vielen Schwellenländern – diese Mischung verringert das Risiko einer schlechten Wertentwicklung.

          Welchen Index auch immer man am Ende wählt: Anleger sollten sich zumindest im Groben klarmachen, nach welchen Regeln sich das jeweilige Barometer zusammensetzt. Die meisten Aktienindizes wie der Dax folgen dem Prinzip der Marktkapitalisierung. Das bedeutet: Je mehr Aktien eines Unternehmens sich im Umlauf befinden und je höher deren Börsenkurs notiert, umso größer ist das Gewicht der Firma im Index – und umso mehr hängt die Wertentwicklung des gesamten Index von ihr ab.

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