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Trump und die Investmentbanker : Goldman Sachs regiert die Welt

Gerade darum sind die jüngsten Entwicklungen so erstaunlich, dachten doch viele, die große Zeit der Investmentbanker sei vorbei. Dies mag für viele andere Banken gelten, für Goldman Sachs stimmt es nicht. Die Bank verdient wieder richtig viel Geld, und sie knüpft mit den jüngsten Ernennungen aus ihren Reihen an alte Traditionen an. Nähe zur politischen Macht gab es in der Firma schon immer. Bereits Henry Goldman, einer der Gründer, beriet den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson vor mehr als 100 Jahren bei der Gründung der Notenbank Federal Reserve. In den 90er Jahren wurde der Ko-Chef von Goldman, Robert Rubin, Finanzminister. Hank Paulson, ebenfalls lange Vorstandschef von Goldman, wurde 2006 Finanzminister unter George W. Bush.

Auch an den Schlüsselstellen von Finanzbehörden sitzen immer wieder ehemalige Goldman-Mitarbeiter. William Dudley beispielsweise, der Präsident der New Yorker Fed, der wichtigsten regionalen Notenbank im amerikanischen Zentralbanksystem, war davor Chefvolkswirt von Goldman. Schaut man über Amerika hinaus, sieht man ebenfalls in vielen wichtigen Positionen ehemalige Goldman-Mitarbeiter am Werk. Einer von ihnen hat in der vergangenen Woche wieder die Börsen in Atem gehalten: Es ist Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank und einstmals für Goldman in London tätig.

„Government Sachs“ könnte unter Trump wieder populär werden

Die Verbindungen sind so eng und die Liste der Beispiele ist so lang, dass Goldman in den Vereinigten Staaten den Spitznamen „Government Sachs“ erhielt – ein Wortspiel mit dem englischen Wort für „Regierung“ und dem Namen der Bank. Kein Wunder, dass der Vorwurf von zu großer Nähe zur Politik immer wieder aufkommt.

Vertreter von Goldman weisen das allerdings zurück. Ehemalige Goldman-Mitarbeiter bei Aufsichtsbehörden würden im Gegenteil deutlich schärfer gegen ihren früheren Arbeitgeber vorgehen, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden. Der Spitzname Government Sachs könnte unter Trump dennoch wieder populärer werden. Ehemalige Goldman-Leute beobachten aufmerksam die Ernennung ihrer Kollegen. Ex-Finanzminister Paulson lobte Trump für die Wahl von Mnuchin. „Steven verkörpert die Eigenschaften, die nötig sind, um ein sehr guter Finanzminister zu sein. Er ist ein Macher mit den analytischen und politischen Fähigkeiten, etwas in einem komplexen Umfeld zustande zu bringen“, sagte Paulson. Das Interessante an dieser Aussage ist: Ganz ähnlich lauten die Anforderungen für neue Goldman-Mitarbeiter.

Die Bank ist zweifellos eine Talentschmiede. Denn ehemalige Spitzenmanager arbeiten auch bei anderen Finanzinstituten in führenden Rollen. Meistens sind es Erfolgsgeschichten. John Thain, einst die Nummer zwei hinter Paulson, leitete nach dem Ende seiner Goldman-Karriere erst die New Yorker Börse, dann die Investmentbank Merrill Lynch. Auch einige der erfolgreichsten Hedgefonds an der Wall Street wurden von ehemaligen Goldman-Händlern gegründet.

Goldman pflegt die Identität eines unterschätzten Angreifers

Der Erfolg basiert auf einer Leistungskultur. Goldman ist ein Platz für hart arbeitende Aufsteiger mit einer gewissen Paranoia. Um mit der Arbeitseinstellung zu beginnen: Legendär ist Sidney Weinberg, ein Schulabbrecher, der einst die Schuhe der Partner putzte, sich nach oben arbeitete und die Firma schließlich fast 40 Jahre führte. Auch Blankfein wuchs als Sohn eines Postboten in Sozialwohnungen auf und schaffte es mit Stipendien an die Eliteuniversität Harvard.

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