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Geldanlage 2014 : Weiter steigende Aktienkurse

  • Aktualisiert am

Aktienkurse 2014: Richtung oben Bild: dpa

Zehn Anlageexperten sind sich weitgehend einig. Aktien sind 2014 die bessere Alternative. Unterschiede gibt es vor allem in Detailfragen.

          3 Min.

          Maarten Geerdink, Petercam

          Europäische, japanische und Schwellenländer-Aktien werden dank eines starken Wachstums der Weltwirtschaft stark abschneiden. Wir rechen mit 19 und 17 Prozent in Japan und im Euroraum sowie 8 Prozent in Schwellenländern.

          Hartwig Kos, Barings

          Nach dem starken Kursanstieg im Vorjahr sind Aktien zwar eher fair bewertet. Wir sehen sie aber sogar positiver als früher. Zwar könnte eine kleinere Korrektur kommen., aber mittel- bis langfristig sind die Aussichten jedenfalls gut.

          Stefan Freytag, Deutsche Oppenheim

          Die Aktienmärkte profitieren derzeit von drei Faktoren: Erstens hält eine expansive Notenbankpolitik die Zinsen weiter sehr tief. Zweitens ermöglicht das weltweite Wachstum den Unternehmen bei gleichbleibend hohen Margen moderate Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Drittens steht ein hohes Anlagevermögen immer noch in quasi „nicht rentierlichen“ Assetklassen zur Anlage bereit. Und viertens haben die systemischen und politischen Risiken deutlich abgenommen. Dieses Umfeld wird zu zumindest moderat steigenden Kursen führen.

          Max Schott, Schott Sand

          Aktien dürften auch im Jahr 2014 – zumindest im Vergleich mit festverzinslichen Wertpapieren – attraktive Renditen abwerfen. Das globale Bild ist positiv.  Die tief hängenden Trauben sind aber geerntet, die großen Standardindizes wie der Dax, der S&P-500 oder der Nikkei haben schon einen starken Anstieg hinter sich.
          2014 lohnt es sich daher, wieder risikoreichere Sektoren oder Regionen näher anzusehen, etwa Bank-, Minen- und Immobilienaktien.

          Hans Hurschler, FRM

          Trotz der deutlichen Kursgewinne an den weltweiten Aktienmärkten im vergangenen Jahr scheint derzeit viel für einen weiteren Anstieg 2014 zu sprechen. Die Aktientrends sind weiter positiv. Die Märkte können in den kommenden Monaten aller Wahrscheinlichkeit nach von anhaltend hoher Liquidität profitieren. Zugleich scheinen makroökonomische Risiken noch nicht zu zählen. Getrieben wird der positive Ausblick vor allem von den weiterhin massiven Stützungsmaßnahmen der Notenbanken, insbesondere der Federal Reserve (Fed) in den Vereinigten Staaten. Allerdings gibt es Risiken: Seit dem Tiefpunkt 2009 hat der S&P-500-Aktienindex bereits rund 170 Prozent an Wert gewonnen. In vielen Regionen kann man kaum noch von günstigen Aktienbewertungen sprechen. Aber in dem stark liquiditätsgetriebenen Umfeld könnten die Kurse dennoch kräftig weiter klettern, bevor wir eine Trendwende erleben.

          Michael Kohlhase, Kohlhase Vermögensverwaltung

          Das kann man nicht verallgemeinern. Im Prinzip sind die Märkte liquiditätsgetrieben und somit dürfte einigen demnächst die Luft ausgehen. Allerdings gibt es einige Bereiche, die wohl vor einem Comeback stehen wie beispielsweise Rohstoffe und Aktiennebenmärkte. Wir rechnen mit stärkeren Schwankungen.

          Axel Riedel, SSgA

          Die Aktien der entwickelten Länder hatten 2013 das beste Jahr. Eine Reihe von Indizes – etwa der Dax und der amerikanische S&P 500 – erreichten historische Höchststände. Zuletzt hat die Weltbank den Ausblick auf das weltweite Wachstum angehoben. Auch wenn die Normalisierung der Geldpolitik der Zentralbanken und eine mögliche Zinsanhebung eines der bestimmenden Themen ist, dürfte die Geldpolitik die Aktienmärkte weiter unterstützen. Die Bilanzen und Bewertungen europäischer Aktiengesellschaften sind attraktiv und die Ertragsperspektiven verbessert. Angesichts des weiterhin niedrigen Zinsumfelds sind dies zumindest gute Rahmenbedingungen für Aktien.

          William de Vijlder, BNP Paribas

          Wir gehen davon aus, dass die Aktienkurse proportional zum Ertragswachstum steigen werden (6 Prozent in den Vereinigten Staaten, 10 Prozent in Europa). Die steigenden Anleiherenditen werden für Gegenwind sorgen, aber der Risikoappetit der Investoren wird von einer allmählichen Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds getragen werden – hinzu kommt, dass die meisten Anlageklassen ohnehin nicht sonderlich attraktiv dastehen. Im weiteren Jahresverlauf wird die Nervosität zunehmen: Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen in den Vereinigten Staaten wird dazu führen, dass die Investoren ihren Blick verstärkt auf den Zeitpunkt der ersten Zinsanhebung durch die Federal Reserve richten.

          Flemming Larsen, Jyske Invest

          Die Aktienkurse werden weiter eine Wand der Bedenken hochklettern. Anleger dürften weiter Geld vom Anleihenmarkt auf den Aktienmarkt umschichten. Die Unternehmensgewinne werden steigen, die Bilanzen sind stabil und die Manager haben weiterhin höhere Margen und Erträge im Blick. Fusionen und Unternehmenskäufe könnten 2014 zunehmen.

          Tom Mermuys, KBC

          Aktien sind nicht mehr spottbillig, aber historisch gesehen immer noch nicht teuer. Amerika liegt etwa im Durchschnitt, Europa sogar etwas darunter, sogar wenn man die Zeit der Technologieblase nicht berücksichtigt. Derzeit brummt die Weltwirtschaft eben nicht, aber der Ausblick verbessert sich. Das stimmt uns positiv. Aktien sind jedenfalls die bessere Option als Anleihen oder Festgeld.

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