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Geldanlage 2014 : Der Zwang zum Risiko

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Der ewig währende Seiltanz zwischen Risiko und Ertrag Bild: photono

Der Grundtenor ist: Wenn Anleger für ihr Geld etwas haben wollen, müssen mehr riskieren, ob sie wollen oder nicht. Doch die Mahnung bleibt: Nicht um jeden Preis.

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          Tom Mermuys, KBC

          Ja. Aber Risiken muss man immer eingehen. Die Aktienkurse werden weiter deutlich schwanken, aber wir halten die Risiken für Anleihen für höher.

          Hartwig Kos, Barings

          Zwangsläufig. Mit einer größeren Quote von Aktien und Hochzinsanleihen steigt das Risiko unweigerlich. Darauf sollten Anleger achten. Für Hochzinsanleihen gilt etwa, dass das Risiko deutlicher zunimmt als es viele Modelle darstellen. Es gibt herkömmliche Risiko-Modelle, die zu dem Ergebnis gelangen, dass Hochzinsanleihen weniger riskant seien als amerikanische Schatzanweisungen. Das ist aber ein Trugschluss.

          Michael Kohlhase, Kohlhase Vermögensverwaltung

          Leider ja, da Ertragschancen im aktuellen Niedrigzinsumfeld nur unter Inkaufnahme von Risiken möglich sind.

          William de Vijlder, BNP Paribas

          Das ist die zwangsläufige Schlussfolgerung. Allerdings sollten Anleger vorher genau prüfen, ob sich das Risiko lohnt. Jemand, der noch nie in Aktien investiert hat, sollte nicht mit einem großen Teil seines Anlagevermögens auf Aktien setzen, weil es nicht seinem historischen Risikoprofil entsprechen würde. Das bedeutet eben, dass sich der eine oder andere Anleger einfach mit einer niedrigeren Rendite zufrieden geben muss.

          Hans Hurschler, FRM

          Auch wenn derzeit die Märkte vergleichsweise positiv gestimmt sind, existieren weiter signifikante fundamentale Risiken, etwa mit Blick auf das weitere globale Wachstum und anhaltend hohe Verschuldung vieler Regionen. Vor diesem Hintergrund würde ich das Risiko nicht erhöhen, zumal die voraussichtlich zunehmende Volatilität an den Märkten ohnehin bereits zu einer extern getriebenen Erhöhung des Risikos führen kann. Ich denke, hier sollte man eher liquide bleiben und das Liquiditätsprofil des Portfolios womöglich gar erhöhen. Auch das spricht im Übrigen für Aktien – sie verfügen in der Regel über eine hohe Liquidität.

          Max Schott, Schott Sand

          Diese Aussage gilt grundsätzlich immer, mit einem entscheidenden Unterschied. Jahrzehntelang galten Tagesgeld und Bundesanleihen als zufriedenstellend, weil sie zumindest den Geldwert erhalten haben. Das ist seit einigen Jahren anders. Investoren müssen risikoreichere Anlagen beimischen, um zumindest den Verlust der Kaufkraft durch Inflation auszugleichen.

          Stefan Freytag, Deutsche Oppenheim

          Die Notenbanken haben die Investoren nahezu gezwungen, sich gegen ihre emotionale Empfindung zu stemmen und mehr Risiko einzugehen. Es muss aber auch immer wieder daran erinnert werden, dass die einst risikoarmen Anlagearten von gestern vielleicht die risikoreichen Anlagearten von morgen sind.

          Flemming Larsen, Jyske Invest

          Das ist seit drei oder vier Jahren angesichts niedrigere Zinsen eine Schlüsselfrage. Höhere Risiken einzugehen hat sich seit dem Frühjahr 2009 als das richtige Vorgehen erwiesen. Anleger sollten aber immer Ertrag und Risiko im Auge haben. Einen generellen Rat haben wir nicht.

          Axel Riedel, SSgA

          Die Finanzkrise hat gezeigt, dass vermeintlich sicher geglaubte Anlagen in Anleihen bestimmter Staaten eben doch nicht so sicher waren. Daher sollte das Risiko zumindest gestreut, also über mehrere Anlageklassen hinweg verteilt werden. Auch wenn die Inflation bisher geringer ausgefallen ist, als von vielen prognostiziert, bedeutet dies für Anleger, die ihr Kapital nicht investiert haben, einen realen Verlust.

          Maarten Geerdink, Petercam

          Ein ausgewogenes Portfolio sollte den Anlagehorizont und die Risikobereitschaft des Investors berücksichtigen. Daraus leitet sich der Anteil riskanter Vermögenswerte ab, wobei vor allem eine geringe Abhängigkeit der Positionen voneinander das Risiko verringert. Derzeit ziehen wir aufgrund der niedrigen Zinsen Aktien den Anleihen vor, auch wenn sie schwankungsfreudiger sind.

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