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Geldanlage 2014 : Anleihen guter Bonität sind out

  • Aktualisiert am

Für Anleihen sieht es eher traurig aus Bild: mayk

2014 dürfte nicht das Jahr für Anleihen solider Schuldner werden: Bescheiden, unattraktiv, schwach meinen die meisten Experten. Nur einer erwartet eine immerhin solide Entwicklung.

          2 Min.

          Michael Kohlhase von Kohlhase Vermögensverwaltung

          Bescheiden.

          Axel Riedel von SSgA

          Unternehmensanleihen haben aufgrund des Niedrigzinsumfelds verstärkt Einzug in die Portfolien institutioneller, aber auch privater Investoren gehalten, weil sie eine Mehrrendite gegenüber Staatsanleihen aufwiesen. Zuletzt ist die Mehrrendite jedoch gesunken, wenngleich sie noch gegenüber Bundesanleihen vorhanden ist. Die prognostizierten Kreditausfallquoten liegen unter dem historischen Durchschnitt, was positiv ist. Unternehmensanleihen können sich jedoch dem allgemeinen Zinstrend nicht entziehen und erleiden Verluste, wenn die Zinsen steigen. Dies gilt insbesondere für länger laufende Anleihen.

          Tom Mermuys von KBC

          Wir sehen diese Anleihen negativ. Das derzeitige Renditeniveau europäischer Investmentgrad-Anleihen kompensiert derzeit nicht den erwarteten Anstieg. Da derzeit die Renditeaufschläge für Italien und Spanien auf einem Zwei-Jahres-Tief liegen, ist auch dort nicht mehr viel zu holen. Unternehmensanleihen profitieren zwar von guten Bilanzen, doch sind die Papiere teuer.

          Max Schott von Schott Sand

          Weiter schwach. Die Kurse dürften eher sinken. In Europa könnten die Renditen stabil bleiben oder moderat steigen, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe dürfte aber kaum 2,5 Prozent überschreiten.

          William de Vijlder von BNP Paribas

          Unternehmensanleihen aus dem Investment Grade (IG)-Segment sind für Investoren unattraktiv, weil die Spreads nur geringfügig über denen von Staatsanleihen liegen. Die Preisentwicklung dieser Anleihen wird daher stark geprägt von der Preisentwicklung von Staatsanleihen. Das bedeutet, dass IG-Unternehmensanleihen wenig abwerfen werden angesichts moderat steigender Renditen. Unternehmensanleihen aus dem High Yield-Segment sind interessanter. In diesem Segment fallen die Spreads zwar ebenfalls niedrig aus, sie sind aber trotzdem noch bedeutend höher als im IG-Segment, schlichtweg weil das Risiko von High Yield-Anleihen höher ist. Eine Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage und das anhaltende Niedrigzinsumfeld lassen jedoch sehr niedrige Ausfallraten erwarten.

          Stefan Freytag von Deutsche Oppenheim

          In dem von uns beschriebenen Umfeld sollten sich Anleihen guter Bonität eher unterdurchschnittlich entwickeln. Sie bleiben aber dennoch ein wichtiger Diversifikationsbestandteil eines ausgewogenen Portfolios, da sie als eine der wenigen Assetklassen positiv auf eine deutliche Konjunktureintrübung oder systemische Risiken reagieren würden.

          Hans Hurschler von FRM

          Bei Anleihen guter Bonität dürften wir 2014 eine solide Entwicklung sehen. Hier wirken sich die am langen Ende stark gestiegen Zinsen positiv aus. Ich würde aber persönlich eher auf Anleihen aus entwickelten Märkten setzen und Schwellenländer meiden.

          Flemming Larsen von Jyske Invest

          Wir sehen noch Potential in Unternehmensanleihen, ziehen aber Hochzinsanleihen vor. Die Zahlungsausfälle werden nicht zunehmen. Allerdings wird die Qualitätsbreite zunehmen. Bei einigen Unternehmen wird aufgrund höherer Schulden und/oder geringerer Gewinne die Verschuldung ansteigen.

          Maarten Geerdink von Petercam

          Selbst ohne Zinsanstieg sind die Aussichten bescheiden. Staatsanleihen aus den europäischen Kernländern werden bei begrenztem Abwärtspotential leicht negative Erträge liefern. Bei Peripherie-Anleihen könnten die Risikoaufschläge noch weiter sinken. Gesunde Bilanzen, eine günstige Liquiditätslage und der Renditehunger der Investoren bieten ein unterstützendes Klima für Unternehmensanleihen guter Bonität, sind aber teuer geworden. Damit ist das Ertragspotential begrenzt. Europäische Investmentgrad-Anleihen werden daher geringe positive Erträge bieten, wir gehen von rund 1,8 Prozent im Jahr aus.

          Hartwig Kos, Barings

          Anleihen haben einige Jahre gute Renditen gewährt. Jetzt ist das weniger der Fall. Wir haben die Abhängigkeit unseres Portfolios von der Zinsentwicklung deutlich reduziert und ziehen Hochzinsanleihen vor. Derzeit bieten sie noch gute Risikoprämien.

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