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Geldanlage 2007 : Gewinnen und Steuern sparen

  • Aktualisiert am

Bild: Stiftung Warentest

Im Januar sinkt der Sparerfreibetrag, Anleger müssen deshalb mehr denn je auf die Rendite nach Steuern achten. Steueroptimierte Euro-Rentenfonds, niedrigverzinste Bundesanleihen und Jumbo-Pfandbriefe bieten sich an.

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          Der Sparerfreibetrag wird in den nächsten Jahren drastisch gekürzt. Als empfehlenswerte Geldanlagen für das nächste Jahr rücken daher Produkte ins Blickfeld, die als Witwen- und Waisenpapiere gelten. Es sind die steueroptimierten Euro-Rentenfonds, niedrigverzinste Bundesanleihen und Jumbo-Pfandbriefe.

          Dem sicherheitsorientierten Anleger bieten sie Verläßlichkeit, weil sie mit keinem oder nur sehr geringem Risiko behaftet sind. Von den steueroptimierten Rentenfonds hat Finanztest die sichersten ausgewählt und unter die Lupe genommen. Am besten schnitt der Adig Adireth ab. Im fünfjährigen Untersuchungszeitraum hat er die höchste Rendite nach Steuern erzielt.

          Gewinnorientiert und fast ohne Risiko

          Anleger mit einem Steuersatz von 30 Prozent erfreute der Adig Adireth in den vergangenen fünf Jahren mit einer Rendite nach Steuern von 3,84 Prozent pro Jahr. Es ist keine vergleichbar sichere Anlage bekannt, deren Nachsteuerrendite im selben Zeitraum auf ähnlich hohem Niveau lag. Die unversteuerte Rendite einer anderen - ebenso sicheren - Geldanlage hätte schon 5,5 Prozent betragen müssen, um dieses Ergebnis zu übertreffen.

          Adig Adireth
          Adig Adireth : Bild: FAZ.NET

          Hätte derselbe Sparer sein Geld in den zweitplazierten Euro-Rentenfonds, den MAT Medio Rent, investiert, müßte er sich mit einer Nachsteuerrendite von jährlich nur 2,52 Prozent begnügen. Die berechneten Renditen sind allerdings Vergangenheit. Absolute Verläßlichkeit gibt es auch bei Rentenfonds nicht. Selbst bei Fonds mit sehr geringem Risiko weiß der Anleger nicht genau, wie viel seine Anteile in zwei, fünf oder zehn Jahren wert sein werden.

          Anleihen bieten Sicherheit

          Wem es lieber ist, seine Vermögensentwicklung über Jahre hinweg minutiös zu planen, investiert besser in einzelne Niedrigzinsanleihen. Bei ihnen ist klar, wie viel sie bis zum Tag ihrer Fälligkeit bringen werden. Selbst wenn es zwischenzeitlich herbe Kursverluste gibt, weiß der Anleger, daß er den vollen Einsatz zurückbekommen wird.

          Das gilt freilich nur für Wertpapiere von Emittenten, die zuverlässig zahlen. Darunter fallen Bundesanleihen und -obligationen sowie Jumbo-Pfandbriefe von Landesbanken und ausgewählten Hypothekenbanken, die kostenpflichtig unter www.test.de zu finden sind. Alle dort aufgeführten Papiere werden rege an der Börse gehandelt. Damit hat der Anleger die Möglichkeit, jederzeit zu einem fairen Preis zu verkaufen, wenn er vorzeitig Bares braucht.

          Gewinne steuerfrei kassieren

          Die steigende Attraktivität verdanken steueroptimierte Rentenfonds und niedrigverzinste Anleihen dem ab 2007 abgesenkten Sparerfreibetrag. Diese Freistellungsgrenze von der Zinsbesteuerung wird für Sparer ab Januar nahezu halbiert. Ledige dürfen dann pro Jahr nur noch 801 Euro steuerfrei kassieren. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag. Alle Zinseinnahmen, die darüber liegen, müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

          Ein unverheirateter Sparer hat seinen Freibetrag dann bereits ausgeschöpft, wenn er 26.700 Euro zu drei Prozent pro Jahr anlegt. Deshalb ist es für den Sparer ab kommendem Jahr zwingend, sich die Rendite eines Anlageprodukts nach Steuern genau anzuschauen. Die von den Testern ausgewählten Rentenfonds und Anleihen schütten kaum Zinsen aus und erzielen ihre Erträge hauptsächlich aus Kursgewinnen. Die kann der Sparer steuerfrei kassieren, wenn er die Wertpapiere frühestens zwölf Monate nach dem Kauf wieder verkauft.

          Zinseinkünfte in die Rentenzeit verschieben

          Für ältere Sparer kurz vor der Rente gibt es noch einen weiteren Ausweg, der drohenden Steuer zu entkommen. Sie können Zinseinkünfte ins Rentenalter verschieben. Dann haben die meisten einen niedrigeren Steuersatz als im Berufsleben. Für diese Strategie eignen sich Bundesschatzbriefe Typ B und Zerobonds. Die Laufzeit der Schatzbriefe beträgt sieben Jahre. Ihre Rendite liegt seit 1. Dezember bei 3,64 Prozent pro Jahr, wenn der Anleger sie sieben Jahre lang hält. Sparer können sie über ihre Bank oder direkt bei der Deutschen Finanzagentur (www.deutsche-finanzagentur.de) kaufen und dort auch kostenlos lagern.

          Zerobonds mit guter Bonität haben oft eine längere Laufzeit. Sie unterliegen starken Kursschwankungen. Werden sie aber bis zur Fälligkeit gehalten, gehen Anleger mit ihnen kein Risiko ein. Im Gegensatz zu Bundesschatzbriefen benötigen Anleger für Zerobonds ein meist kostenpflichtiges Depot bei ihrer Bank.

          Tips

          Anlagestrategie. Investieren Sie niemals in Anlageprodukte, die Sie nicht verstehen oder deren Risiko nicht zu Ihnen paßt, nur um Steuern zu sparen. Sie werden sonst leicht in hochriskante Anlagen wie geschlossene Schiffsfonds oder geschlossene Fonds, die in ausländische Immobilen investieren, gelockt.

          Produkte. Die getesteten steueroptimierten Rentenfonds und niedrigverzinsten Anleihen bieten hohe Sicherheit und Steuervorteile. Der beste steueroptimierte Rentenfonds im Test ist der Adig Adireth. Seine Nachsteuerrendite lag je nach Steuersatz in den vergangenen fünf Jahren mindestens bei 3,80 Prozent pro Jahr, wie die Tabelle zeigt.

          Kaufquellen. Rentenfonds können Sie über jede Bank kaufen, aber billiger gibt es sie meist bei Direktbanken oder Fondsvermittlern. Der oft dreiprozentige Ausgabeaufschlag, den Sie beim Kauf als ­Gebühr auf Ihre Anlagesumme zahlen müssen, ist bei Direktbanken oft nur halb so hoch und entfällt bei vielen Fondsvermittlern im Internet ganz.

          Freistellungsauftrag. Überprüfen Sie Höhe und Aufteilung Ihrer Freistellungsaufträge. Laut einer Anweisung des Bundesfinanzministeriums müssen die Banken automatisch alle Freistellungsaufträge auf 56,37 Prozent der bisherigen Summe reduzieren. Meist ist es besser, neue zu erteilen.

          Formalitäten. Um den Freistellungsauftrag zu ändern, müssen Sie die amtlichen Vordrucke Ihrer Bank nutzen. Sie können den Vordruck auch per Fax an die Bank senden. Bei Online-Bankgeschäften läßt er sich meist auch online ändern.

          Rentner. Liegt ihr zu versteuerndes Einkommen unter 8.501 Euro (Verheiratete 17.002 Euro), können Sie mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung Zinsen oberhalb des Sparerfreibetrags steuerfrei kassieren. Eine Steuererklärung brauchen Sie nicht abzugeben.

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