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Gastkommentar : Mit „Beta-Aktien“ den Markt spielen

  • -Aktualisiert am

Das Beta geistert als Aktienkenngröße immer wieder einmal durch die Medien. Es ist weder gut noch schlecht. Es zeigt, wie stark einzelne Aktien im Verhältnis zum Gesamtmarkt schwanken. „Zocker“ setzen gerne auf „hohe Betas“

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          Wollen Sie ein Portfolio, das die Auf- und Abwärtsbewegungen des Marktes verstärkt widerspiegelt, dann können Sie mit den folgenden fünf Titeln den Grundstein dazu legen: AMR, ON Semiconductor, Wind River Systems, Nektar Therapeutics und Nvidia.

          Denn diese Aktien verfügen über das höchste Beta, das als Indikator für die Volatilität einer amerikanischen Aktie mit einem Marktwert von mindestens einer Milliarde Dollar gilt. Steigt oder fällt der Markt um zehn Prozent, ist zu erwarten, daß diese Aktien rund 29 Prozent hinzugewinnen oder verlieren.

          Beta alleine ist weder gut noch schlecht

          Ein hohes oder geringes Beta alleine ist also weder als gut noch als schlecht einzuschätzen. Es kann lediglich eine Aussage darüber liefern, inwieweit der Kurs einer einzelnen Aktie auf eine Marktschwankung eines bestimmten Ausmaßes reagieren wird. Als Maßstab für den Gesamtmarkt bei der Bestimmung von Beta-Werten legen die meisten Analysten den Standard & Poor's 500-Aktienindex zu Grunde.

          Eine Aktie mit einem Beta-Wert von eins ist genauso volatil wie der Gesamtmarkt. Bei einem Beta von zwei ist die Aktie doppelt so volatil wie der Markt. Kommt es zu einer Marktbewegung um acht Prozent, wird sich der Kurs einer Aktie mit einem Beta von zwei also um 16 Prozent verändern, entweder in die eine oder in die andere Richtung.

          Nach Daten von Bloomberg haben von den 1.672 amerikanischen Aktientiteln mit einem Marktwert von mindestens einer Milliarde Dollar 220 ein Beta von über 1,5. Nur 62 Aktienwerte haben ein Beta von über zwei.

          Laut von Bloomberg veröffentlichten Daten ist AMR mit einem Beta von 3,26 der volatilste Aktientitel. Das Unternehmen mit Sitz in Fort Worth, Texas, ist die Muttergesellschaft von American Airlines, der weltweit größten Fluggesellschaft. Hohe Spritpreise, zerstörerische Preiskämpfe sowie die Tatsache, daß es zu viele Anbieter am Markt gibt, sind nur einige Faktoren, die zur allgemein bekannten Leidensgeschichte der Airline-Aktien beitragen.

          Sollten eines Tages die Ölpreise sinken und die Auslastung steigen, wird AMR auch wieder Geld verdienen. Fakt ist jedoch, daß die Fluggesellschaft seit dem Jahr 2000 keinen Gewinn mehr verbuchen konnte. Die langfristige Verschuldung beträgt 13,5 Milliarden Dollar, während das Eigenkapital mit 581 Millionen im Minus liegt.

          Volatilität bei Aktien steht oft in Verbindung mit wechselhaftem operativem Geschäft

          Wer im Jahr 2003 den entsprechenden Mumm gehabt hat, konnte AMR-Aktien für weniger als zwei Dollar pro Stück anhäufen. Derzeit werden sie mit einem Kurs von 11,03 Dollar gehandelt: der Einsatz hätte sich also vervierfacht. Eine Spekulation dieser Art heute zu versuchen, wäre in meinen Augen jedoch ein zu gewagtes Spiel.

          ON Semiconductor mit Hauptsitz in Phoenix, Arizona, steht mit einem Beta von 2,99 an zweiter Stelle, was die Volatilität betrifft. Das Unternehmen produziert Computerchips, die den Stromverlauf in Haushalts- und Elektrogeräten steuern. ON hat einiges mit AMR gemeinsam: zum Beispiel das negative Eigenkapital oder vier aufeinanderfolgende Verlustjahre.

          Wind River Systems mit Sitz in Alameda, Kalifornien, stellt so genannte „Middleware“ her, eine Softwareschicht zwischen dem Übertragungsnetzwerk und den eigentlichen Anwendungen, die in elektronischen Produkte wie Digitalkameras, Mobiltelefonen und Robotern vorkommt. Die Bilanz des Unternehmens fällt deutlich stärker aus als die von AMR oder ON. Und auch die Bewertung der Aktie ist vergleichsweise hoch: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt 115, das Kurs-Umsatz-Verhältnis 5,3. Das Beta liegt bei 2,88.

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