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Furcht vor Geldentwertung : Was vor Inflation schützt

Bild: F.A.Z.

Viele Anleger fürchten angesichts loser Geldpolitik und hoher Staatsschulden die Inflation und setzen auf Geldanlagen, die sie davor schützen sollen. Allerdings haben diese Anlagen viele Tücken.

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          Aufgrund der Schuldenkrise in Europa und der Geldschwemme aus den Notenbanken fürchten sich viele Anleger vor steigenden Preisen. Das besagt zumindest die gängige ökonomische Logik.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Davon ist aber bislang nichts zu sehen. Als Grund wurde dafür immer wieder die Logik der Rezession ins Feld geführt, wonach der drastische Fall der Kapazitätsauslastung für ausreichende Reserven sorgte, die ein stärkeres Ansteigen der Preise verhindert. Weltweit zeigt sich die Inflation mit vom Internationalen Währungsfonds prognostizierten 3,3 Prozent für das laufende Jahr also eher von der ruhigen Seite.

          Keine Inflation erwartet

          Doch mittlerweile scheinen sich insbesondere die Vereinigten Staaten auf dem Weg heraus aus der Rezession zu befinden, derweil die Geldpolitik immer noch nahezu nicht existiert, so dass die Inflationssorgen zunehmen oder zumindest zunehmen sollten.

          Doch auch hier zeigen alle Daten ein beruhigendes Bild: Die Inflationserwartungen in den Vereinigten Staaten haben zuletzt eher abgenommen, zeigt der Indikator der University of Michigan, der die mittelfristigen Inflationserwartungen misst. Eine Umfrage der Rating-Agentur Fitch unter europäischen institutionellen Anlegern kam erst kürzlich wieder zu dem Ergebnis, dass mehr als drei Viertel keine Inflationsgefahr sehen.

          Vorsicht vor mangelnder Wachsamkeit

          Ohne einen Anstieg der Inflationserwartungen kann aber auch eine Inflationsspirale nicht in Schwung kommen. Allerdings liegt hier eine Gefahr. Denn angesichts des Ausbleibens der Inflation könnten die Inflationserwartungen sinken. Das erhöht die Gefahr, dass die tatsächliche Preisentwicklung deutlicher davon abweicht und dies zu einem plötzlichen Anstiegen der Inflationserwartungen führt.

          Wenn Ökonomen vor Inflationsgefahren warnen, haben sie derzeit auch eine mittlere Frist von etwa zwei bis fünf Jahren vor Augen. „Es gibt vorläufig keine Inflationsgefahr“, sagt Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, „weil wir noch zu nahe an der rezessiven Phase sind.“

          Allerdings hat sich die deutlich erhöhte Geldmenge schon bei den Vermögenspreisen deutlich bemerkbar gemacht. Sollte die Konjunktur wieder stärkeren Schwung aufweisen, dürften die Renditeerwartungen der Banken im Firmenkreditgeschäft steigen und damit auch die Kreditvergabe an die Realwirtschaft, obendrein sind die Rohstoffpreise schon stark gestiegen.

          Furcht vor mangelndem Willen zur Bekämpfung

          Kommt die Inflation ins Rollen, ist es für einen Ausstieg zu spät, denn die Wirkungsverzögerungen einer restriktiven Politik betragen mehr als ein bis zwei Jahre. Zudem sind nicht wenige Anleger aufgrund der immensen Staatsschulden der Ansicht, dass die Notenbanken dazu gebracht werden könnten, Inflation zuzulassen, um den realen Wert der Staatsschuld zu verringern.

          Für viele Anleger ist es daher schon jetzt Zeit, auf Geldanlagen mit Inflationsschutz zu setzen. Allerdings bleiben viele Tücken - ein FAZ.NET-Spezial.

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