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Geldtransfer ins Ausland : Frauen überweisen mehr

Als Sender und als Empfänger setzen Frauen laut Western Union die Rücküberweisungen zum Wohle der daheimgebliebenen Familie ein. Bild: Anna Jockisch

Migrantinnen nehmen immer mehr Einfluss auf den internationalen Geldverkehr. Im Ausland lebende Frauen schicken sogar einen höheren Anteil ihres Verdienstes in ihre Heimatländer als Männer. Außerdem überweisen sie regelmäßiger und über längere Zeit hinweg.

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          Nicht nur die sprichwörtliche „schwäbische Hausfrau“, die Bundeskanzlerin Angela Merkel während der Finanzkrise zum Vorbild erhob, weiß mit Geld umzugehen, sondern offenbar auch viele Migrantinnen dieser Welt. Die im Ausland lebenden Frauen überweisen nach Schätzungen der Weltbank jährlich 291 Milliarden Dollar in ihre Heimatländer und damit exakt so viel wie die fast gleiche Anzahl männlicher Migranten.

          Thomas Klemm
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im Verhalten unterscheiden sich die Frauen aber von den Männern: Sie geben nicht nur prozentual einen höheren Anteil ihrer Einkommen ab, sondern überweisen auch regelmäßiger und über einen längeren Zeitraum hinweg, heißt es von der Western Union. Der Anbieter für internationalen Zahlungsverkehr hat anlässlich des Internationalen Weltfrauentages an diesem Sonntag verschiedene Statistiken ausgewertet.

          „Frauen sind nicht länger nur Randfiguren im Wirtschaftskosmos Migration, sondern haben heute eine Rolle als Entscheiderinnen und unentbehrliche finanzielle Unterstützerinnen ihrer Familien und Gemeinden inne“, sagte Herbert Seitner, der bei Western Union für Mitteleuropa zuständig ist.

          Unterstützt wird der ökonomische Einfluss von Frauen auch dadurch, dass der überwiegende Teil der Zahlungsempfänger weiblich ist. Wie als Sender, so würden sie laut Western Union auch als Empfänger Rücküberweisungen zum Wohle der daheimgebliebenen Familie einsetzen: Nahrung, Bildung, Gesundheit und Unterkunft sollten gesichert werden. Männer dagegen neigen meist dazu, überwiesene Beträge für Konsumgüter auszugeben.

          „Damit Frauen an der weltweiten Wirtschaft noch erfolgreicher partizipieren können, benötigen sie besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen und Finanzbildung, gerade mit Blick auf neue und mobile Technologien“, sagte Seitner. In Entwicklungsländern haben 32 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer ein Konto. In Deutschland sind es mehr Frauen (99 Prozent) als Männer (98 Prozent).

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