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Fondsvergleich : Die besten Aktienfonds 2006

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Viele Fondsmanager des vergangenen Jahres haben Mut bewiesen. Nur mit riskanten Wetten sind sie an die Spitze gekommen. Zur Nachahmung empfehlen sich ihre Strategien nicht unbedingt: „Es gibt Highflyer, die sind in einem Jahr gut und stürzen im nächsten Jahr ab.“

          Viele Fondsanleger werden triumphieren. Der Deutsche Aktienindex und Europas Leitindex Euro Stoxx 50 sind im vergangenen Jahr um gut 20 Prozent geklettert. Mit den besten Aktienfonds für Deutschland und Europa verdienten Sparer sogar um die 30 Prozent. Noch mehr war in den Emerging Markets zu holen - bis zu 50 Prozent. Nordamerika blieb für die meisten Deutschen allerdings ein Nullsummenspiel: Kursgewinne wurden durch den schwachen Dollar zunichtegemacht. Und weltweit waren immerhin gut acht Prozent drin.

          So darf es weitergehen, wünschen sich die Investoren. Vielleicht ist Deutschland ja tatsächlich wieder Wirtschaftwunderland, und der Dax nimmt die 7.000 Punkte in Angriff. Vielleicht bleibt die Weltwirtschaft auf Wachstumskurs, und die Aktienkurse rund um den Globus setzen ihre Rally fort. Dann könnten Anleger mit Aktienfonds prächtig verdienen. Die Frage ist nur: mit welchen?

          Auf Stabilität achten

          Beliebt ist da der Blick auf die Gewinner des Vorjahres. „Anleger achten stärker als in der Vergangenheit auf hohe Renditen“, sagt Henning Gebhardt, Chef für deutsche Aktien bei Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS. „Es ist aber nicht sinnvoll, das Geld immer in die besten Fonds des Vorjahres zu stecken. Es gibt Highflyer, die sind in einem Jahr gut und stürzen im nächsten Jahr ab.“ Besser sei es, auf Stabilität zu achten, darauf, dass ein Fonds regelmäßig über viele Jahre hinweg eine überzeugende Leistung bringt.

          Alle Mahnungen zu Vernunft und Augenmaß in Ehren, ist es dennoch reizvoll, sich die Fondssieger 2006 anzusehen. Worauf ist ihr Erfolg begründet? Wie schätzen die Manager die Chancen in diesem Jahr ein? Taugen ihre Fonds als Kerninvestment für konservative Anleger? Oder haben nur die Außenseiter gewonnen? Feri Rating & Research hat für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung die stärksten Fonds herausgefiltert - gemessen an der Wertentwicklung im vergangenen Jahr (siehe Tabellen und Charts).

          Durch Extreme zum Erfolg

          Den ersten Platz belegt in der Kategorie „Welt“ ein ganz junger Fonds: Uni Favorit Aktien. Fondsmanager Olgerd Eichler steht die ganze Börsenwelt offen. Und wer sich wie Eichler nicht sklavisch an die Benchmark MSCI Welt hält - der Aktienindex ist die Messlatte für seinen Erfolg -, der kann die Konkurrenz abhängen. „Wir haben im Jahr 2006 verstärkt auf Industriewerte wie Krones, Dürr und Indus gesetzt“, erklärt Andre Köttner, Portfoliomanager der Union Investment, die Strategie. „Das größte Gewicht hatten allerdings Finanzdienstleister mit 40 Prozent.“ Wer jetzt an Banken und Versicherungen denkt, ist auf der falschen Fährte. Dem Team um Eichler ging es um die Aktien der Börsen und Broker. Untergewichtet wurden dagegen Energie, Pharma und Technologie. Das war auch gut so.

          Auch andere globale Spitzenfonds gelangten durch Extreme zum Erfolg. So fokussierten RWS, Klassik Mega Trends und Star Cap Priamos stark auf Deutschland und Europa, die Märkte, die besonders gut gelaufen sind. „Das ist eine riskante Strategie“, sagt Christian Michel, Fondsanalyst bei Feri. „Solche Fonds können eine extrem gute Rendite produzieren, der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen.“ Der Klassik-Fonds ist das beste Beispiel. 2006 belegte er Platz drei - weit vor den Wettbewerbern und der Benchmark; 2003, 2004 und 2005 blieb er allerdings hinter dem Index zurück. Als Kerninvestment empfiehlt er sich bestimmt nicht. Da nennt Michel lieber Klassiker wie den Templeton Growth Fund, DWS Akkumula oder Uni Global.

          „Zu ausgefallen für ein Basisinvestment“

          Auch in der Anlageregion „Europa“ haben sich die mutigen Fondsmanager durchgesetzt, allen voran Placido Albanese von der Züricher Finter Bank. Er vertraut bei der Auswahl der Aktien auf ein quantitatives Modell, das sowohl auf die Bewertung der Titel als auch auf das Momentum achtet, also das Tempo und die Kraft der aktuellen Kursbewegung. Heraus kommt ein Portfolio, das vor allem auf Industrie-, Rohstoff- und Finanzaktien setzt. Einzelgewinner wie Air France, Salzgitter, Baloise Versicherungen und Vallourec machen klar, dass nicht nur Standardwerte im Depot sind. „Zu ausgefallen für ein Basisinvestment“, urteilt Michel. „Darunter stelle ich mir etwas anderes vor, den Meag Euroinvest etwa, oder den JP Morgan Europe Dynamic Fund.“

          In Deutschland bieten die Gewinner des Vorjahres dagegen eine gute Auswahl für Anleger, die ein solides Investment suchen. Auch wenn einige beliebte und gute Deutschlandfonds wie der Vorjahressieger Cominvest Fondak, FPM Stockpicker oder der aggressivere Deutschlandfonds von Heinrich Morgen es nicht bis an die Spitze geschafft haben. Der Platzhirsch DWS hat sie verdrängt. Die Investmentgesellschaft belegt alle drei Plätze auf dem Siegertreppchen.

          „Heftigere Kursschwankungen“ erwartet

          „Wir haben uns intensiv mit einzelnen Aktien auseinandergesetzt und hatten bei der Auswahl ein glückliches Händchen“, freut sich DWS-Manager Gebhardt. Er war optimistisch für deutsche Aktien und investierte in Wachstumswerte wie Solarworld, United Internet und Fresenius. Zudem profitierten Anleger von der Teilnahme an den gelungenen Börsengängen von Demag Cranes, Klöckner und Bauer. Für 2007 erwartet der Profi zweistellige Renditen. „Anleger müssen aber auf heftigere Kursschwankungen gefasst sein als im Vorjahr.“

          So ähnlich lauten auch die Prognosen für die Emerging Markets. Dort konnten Anleger im vergangenen Jahr viel Geld verdienen, am meisten mit nur vier Ländern: Brasilien, Russland, Indien und China, kurz Bric. Diese Buchstaben-Fonds stellen alle anderen Emerging Market Fonds in den Schatten. Am hellsten leuchten die Bric Stars der Allianz Global Investors. „Der klare Fokus auf Konsum- und Finanzwerte aus China hat sich ausgezahlt“, sagt Fondsmanager Grant Cheng. „Jetzt ist der Markt aber heißgelaufen, einige Aktien sind überzogen teuer.“ Von einer Blase möchte Cheng aber nicht reden. Anders als viele Technologieunternehmen zur Jahrtausendwende, machten chinesische Unternehmen Gewinne. Um 20 Prozent sollen sie in diesem Jahr wachsen.

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