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Fondsstatistik : Die Branche erholt sich

Bild: F.A.Z.

Die Fondsbranche kann mit dem Jahr 2010 zufrieden sein. Der Nettomittelzufluss liegt wieder auf einem gewohnten Niveau, wenngleich die Spuren der Finanzkrise noch immer zu sehen sind.

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          Die deutsche Fondsbranche ist glücklich. Bis November flossen nach der aktuellen Statistik des Branchenverbandes BVI im vergangenen Jahr netto 8,8 Milliarden Euro in Aktienfonds. Noch gefragter waren allerdings Rentenfonds, die einen Zufluss von 11,46 und vor allem Mischfonds mit einem Netto-Zufluss von 14,1 Millionen Euro.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Was die Erfolge in Grenzen hielt, war dagegen die niedrige Zinsentwicklung: mehr als 13 Milliarden Euro wurden netto aus Geldmarktfonds abgezogen, so dass das Plus unter dem Strich 22,6 Milliarden betrug.

          Erfolgsjahr für Fonds

          Für die Branche ist das dennoch ein Grund zu feiern. Denn dieser Nettomittelzufluss ist immerhin der höchste seit 2007, wenngleich es doch seit 1999 nur vier schlechtere Jahre gab. Aber darunter waren immerhin die beiden vergangenen. 2008 mussten die Fonds 27,8 Milliarden Euro abgeben, so viel wie noch nie. Und zum ersten Mal seit 1981 war die Bilanz negativ gewesen.

          Besonders das Ergebnis für Rentenfonds kann sich sehen lassen, waren doch die vergangene drei Jahre von Mittelabflüssen gekennzeichnet. Der diesjährige Mittelzufluss dürfte der zweithöchste seit 1992 sein. Mischfonds setzen dagegen ihren Dauererfolg fort. Die Zuflüsse dürften die beiden Vorjahre übertroffen haben, das letzte Jahr mit Mittelabflüssen war 1985.

          Anti-Euro-Tendenz

          Was Wunder also, wenn der Fonds mit dem höchsten Mittelzufluss in diesem Jahr ein Mischfonds war: in den Premium Management Stabilität A der Allianz flossen netto 1,8 Milliarden Euro. Allerdings darf man dies nicht überbewerten: der defensiv im Euroraum anlegende Fonds wurde zu Jahresbeginn neu aufgelegt.

          Insofern ist vielleicht der Erfolg des Dividendenaktienfonds DWS Top Dividende mit einem Mittelzufluss von 1,3 Milliarden Euro, was einem Viertel des aktuellen Volumens entspricht wohl höher zu bewerten. Es zeigt auch deutlich, dass Dividenden Anlegern wichtiger geworden sind.

          Auch der Erfolg der preiswerten indexnachbildenden ETFs. zeigt sich: Immerhin vier der 15 Fonds mit dem höchsten Mittelzufluss waren ETFs. Ansonsten zeigten sich die Anleger eher unentschlossen. Die mit Abstand höchsten Mittelzuflüsse wiesen global anlegende Aktienfonds und ausgewogen weltweit anlegende Mischfonds auf. Nur auf dem Anleihenmarkt ist die Tendenz eindeutig: Raus aus geldmarktnahen und Kurzläuferfonds in Euro und rein in Dollar-Rentenfonds. Eine Anti-Euro-Tendenz zeigt sich auch am Aktienmarkt: Euroland-Fonds sind die großen Verlierer des Jahres.

          Spuren der Finanzkrise

          Die Zahl der Fonds hat sich seit 2008 dagegen nur wenig verändert. Ende November zählte der BVI 2503 Aktienfonds: ein Viertel mehr wie 2007, doch nur 8 Prozent über der Zahl von 2008. Und seit dem vergangene Jahr kam unter dem Strich nur ein einziger hinzu, ebenso nur ein einziger Rentenfonds und lediglich 8 Mischfonds.

          In der Folge sind die Fonds in den vergangenen vier Jahren sukzessive größer geworden: 90 Millionen Euro verwaltete ein durchschnittlicher Aktienfonds, 157 Millionen ein Rentenfonds. Mischfonds sind mit 74 Millionen Euro kleiner.

          Die Finanzkrise ist aber immer noch zu sehen. Mit einem Mittelbestand von 225,4 Milliarden Euro haben diese gerade das Niveau des Jahresendes 2000 überschritten, 2008 und 2007 verwalteten sie noch bedeutend mehr. Auch Rentenfonds liegen mit 160 Milliarden noch unter dem Rekordniveau der Jahre 2005 und 2006.

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