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Fondsperformance : Weizen- und Chinafonds im dritten Quartal vorne

  • Aktualisiert am

Bild: e-fundresearch.com/Lipper

Die besten Fonds des vergangenen Quartals setzten auf den Preisaufschwung bei Weizen und die starke Dynamik an der chinesischen Börse. Beide Produkte sind so genannte Index- oder Commodityfonds. Wer braucht noch aktiv verwaltete Fonds?

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          Wer sich die Wertentwicklung der verschiedenen Fonds im vergangenen Quartal betrachtet und die Kurs- und Preisentwicklung an den verschiedenen Märkten im Hinterkopf hat, wird sich über die sich ergebende Rangfolge kaum wundern.

          An erster Stelle steht mit einem Plus von 46,1 Prozent ein so genannter ETC auf den Weizenpreis. Unter ETC versteht sich ein so genannter Exchange Traded Commodities Fund, der den Dow Jones-AIG Wheat Total Return Sub-Index in Dollar nachbildet. Die Performance ist sicherlich nicht schlecht, zumal ETCs sicherlich günstiger sind als aktiv verwaltete Fonds.

          Weizenpreis lief deutlich nach oben ...

          Die Performance lässt sich zurückführen auf die Tatsache, dass der Weizenpreis in den vergangenen Monaten deutlich zulegte. Da der Weizenpreis im vergangenen Quartal zumindest in Dollar gerechnet deutlicher stieg, als der Weizen-Index von Dow Jones AIG, hätte man mit anderen Produkten sicherlich noch besser abschneiden können. Zum Beispiel mit einem Weizen-Future an der Terminbörse in Chicago direkt. Er hat im vergangenen Quartal im vergangenen Quartal etwas mehr als 61 Prozent zugelegt.

          Bild: FAZ.NET

          Noch besser wäre beispielsweise in Mini-Future von ABN-Amro mit der Isin NL0000466985 oder gar ein Kaufoptionsschein auf Weizen gewesen. Das Zertifikat hat in den vergangenen drei Monaten knapp 180 Prozent in Euro zugelegt, eine gut gewählte Kaufoption hätte sogar bis 250 und mehr Prozent bringen können. Allerdings sind solche Instrumente sehr spekulativ und damit nur für sehr versierte Anleger geeignet. Denn die Verlustbegrenzung und rechtzeitige Gewinnmitnahmen sind zwingend, da sich die Kurse solcher Produkte rasch und stark bewegen.

          ... wie die chinesische Börse

          Am Weizenmarkt selbst scheint eine Korrektur ebenfalls nicht unwahrscheinlich zu sein. Denn erstens war die spekulative Dynamik in den vergangenen Wochen ziemlich ausgeprägt. Zum anderen dürften die Landwirte aufgrund der hohen Preise ihre Anbauflächen in der kommenden Anbauperiode ausdehnen und auf diese Weise in Zukunft für ein zunehmendes Angebot sorgen. Gleichzeitig werden sich die Verbraucher verstärkt nach Substitutionsmöglichkeiten umsehen. Das kann die Nachfrage dämpfen.

          Ähnliches dürfte früher oder später auch der zweitbesten Fondskategorie des vergangenen Quartals blühen. Denn dem gut gelaufenen Weizenfonds folgt in der Performancerangfolge eine breite Palette von China-Fonds. Das bemerkenswerte ist: Sie werden angeführt vom Dow Jones China Offshore 50SMEX, einem börsennotierten Indexfonds mit der Isin DE000A0F5UE8, ohne Ausgabeaufschlag und mit geringen Kosten. Wer braucht aktiv verwaltete Fonds, wenn sie schlechter abschneiden als die günstigen, transparenten und leicht handelbaren Indexprodukte, lässt sich fragen?

          Die chinesischen Binnenbörsen sind inzwischen sehr hoch bewertet und spekulativ überhitzt. Aufgrund der hohen Liquidität im Lande mag diese Entwicklung noch eine Weile andauern und möglicherweise sogar noch ausgeprägter als bisher auch auf die Börse in Hongkong übergreifen. Allerdings dürfte eine deutliche Korrektur nur eine Frage der Zeit sein.

          Entscheidend ist, zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Instrument auf den richtigen Markt beziehungsweise auf den richtigen Trend zu setzen. Das ist sicherlich nicht einfach. Die Tatsache jedoch, dass Index- oder Indexartige Fonds sich in den Ranglisten regelmäßig weit vorne finden, spricht für sich.

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