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Fondsperformance : Juli: Türkei-, China- und Thailandfonds führen

  • Aktualisiert am
          3 Min.

          Nachdem die erste Hälfte des Jahres für Fondsanleger sehr erfreulich verlief, brachte der Juli als erster Monat der zweiten Jahreshälfte für einen Großteil der international verfügbaren Fonds Kursverluste mit sich. Das dürfte angesichts der in den vergangenen Wochen zugenommenen Volatilität kaum verwundern.

          Nach einer Untersuchung der Wiener Fondsanalysten von e-fundresearch.com lagen im Juli nur 35 Prozent von betrachteten 10.917 Fonds im Plus. Im Durchschnitt verloren die Anleger 1,1 Prozent. Türkei- und China-Fonds konnten dennoch stark zulegen.

          Juli war geprägt durch zunehmende Volatilität

          Der vergangene Monat hatte es demnach in sich. Während im ersten Halbjahr 74 Prozent der Fonds im Plus waren, konnten im Juli nur 35 Prozent der 10.917 in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zugelassenen Investmentfonds einen Gewinn verzeichnen. Der durchschnittlich Ertrag seit Jahresbeginn sank von 4,3 auf 3,1 Prozent und der Anteil der Fonds, die einen Gewinn erzielten, von 74 auf 67 Prozent.

          Wie sah die Börsenbilanz im Juli aus? Die Volatilität legte gemessen am VDax in den vergangenen Monaten deutlich zu und erreichte am Mittwoch mit 37,62 Prozent im Tagesverlauf den höchsten Stand seit Mai des Jahres 2004. Sie hat seit Dezember des vergangenen Jahres knapp 130 Prozent zugelegt.

          Der MSCI World Index verlor im Juli 3,5 Prozent seines Wertes und büßte auf diese Weise rund die Hälfte seines vorhergehenden Gewinns seit Jahresbeginn ein. Auch europäische Aktien mussten Verluste in der Höhe von 3,4 Prozent in Kauf nehmen. Dagegen konnten europäische Staatsanleihen nach einem schlechten ersten Halbjahr wieder um 1,5 Prozent zulegen. In Japan verloren Aktien, gemessen am Topix 1,6 Prozent. Besser schnitten asiatische Aktien ab, gemessen am MSCI AC Asia ex Japan gewannen sie im Juli 3,2 Prozent.

          Schwellenländer-Aktien legten im Juli um 3,9 Prozent zu, gemessen am MSCI Emerging Markets Index. Überdurchschnittlich viel gewannen der MSCI India und der MSCI China mit 4,8 und 8,9 Prozent. In Lateinamerika stagnierten die Kurszuwächse im Juli bei 0,1 Prozent.

          Die Turbulenzen am amerikanischen Immobilienmarkt haben sich längst auch auf den europäischen Markt übertragen. Gemessen am FTSE EPRA/NAREIT Europe verloren europäische Immobilienaktien 7,3 Prozent, seit Beginn des Jahres sogar 17,0 Prozent, mehr als doppelt so viel als globale Immobilienaktien (FTSE EPRA/NAREIT Global) mit einem Minus von 8,44 Prozent.

          Russland-, China- und Türkeifonds legten deutlich zu

          Auf der Gewinnerseite standen diesen Monat zahlreiche Schwellenländer. Die Istanbuler Börse schloss mit 13,1 Prozent im Plus und gewann seit Beginn des Jahres 44,2 Prozent. Aber auch Indien und China konnten sich im Juli mit 4,8 und 8,9 Prozent - gemessen am MSCI India und MSCI China - gut behaupten. Auf der Verliererseite stehen vor allem amerikanische Nebenwerte, die gemessen am Russell 2000 um acht Prozent nachgaben. Der S&P 500 verbuchte im Juli ein Minus von 4,4 Prozent.
          Der beste Einzelfonds des Monats Juli war nach Angaben von e-fundresearch.com mit einem Wertzuwachs von 19,1 Prozent der Willerequity Russia and Eastern Europe. Der in der Schweiz zugelassene Fonds ist zu zwei Dritteln in Russland investiert. Auch im Nachbarland Ukraine ließen sich im Juli gute Gewinne erwirtschaften. So legte der Berenberg-Emerging-Ukraine-Fonds von Ralph Luther um 10,8 Prozent zu und rangiert damit auf Rang 16.

          Die besten Fonds des vergangenen Monats legten ihr Geld entweder in der Türkei an oder in Asien. Dort wiederum führten jene Produkte, die in China oder in Thailand investieren. Das dürfte kaum verwundern. Denn in China boomt nach wie vor die Wirtschaft und regt so die Phantasie der internationalen Anleger an. Nicht nur sie scheinen nicht selten ohne Rücksicht auf die Bewertung in den boomenden Markt zu investieren. Sondern das gilt erst recht für die chinesischen Anleger, die getrieben von der starken Liquidität kaum eine Alternative haben, da der lokale Rentenmarkt relativ uninteressant ist und da sie ihre Gelder nicht oder nur unter restriktiven Bedingungen im Ausland investieren können, wenn sie denn wollen.

          Aus diesem Grund kann der Boom an der chinesischen Börse noch eine Weile andauern, auch wenn sie überhitzt aussieht. Die thailändische Börse dagegen ist aufgrund der moderaten Bewertung verlockend. Charttechnisch ist der Markt inzwischen aus einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen. Allerdings gibt es noch gewisse politische Unsicherheiten.

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