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Fondsperformance Januar : Goldminenfonds auf Jahressicht klare Sieger

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Auf einmal drängt wieder alles zum Gold Bild: dpa

Überraschender Blick auf die Top-Aktienfonds der vergangenen zwölf Monate: Die ersten fünf investieren allesamt in Goldminenaktien.

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          Indonesien und Thailand waren im Januar Spitzenreiter an den Weltbörsen (vgl. "Asien-Börsen feiern ein Comeback"). Kein Wunder also, dass die entsprechenden Länderfonds ebenfalls die Spitze der Performance-Listen zieren.

          Wobei die Dresdner Bank-Tochter Dresdner RCM mit ihren beiden Fonds auf den ersten Rängen positiv auffällt, und sich der Indonesien-Fonds auch in längerer Perspektive sehen lassen kann (vgl. "Die besten Aktienfonds im Januar 2002").

          Goldminenfonds auf Zwölfmonatssicht top

          Die eigentliche Überraschung liefert aber ein Blick auf die Performance der vergangenen zwölf Monate: Die ersten fünf sind allesamt Fonds, die in Goldminenaktien investieren (vgl. "Die besten Fonds auf Jahressicht")! Und seit Ende Januar ist der Aufwärtstrend des Goldpreises noch steiler geworden. Was ist los mit dem Goldpreis, und kann das so weiter gehen?

          Pierre Martin, Manager des erfolgreichen „DWS Goldminenaktien Typ 0“, ist zuversichtlich, dass sich der Goldpreis langfristig über 300 Dollar hält. „Die Goldrally dauert nun schon seit November 2000, und es gibt eine Reihe von Gründen, dass es weitergehen kann“, so der Experte.

          Die aktuelle steile Rally stammt vor allem von Sicherungskäufen der japanischen Konsumenten aufgrund der neuen Bestimmung, dass Bankeinlagen nur noch bis zehn Millionen Yen (rund 80.000 Dollar) gesichert sind. „In den letzten 50 Tagen haben Japaner etwa zwei Tonnen pro Tag gekauft“, erklärt Martin. Das könne durchaus noch weitergehen, und auch Nachahmer in anderen Ländern wie Argentinien finden.

          Auch strukturelle Argumente für Gold

          Aber er nennt auch Argumente, die über die aktuelle Krise hinaus wirksam sind: Da ist zum einen die Konsolidierung im Goldminensektor. Die Kapazitäten wurden wegen des zuvor niedrigen Goldpreises gekürzt, woraus Martin etwa 100 Tonnen weniger Produktion in diesem Jahr erwartet. Dazu kommen die niedrigen Zinsen, die Goldverkäufe zu Gunsten von Bonds unattraktiver machten.

          Außerdem gebe es wegen des gestiegenen Goldpreises weniger Druck auf den Markt durch Hedging-Geschäfte der Produzenten. Auch von den viel zitierten Goldbeständen der Zentralbanken erwartet der Fondsmanager weniger Verkaufsdruck, da etwa Kanada fast keine Goldreserven mehr habe. Dazu kommt das „Washington Agreement“, in dem sich 15 Notenbanken verpflichtet haben, bis 2004 nicht mehr als 400 Tonnen jährlich auf den Markt zu werfen. Die größten Reserven lägen in den USA, Deutschland und Frankreich, wo die Verkaufsbereitschaft ohnehin gering sei.

          Alles in Allem stehe der Goldnachfrage von etwa 3.900 Tonnen dieses Jahr ein etwa gleiches Angebot gegenüber, das sich aber durch den Wegfall von Hedging-Verkäufen noch um etwa 300 Tonnen verringern könne.

          Nur als Beimischung!

          Also eine Reihe von Argumenten, die den Preis des gelben Metalls - und damit die Minenaktien - stützen könnten. Was nicht heißt, dass der erratische Goldpreis nicht auch ohne fundamental erkennbaren Grund jederzeit unter Druck kommen kann.

          Südafrikanische Minen meidet Martin übrigens wegen der Rand-Schwäche, Australien hat er übergewichtet und setzt ansonsten auf kleinere Minen in Kanada.

          In ein wachstumsorientiertes Aktiendepot würde der Experte Goldfonds mit einer Quote von zwei bis fünf Prozent beimischen. Martin erinnert daran, dass es sich bei den Goldminenaktien um eine relativ kleine Branche handelt. „Mit 35 Milliarden Dollar erreicht der Sektor etwa die Marktkapitalisierung von McDonald's“, meint der Fondsmanager.

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