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Fondsmanager : Enttäuscht von den Schwellenländern

Fondsmanager laufen gerne in die Falle Bild: iStock

Schwellenländerfonds haben stark an Wert verloren. Deren Manager stehen jetzt blamiert da. Und nun?

          Jetzt also Venezuela. Voller Wut gehen die Menschen in diesen Tagen auf die Straße, protestieren gegen gewaltige Preissteigerungen, gegen Korruption und die ständigen Versorgungsengpässe, die man ihnen zumutet in einem Land, das zu den ölreichsten Regionen der Welt gehört. Dass sich diese Wut irgendwann einmal Bahn brechen muss in einem Staat, der sozialistisch-autoritär regiert wird, mag selbst die Menschen im fernen Deutschland gar nicht so sehr verwundern - welches Volk lässt sich schon gerne dauerhaft unterdrücken?

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und doch gibt es eine Berufsgruppe, die nicht so recht zu glauben scheint, was da im Lande vor sich geht: die Fondsmanager. Und zwar besonders diejenigen unter ihnen, die auf Schwellenländer spezialisiert sind. Sie bleiben trotz der Unruhen in dem Land investiert. Unter den Experten galten sowohl die Anleihen als auch die Aktien des lateinamerikanischen Landes lange als Geheimtipp: Die Anleihen brachten enorme Renditen, die Aktien stiegen ohne Unterlass - genau das, was man braucht, um dem eigenen Portfolio so richtig Schwung zu verleihen.

          Nun ist Venezuela sicher ein Spezialfall, und keiner weiß genau, wie sich die Lage dort entwickeln wird. Aber in gewisser Weise könnte sich hier in den kommenden Wochen wie unter dem Brennglas das wiederholen, was den Anlagefachleuten in den vergangenen Monaten in vielen anderen aufstrebenden Märkten widerfahren ist - enorme Kursverluste bei Aktien und bei Anleihen.

          Die vergangenen Monate waren eine Herausforderung

          In die Falle zu laufen, ist nämlich bei den meisten Fondsmanagern keineswegs die Ausnahme, sondern - man muss es leider so hart sagen - ein festes Muster: Sie sehen das Unheil meist nicht kommen. Und wenn es dann da ist, reagieren sie viel zu spät. Mit einem Satz: Ihr vermeintlicher Vorteil gegenüber anderen Investoren (nämlich die Schwellenländer und die dortigen Unternehmen besonders gut zu kennen), bringt ihren Anlegern am Ende gar nichts.

          Das ist die bittere Bilanz, die sich aus einer Untersuchung des Analysehauses Morningstar für die F.A.S. ergibt. Danach haben es in den vergangenen zwölf Monaten überhaupt nur eine Handvoll Fonds geschafft, eine positive Wertentwicklung zu erzielen. Auch Größe schützte vor Verlusten nicht: Gerade Fonds, in denen Milliarden an Anlegergeldern stecken wie der Aktienfonds „Aberdeen Global Emerging Markets“ oder der Anleihefonds „Templeton Emerging Markets Bond“ notieren ebenfalls im Minus.

          Die besten und größten Schwellenländerfonds Bilderstrecke

          Natürlich waren die vergangenen Monate selbst für gestandene Investmentprofis eine Herausforderung, keine Frage. Da gab es, ausgehend von Argentinien, Währungsturbulenzen, die in Windeseile auf große Schwellenländer wie Brasilien oder Indien übergriffen. Da gab es die Sorge vor einem deutlichen Rückgang der chinesischen Wirtschaft, von deren Nachfrage viele Schwellenländer stark abhängen. Und da gab es die amerikanische Notenbank Fed, die erstmals im Mai 2013 ankündigte, weniger amerikanische Anleihen aufzukaufen als bisher und dies dann zum Ende des Jahres auch tatsächlich tat. Die Folge: In Amerika steigen die Anleihezinsen seitdem wieder deutlich an, und viele Anleger holen ihr Geld aus den Schwellenländern zurück in die Vereinigten Staaten - bei höheren Zinsen bunkern sie ihr Geld eben lieber in der Heimat. Aus vielen Schwellenländerfonds flossen deswegen Millionen ab.

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