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Fondshaftung : AWD droht Massenklage wegen Dreiländerfonds

  • Aktualisiert am

Der so genannte Dreiländerfonds hält AWD weiter auf Trab. Nun droht eine Anwaltskanzlei, in mindestens 200 Fällen wegen falscher Anlageberatung Klage einzureichen

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          Dem Finanzdienstleister AWD drohen weitere 200 Schadenersatzklagen von Anlegern wegen seines ehemaligen Dreiländerfonds. Eine Anwaltskooperation um den früheren Bundesinnenminister Gerhart Baum kündigte am Donnerstag, einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz des AWD, die gerichtlichen Schritte an, nachdem eine außergerichtliche Einigung nicht zu Stande gekommen sei. In mindestens 200 Fällen werde man wegen falscher Anlageberatung Klage einreichen, hieß es in einer Mitteilung.

          Um den vom AWD vertriebenen und empfohlenen Dreiländerfonds - einem von der Stuttgarter Kapital Consult aufgelegten Immobilienfonds - gibt es bereits seit mehreren Jahren gerichtliche Auseinandersetzungen mit enttäuschten Anlegern. Der Fonds war als Anteilseigner des Musicalveranstalters Stella durch dessen Insolvenz in Schwierigkeiten geraten. Gewinnausschüttungen blieben aus, der Wert der Fonds-Anteile sank erheblich.

          AWD sieht geringere Zahl an Klagen

          In zwei Fällen wurde der AWD vom Oberlandesgericht Celle zu 64.000 Euro Schadenersatz verurteilt. Dagegen hatte der AWD Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt, über die noch nicht entschieden ist. Die Aussage von Baum, das bereits 400 Klagen gegen den AWD anhängig seien, wies der AWD zurück. Nach Angaben des Finanzdienstleisters vom Donnerstag laufen daneben zurzeit 50 Klagen mit einer Schadenssumme von weniger als drei Millionen Euro.

          Die Zahl von 200 Anlegern, die Baum angeblich vertrete, könne der AWD nicht nachvollziehen. Der AWD sei lediglich in Einzelfällen zu außergerichtlichen Einigungen bereit, aber nicht generell, wie Baum das wünsche, sagte ein AWD-Sprecher.

          Unternehmen sieht in früherem Urteil keine generellen Versäumnisse

          Das OLG Celle kam in beiden Fällen zu dem Schluss, dass die jeweiligen AWD-Berater fehlerhaft agiert hätten. Sie hätten nicht ausreichend auf die mit der Anlage im Dreiländerfonds verbundenen Risiken hingewiesen und ausschließlich diesen Fonds empfohlen, anstatt für eine Streuung der Anlagen zu sorgen. AWD wies seinerzeit darauf hin, dass das OLG allerdings kein generelles Versäumnis des Finanzdienstleisters gesehen habe.

          Der vom OLG zugebilligte Schadenersatz umfasste nur einen Teil des Anlagevolumens. Gewinnausschüttungen und Steuerersparnisse wurden eingerechnet. In einem Fall wurde vom Gericht die Hälfte, im anderen ein Drittel des geltend gemachten Schadens anerkannt.

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