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Fondsgesellschaften : Unicredit und Santander planen Allianz

  • -Aktualisiert am

Blick auf das beleuchtete Hauptquartier von UniCredit in Mailand Bild: Reuters

Die italienische Bank Unicredit bot ihre Fondstochter Pioneer bereits zum Verkauf an, fand jedoch keinen Käufer. Nun laufen Gespräche über eine mögliche Fusion mit Santander Asset Management.

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          Die italienische Bank Unicredit und die spanische Bank Santander wollen in der Vermögensverwaltung gemeinsame Wege gehen. Wie Unicredit-Vorstandschef Federico Ghizzoni nun mitteilte, soll eine Vereinbarung bis Ende November unterzeichnet werden. Mit an Bord sind die beiden Beteiligungsfonds Warburg Pincus und General Atlantic. An der neuen Gesellschaft, die ein Vermögen von 328 Milliarden Euro verwalten wird, sollen Unicredit und Santander jeweils ein Drittel halten. Das restliche Drittel geht an die beiden Finanzinvestoren, die in ein paar Jahren aussteigen sollen. Danach sei ein Börsengang des Vermögensverwalters vorgesehen, sagte Ghizzoni.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Fondsgesellschaft von Unicredit, Pioneer Investments, verwaltet in 27 Ländern ein Vermögen von 174 Milliarden Euro. Darunter befinden sich auch Kunden der Hypo-Vereinsbank, der deutschen Tochtergesellschaft von Unicredit. Seit längerem befinden sich Unicredit und die Hypo-Vereinsbank auf einem Schrumpfkurs. Tausende von Stellen werden abgebaut, Filialen geschlossen und Beteiligungen verkauft. In der Mailänder Zentrale wird in diesem Jahr ein Nettogewinn von 2 Milliarden Euro angepeilt.

          In Deutschland ist es Pioneer bis heute nicht gelungen, richtig Tritt zu fassen, obwohl die deutsche Einheit aus der Activest hervorgegangen ist, der ehemaligen Fondsgesellschaft der Hypo-Vereinsbank. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres betreute Pioneer in Deutschland laut Fondsverband BVI 287 Millionen Euro weniger und verwaltet nun in Wertpapierfonds, die sich an die breite Anlegerschaft richten, knapp 11 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank beispielsweise verwaltet in deutschen Publikumsfonds gut 173 Milliarden Euro.

          Pioneer stand bereits zum Verkauf

          Pioneer zählt zu den wenigen international vertretenen Adressen in der Vermögensverwaltung. Die Fondsgesellschaft ist sowohl in Boston als auch in Dublin und Mailand zu Hause. Allerdings fehlt ihr die kritische Größe, um zu den globalen Marktführern aufzuschließen. Blackrock beispielsweise verwaltet mehr als 3400 Milliarden Euro. Eine Zeitlang hatte Unicredit ihre Fondsgesellschaft zum Verkauf gestellt, aber offenbar keinen Käufer gefunden, der bereit war, den Preisvorstellungen in Mailand entgegenzukommen. Daraufhin entschloss sich die Bank, Pioneer doch zu behalten.

          Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zählte damals zu den Interessenten neben Santander auch ein Konsortium um den Finanzinvestor CVC und den Staatsfonds von Singapur, GIC. Für Ghizzoni ist die Vermögensverwaltung von Santander der perfekte Partner für Pioneer. Man ergänze sich geographisch und in den Geschäftsfeldern. Ziel sei es unter die führenden 15 europäischen Vermögensverwalter vorzustoßen. Santander hatte im vergangen Jahr schon die Hälfte ihres Vermögensverwaltungsgeschäfts an Warburg Pincus und General Atlantic verkauft. In Finanzkreisen wird es für möglich gehalten, dass Pioneer in der nun anstehenden Transaktion mit 2 bis 3 Milliarden Euro bewertet wird.

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