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Fondsgesellschaft KBC : Risiken von Anleihen sind höher

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Tom Mermuys Bild: KBC AM

Die belgische Bank KBC konzentriert sich auf Privatkunden und kleine sowie mittlere Unternehmen. Ihre Fondsgesellschaft sieht sich als Experte für Anleihen und führenden Anbieter bei nachhaltigen Fonds. Tom Mermuys ist Stratege.

          2 Min.

          Welche Anlageklasse ist 2014 am empfehlenswertesten?

          Es gibt auf der Suche nach Rendite wenig Alternativen zu Aktien. Steigen die Anleiherenditen auch nur leicht an, frisst das die mageren Erträge auf, die diese derzeit abwerfen. Wir sehen Aktien immer noch positiv, sind aber etwas vorsichtiger geworden. Bei durchschnittlichen Dividendenrenditen um 3 Prozent werden diese immer noch mehr abwerfen als Anleihen oder Festgeld.

          Wie werden sich Aktien 2014 entwickeln?

          Aktien sind nicht mehr spottbillig, aber historisch gesehen immer noch nicht teuer. Amerika liegt etwa im Durchschnitt, Europa sogar etwas darunter, sogar wenn man die Zeit der Technologieblase nicht berücksichtigt. Derzeit brummt die Weltwirtschaft eben nicht, aber der Ausblick verbessert sich. Das stimmt uns positiv. Aktien sind jedenfalls die bessere Option als Anleihen oder Festgeld.

          Wie sehen sie Dividendenaktien?

          Hohe Dividenden von vergleichsweise stabilen Unternehmen sind eine gute Alternative zu den niedrigen Erträgen von Anleihen. Nimmt das Wachstum zu und steigen die Zinsen, sinkt der Wert des Anleihenportfolios. Zwar steigen dann auch die Anleihezinsen, aber in der Regel auch die Aktienkurse. Aktien mit hohen Dividenden schlagen sich oft besser als vergleichbare Aktien mit niedrigeren Ausschüttungen.

          Wie werden sich Anleihen guter Bonität entwickeln?

          Wir sehen diese Anleihen negativ. Das derzeitige Renditeniveau europäischer Investmentgrad-Anleihen kompensiert derzeit nicht den erwarteten Anstieg. Da derzeit die Renditeaufschläge für Italien und Spanien auf einem Zwei-Jahres-Tief liegen, ist auch dort nicht mehr viel zu holen. Unternehmensanleihen profitieren zwar von guten Bilanzen, doch sind die Papiere teuer.

          Muss zur Erzielung zufriedenstellender Erträge das Risiko erhöht werden?

          Ja. Aber Risiken muss man immer eingehen. Die Aktienkurse werden weiter deutlich schwanken, aber wir halten die Risiken für Anleihen für höher.

          Sind Anlagen in Schwellenländern noch empfehlenswert?

          Die Fundamentaldaten der meisten Länder sind weiter robust: niedrige Schulden und  Inflation, starkes Wachstum usw. Zudem reizen die Anleger die höheren Anleiherenditen und unterbewerteten Währungen, besonders nach den Kursverlusten im Vorjahr. Wir empfehlen Anleihen in lokalen Währungen. Interessant sind auch Dollar-Anleihen aus Schwellenländern, nachdem die amerikanische Notenbank ihre Geldpolitik zu revidieren begonnen hat. Allerdings muss man in beiden Fällen mit stärkeren Kursschwankungen rechnen.

          Welche Regionen der Industrieländer sind als Anlageregion am attraktivsten?

          Aktien aus dem Euroraum dürften davon profitieren, dass die Rezession ausgelaufen ist. Die Region ist auch nicht mehr so stark vom deutschen Maschinenbau abhängig, nachdem sich die Wettbewerbsfähigkeit des Südens verbessert hat. Es gibt Potential für positive Überraschungen, auch wenn die Arbeitslosigkeit weiter alarmierend hoch ist und weitere Haushaltsreformen anstehen, die politischer Anstrengungen bedürfen.

          Die asiatischen Märkte weisen derzeit deutliche Bewertungsabschläge gegenüber auf, obwohl sie aufgrund besserer Fundamentaldaten eigentlich eher Aufschläge haben sollten. Die Wende in Amerika und Europa stützt mittlerweile auch die Exporte wieder. Insgesamt finden wir hier das stärkste Wachstum weltweit.

          Was ist ihr Worst-Case-Szenario für 2014?

          Am ehesten noch möglich sind ein Wiederaufflammen der Eurokrise und eine Finanzkrise in China. Für wenig wahrscheinlich, wenn auch nicht für völlig unmöglich, halten wir eine hartnäckige Deflation in Europa, eine Ölkrise oder eine dramatische Haushaltskrise in den Vereinigten Staaten. Im letzteren Fall würde nur noch helfen, ein tiefes Loch zu graben und sich darin zu verstecken. Und natürlich kann es auch immer Krieg, Terroranschläge oder große Naturkatastrophen geben.

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