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Fondsgesellschaft Jyske Invest : Aufwärts an der Wand der Bedenken

  • Aktualisiert am

Flemming Larsen , Jyske Invest Bild: Jyske Invest

Jyske Invest ist die Fondsgesellschaft der zweitgrößten dänischen Bank. Flemming Larsen ist Leiter der Investmentabteilung.

          2 Min.

          Welche Anlageklasse ist 2014 am empfehlenswertesten?

          Wir empfehlen Aktien in einem gemischten Fonds überzugewichten. Der starke Kursanstieg im vergangenen Jahr hat die Bewertung nur auf den historischen Durchschnitt erhöht. Wir rechnen mit einem Ertrag von 5 bis 10 Prozent, davon ausgehend das das Wachstum der Weltwirtschaft anzieht und die Notenbanken die Zinsen noch lange niedrig halten.

          Wie werden sich Aktien 2014 entwickeln?

          Die Aktienkurse werden weiter eine Wand der Bedenken hochklettern. Anleger dürften weiter Geld vom Anleihenmarkt auf den Aktienmarkt umschichten. Die Unternehmensgewinne werden steigen, die Bilanzen sind stabil und die Manager haben weiterhin höhere Margen und Erträge im Blick. Fusionen und Unternehmenskäufe könnten 2014 zunehmen.

          Wie sehen sie Dividendenaktien?

          Wir ziehen Aktien von Unternehmen mit attraktiver Bewertung, hoher Gewinn- und Preisdynamik und hoher Qualität vor. Wir haben keine Präferenz für Dividendenwerte.

          Wie werden sich Anleihen guter Bonität entwickeln?

          Wir sehen noch Potential in Unternehmensanleihen, ziehen aber Hochzinsanleihen den Investment-Grad-Papieren vor. Die Zahlungsausfälle werden nicht zunehmen. Allerdings wird die Qualitätsbreite zunehmen. Bei einigen Unternehmen wird aufgrund höherer Schulden und/oder geringerer Gewinne die Verschuldung ansteigen.

          Muss zur Erzielung zufriedenstellender Erträge das Risiko erhöht werden?

          Das ist seit drei oder vier Jahren angesichts niedrigere Zinsen eine Schlüsselfrage. Höhere Risiken einzugehen hat sich seit dem Frühjahr 2009 als das richtige Vorgehen erwiesen. Anleger sollten aber immer Ertrag und Risiko im Auge haben. Einen generellen Rat haben wir nicht. 

          Welche Anlagen eignen sich zur defensiven Positionierung bzw. Risikosteuerung eines gemischten Portfolios?

          Ein gemischter Fonds aus Aktien, traditionellen Anleihen, Schwellenländeranleihen und Unternehmensanleihen bietet viel Diversifizierung. Noch immer kann die experimentelle und aggressive Politik der Notenbanken sowohl zu einer höheren Inflation als auch einer hartnäckigen Deflation führen. Anleger sollten einen Fonds wählen, der beiden Szenarien Rechnung trägt und nicht auf eines davon wetten.

          Sind Anlagen in Schwellenländern noch empfehlenswert?

          Wir sehen sowohl in Aktien als auch Anleihen aus Schwellenländern noch Potential. Die Weltwirtschaft wird sich 2014 weiter verbessern. Die steigenden Renditen in Amerika werden aber den Märkten schmecken und so erwarten wir nur bescheidenen Renditeanstiege in den Schwellenländern. Wachstum und steigende Exporte könnten auch die Stimmung auf der Währungsseite deutlich verändern. Der größte Risikofaktor bleiben ein enttäuschendes Wachstum und ein steiler Renditeanstieg in den Vereinigten Staaten.

          Welche Regionen der Industrieländer sind als Anlageregion am attraktivsten?

          Wir sehen Potential und Dynamik in Japan. Der aktuelle Abwertungstrend des Yen bringt vielen Unternehmen deutliche Gewinnzuwächse. Im Gegensatz zu den meisten anderen Märkten ist der Treiber damit hauptsächlich ein Anstieg der Gewinne. Das heißt auch, dass es weiteren Bewertungsspielraum im Verhältnis von Preis und Ertrag gibt, wenn die positive Entwicklung anhält.

          Was ist Ihr Worst-Case-Szenario für 2014?

          Die größten Risiken kommen von steigenden Renditen, einer Wachstumsschwäche der Schwellenländer und stärkerer Sorgen um eine europäische Schuldenkrise. Das Worst-Case-Szenario wäre die Rückkehr zu niedrigem Wachstum bzw. einer Rezession, in der viele westliche Länder  von hohen Schulden und Haushaltsdefiziten dominiert werden.

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