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Fondsgesellschaft Barings : Favorit sind britische Aktien

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Hartwig Kos, Barings Bild: Barings

Die britische Fondsgesellschaft Barings gehört zum amerikanischen Versicherer Mass Mutual. Der Österreicher Hartwig Kos ist Experte für gemischte Anlagen.

          2 Min.

          Welche Anlageklasse ist 2014 am empfehlenswertesten?

          2014 wird wohl ein Jahr der eher langweiligen Renditen. Aktien werden sich besser entwickeln als Anleihen, aber nicht viel. Keine Anlageklasse ist so richtig super-attraktiv

          Wie werden sich Aktien 2014 entwickeln?

          Nach dem starken Kursanstieg im Vorjahr sind Aktien zwar eher fair bewertet. Wir sehen sie aber sogar positiver als früher. Zwar könnte eine kleinere Korrektur kommen, aber mittel- bis langfristig sind die Aussichten jedenfalls gut.

          Wie sehen sie Dividendenaktien?

          Dividendenaktien sind nun schon seit fünf Jahren ein großes Thema, weil sie oft ähnlich wie Anleihen sind. Bei steigenden Zinsen werden sie sich aber schwächer entwickeln. Wir sehen derzeit in Wachstumsaktien bessere Renditechancen. Dividendenaktien fehlt auf dem derzeit niedrigen Zinsniveau der treibende Faktor und so könnten sie Gegenwind bekommen.

          Wie werden sich Anleihen guter Bonität entwickeln?

          Anleihen haben einige Jahre gute Renditen gewährt. Jetzt ist das weniger der Fall. Wir haben die Abhängigkeit unseres Portfolios von der Zinsentwicklung deutlich reduziert und ziehen Hochzinsanleihen vor. Derzeit bieten sie noch gute Risikoprämien.

          Muss zur Erzielung zufriedenstellender Erträge das Risiko erhöht werden?

          Zwangsläufig. Mit einer größeren Quote von Aktien und Hochzinsanleihen steigt das Risiko unweigerlich. Darauf sollten Anleger achten. Für Hochzinsanleihen gilt etwa, dass das Risiko deutlicher zunimmt als es viele Modelle darstellen. Es gibt herkömmliche Risiko-Modelle, die zu dem Ergebnis gelangen, dass Hochzinsanleihen weniger riskant seien als amerikanische Schatzanweisungen. Das ist aber ein Trugschluss.

          Welche Anlagen eignen sich zur defensiven Positionierung bzw. Risikosteuerung eines gemischten Portfolios?

          Dividendenaktien sind unter diesem Aspekt immer noch ein legitimes Investmentthema. Auch Hochzinsanleihen eignen sich als defensive Beimischung in einem Aktienportfolio. Jedenfalls sind Absicherungsgeschäfte 2014 Pflicht.

          Sind Anlagen in Schwellenländern noch empfehlenswert?

          Wir haben hier eine zweigeteilte Situation. Beispielsweise sind Taiwan und Südkorea sehr attraktiv. Auch China ist interessant, da der Markt günstig bewertet ist. Die Nachfrage aus den Industrieländern wird ansteigen. Insgesamt ist aber China auch etwas wie der Einäugige unter den Blinden. Wenig attraktiv sind Länder wie Indonesien, Südafrika oder die Türkei.  Dort wertet die Landeswährung Lira gerade stark ab. Das wird die Inflationsraten deutlich nach oben treiben, was das Krisenpotential erhöht. Die Nationalbank hat schon bisher eine komplizierte Zinspolitik betrieben und ist in einer sehr schwierigen Lage.

          Welche Regionen der Industrieländer sind als Anlageregion am attraktivsten?

          Unser Favorit sind britische Aktien. Die britische Wirtschaft und der dortige Aktienmarkt sind zwei verschiedene Dinge. Letztere ist aufgrund seiner Internationalisierung sehr wachstumssensitiv. Vor allem britischen Investoren bieten sich gute Chancen, aber auch für Euro-Anleger, sofern sie die Währungsrisiken absichern. Auch Japan ist aufgrund des schwächeren Yen interessant. Der Euroraum hat noch zu viele Probleme und die Vereinigten Staaten sind recht teuer.

          Was ist Ihr Worst-Case-Szenario für 2014?

          Das derzeit positive Wachstumsszenario könnte sich eintrüben. Das gilt für die Vereinigten Staaten, aber auch für Deutschland, weil sich Japans Wettbewerbsfähigkeit durch den fallenden Yen stetig verbessert. Das halten wir zwar nicht für sehr wahrscheinlich, aber ein Risiko ist immer da. Da aber am Aktienmarkt derzeit jeder eine größere Korrektur erwartet und defensiv handelt, sehen wir dort derzeit keine unmittelbare Bedrohung.

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