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Fondsbilanz : Der goldene Monat Januar

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Der Januar war auch für Fonds ein goldener Monat Bild: REUTERS

Aktienfonds machten sich im Januar nicht gut - es sei denn als Shortfonds. Der Triumph gehörte aber angesichts eines Allzeithochs vor allem den Goldfonds, die auch auf Sicht der vergangenen drei Jahre nicht schlecht abschneiden.

          Der vermutlich traurigste Januar an den Aktienbörsen der Bundesrepublik nähert sich seinem Ende und hat in den Fondsdepots der Anleger zum Teil heftige Verwüstungen hinterlassen.

          Gleich drei Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland stürzten an das Ende der Wertentwicklungsliste von weit über 5.000 Investmentfonds. Jeder vierte der 20 Fonds mit der schwächsten Wertentwicklung gehört zu dieser Anlageklasse und mussten Wertverluste von 20 Prozent bis zu einem Drittel in einem einzigen Monat beklagen.

          Aktien flopten...

          19 der 20 „Flop-Fonds“ waren Aktienfonds, lediglich der Challenger Global Four Fonds der Fondsgesellschaft M.M. Warburg-Luxinvest wird vom Dienstleister Lipper als global anlegender Mischfonds klassifiziert, läuft bei der Fondsgesellschaft selbst aber als Aktienfonds und war in diese Anlageklasse sogar zu 104,3 Prozent investiert.

          Die besten Fonds des vergangenen Monats entstammen, wie nicht anders zu erwarten, aus den Anlageklassen, auf die sich im Januar die verschreckten Aktienanleger reflexartig stürzten.

          Ein Drittel der 20 besten Fonds waren Rentenfonds. An der Spitze jedoch stehen keine in Anleihen investierte Fonds, sondern der Beleg, dass die Wertverluste der Aktien die Wertzuwächse andere Anlageklassen offenbar übertrafen.

          ... außer als Verkaufsschlager

          Die Spitze der Hitliste wird von zwei Strategiefonds gebildet, die auf fallende Aktienkurse setzen, zwei Indexfonds, jeweils auf den ShortDax bzw. den Eurostoxx 50 Short. Beide Anlagevehikel verzeichneten ein Kursplus von mehr als 15 Prozent in diesem kurzen Zeitraum und trösteten damit die Anleger über die Seitwärtsentwicklung hinweg, die sie in den Monaten davor seit ihrer Auflage im Juni verzeichneten.

          Beide Fonds stammten übrigens aus dem Hause Deutsche Bank, die sich damit sehr erfolgreich präsentiert, stammen doch auch die Nummern drei und vier auf der Liste aus der Bankengruppe.

          Goldener Monat

          Wie sollte es anders sein: Was machte nach fallenden Aktienkursen noch Furore? Ein Allzeithoch des Goldpreises. Das verschaffte (nicht nur) dem DWS Gold Plus und dem DWS Invest Gold and Precious Metals Equities Wertzuwächse von mehr als zehn Prozent. Ein Drittel der Topfonds nahmen sich dieses Anlagethemas an. Auch im vergangenen Jahr konnten die Fondsrenditen sich sehen lassen.

          Gut bekam der Monat auch einigen Hedge-Fonds. HWB Capital Management konnten sich gleich mit zwei Fonds unter den Spitzenreiten plazieren, darunter mit dem Victoria Strategies, der sich als klassischer Hedge-Fonds versteht, der zwar keine direkten Shortpositionen aufbaut, aber im Bedarfsfall Aktienpositionen über
          Futures absichert.

          Flexibilität dominiert

          Überhaupt war Flexibilität Trumpf. So gehört zu den besten Fonds auch der M&W Privat, seines Zeichens ein vermögensverwaltender Superfonds, der flexibel in alle Anlageklassen investieren kann und unabhängig von Vergleichsindizes agiert. Zum Jahresende hatten die Manager den Aktienanteil auf 17,7 Prozent herunter gefahren, stattdessen ein Drittel Renten und ein Viertel Edelmetalle im Depot. Das zahlte sich aus.

          Auf Jahresbasis können die meisten dieser flexiblen Misch- und Superfonds anständige, zweistellige Renditen erwirtschaften, wurden dabei aber deutlich von den Goldfonds geschlagen. Einzig der „Victoria Strategies“ kann an die goldenen Renditen heranreichen.

          Die Bilanz der Rentenfonds ist dagegen gemischt. Rund sechs Prozent Plus konnte der INKA Rendite Strategie Plus verzeichnen, die Hälfte der Fonds aber brachte weniger Zuwachs als ein gutes Sparbuch.

          Und noch schwächer wird die Bilanz auf Sicht von drei Jahren: Einer der Top-Fonds des Januar, der Mediolanum Challenge Japan Yen Bond bescherte den Anlegern in diesem Zeitraum 15,5 Prozent Verlust.

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