https://www.faz.net/-gvf-10shx

Fondsbericht : Zuflucht am kurzen Laufzeitende

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Risikoarme Rentenfonds profitieren von der Finanzkrise. Vor allem kurze Restlaufzeiten dominieren, während das Thema Inflation aus dem Fokus verschwunden ist.

          2 Min.

          Angesichts der neuen Panikattacken an den Kapitalmärkten in der Folge des Zusammenbruchs der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers können die lange Zeit von den Anlegern vernachlässigten klassischen Rentenfonds mit sicheren Staatsanleihen wieder ihre Stärken ausspielen.

          Kurzfristig betrachtet, stehen diese Fonds allesamt recht gut da. Allerdings haben die Kursverluste aus den Jahren 2006 und 2007 tiefe Spuren hinterlassen, so dass der Markt auch nach den Kursgewinnen der vergangenen Wochen immer noch zweigeteilt ist.

          Kurze Restlaufzeiten dominieren

          Fonds, die in den schwierigen Jahren stark am langen Laufzeitende positioniert waren, befinden sich immer noch auf der Aufholjagd. Da sich die Plazierung in unserer Rangliste für Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko neben der unterdurchschnittlichen Anzahl an Verlustmonaten auch an der Wertentwicklung über die vergangenen drei Jahre orientiert, dominieren derzeit die Spezialisten für Staatsanleihen mit kurzen Restlaufzeiten in der Tabelle. Diese waren von der schwachen Marktphase weniger stark betroffen, was ihnen einen Vorsprung verschafft hat.

          Die im ersten Halbjahr stark gestiegene Inflation im Euro-Raum, die dem Geschäft mit Rentenfonds lange Zeit zusetzte, ist inzwischen nahezu vollständig aus der Wahrnehmung der Anleger verschwunden. In diesen Tagen konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf die sich wieder zuspitzende Finanzkrise und die Folgen der auftretenden Liquiditätsengpässe in einigen Banken.

          Das Ringen um das milliardenschwere Rettungspaket für die amerikanischen Banken sendet derzeit die entscheidenden Impulse für die Kapitalmärkte und damit auch den Anleihemarkt aus. Fundamentale Erwägungen wie Konjunkturabschwächung, Gewinnentwicklung der Unternehmen oder Inflation rücken dagegen in den Hintergrund.

          Staatsanleihen nur als sicherer Hafen interessant

          Allerdings bleibt der Preisauftrieb eine ständige Bedrohung für den Anlageerfolg von Rentenfonds. So angenehm der jüngste Renditerückgang von deutschen und amerikanischen Bundesanleihen für bereits investierte Anleger durch die damit verbundenen Kursgewinne sein mag - die Inflation frisst selbst bei einem Rückgang auf 3 Prozent immer noch den Großteil des Anlageerfolgs wieder auf.

          An dem verbleibenden Rest bedienen sich dann noch der Fiskus und die Fondsgesellschaft, so dass die Attraktivität von Staatsanleihen-Rentenfonds sich derzeit nahezu ausschließlich aus dem Umstand des vergleichsweise „sicheren Hafens“ in der Finanzmarktkrise speist. Immerhin führte dieser Umstand dazu, dass sich der Mittelabfluss aus Rentenfonds im August deutlich verlangsamt hat.

          Absolute Return wird seinem Anspruch gerecht

          In unserer Rangliste mit Rentenfonds, die in der Vergangenheit ein geringes Verlustrisiko aufwiesen, haben sich inzwischen der Absolute-Return-Fonds von Julius Bär sowie der Total-Return-Fonds von DWS Investments in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Ihr Versprechen an die Anleger, einen weitgehend kontinuierlichen Wertzuwachs ohne größere Schwankungen zu erwirtschaften, haben sie damit zunächst einmal erfüllt.

          Die beiden Spitzenfonds beschränken sich bei ihrem Vorgehen auf die Anlage in Anleihen, wobei sie aber durch den Einsatz von Derivaten sowohl von steigenden wie auch von fallenden Kursen profitieren können. Auch Währungsengagements spielen eine bedeutende Rolle in der Portfoliokonstruktion.

          Einige Fonds der Konkurrenz, die ebenfalls mit dem Etikett Total Return oder Absolute Return angeboten werden, beziehen auch andere Anlageklassen ein, so dass sie in der Rangliste keine Berücksichtigung finden können. Für Julius Bär hat sich der Absolute-Return-Ansatz inzwischen zu einem Absatzrenner entwickelt. Das verwaltete Vermögen geht derzeit auf die Schwelle von vier Milliarden Euro zu.

          Weitere Themen

          Aramco will bis zu 22 Milliarden Euro erlösen

          Börsengang : Aramco will bis zu 22 Milliarden Euro erlösen

          Der Konzern gibt Details zum größten Börsengang des Jahres bekannt: In Riad erhofft man sich Erlöse von 22 Milliarden Euro. Privatanleger können die Aktien ab sofort zeichnen. Die Preisspanne für eine Aktie soll bei knapp 7,50 Euro liegen.

          Topmeldungen

          Abwärtstrend der Union : Die verlorene Heimat

          Für viele in der Union war Schwarz-Grün mal eine moderne Idee. Jetzt wächst die Angst, dass die Grünen übermächtig werden – und sie selbst als Juniorpartner enden.
          Ein gepanzerter Polizeiwagen versucht in der Nacht eine Barrikade zu durchbrechen und wird von den Protestlern an der Polytechnischen Universität in Brand gesteckt.

          Krise in Hongkong : Unter Belagerung

          Hunderte Hongkonger Aktivisten harren auf dem Campus der Polytechnischen Universität aus. Die Polizei hat das Gelände umstellt – und droht mit dem Einsatz scharfer Munition.

          DFB-Team vor EM 2020 : Der Zauber lässt sich nicht zurückholen

          Vor der EM 2020 sollen bei der DFB-Elf die Kräfte von 2010 reanimiert werden. Die Analogie liegt auf der Hand. Wie damals wurde die Auswahl verjüngt, Hierarchien wurden aufgebrochen. Doch so leicht ist das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.