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Fondsbericht : Weniger Rendite heißt nicht weniger Risiko

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Wer sein Geld breit gestreut anlegt, kann das Risiko verringern. Dabei müssen hohe Renditen nicht mit einem deutlich größeren Schwankungsrisiko einhergehen. Leider gilt das nicht umgekehrt.

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          Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko müssen sich nicht nur bezüglich ihrer Rendite mit der Konkurrenz messen, sie müssen zusätzlich ein spürbar geringeres Risiko aufweisen. Was die Rendite angeht, so bleiben in unserem wöchentlichen Fondsvergleich Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko nennenswert hinter den Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung zurück.

          Dabei ist folgendes wichtig: Viele Fondsanalysen basieren auf einem Vergleich klar abgegrenzter Anlagesegmente. Sie fragen etwa danach, welcher Fonds sich am besten eignet, um in den chinesischen Aktienmarkt oder in deutsche Nebenwerte zu investieren.

          Profil statt Schwerpunkt

          Unser Vergleich hingegen, für den das Fondsanalysehaus Lipper jede Woche die Daten liefert, geht einer anderen Frage nach: Wenn ich etwa einen Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko suche, welcher bietet auf Basis seiner Drei-Jahres-Rendite das attraktivste Chance-Risiko-Profil? Diese Frage beantwortet der Vergleich im Wechsel für Aktien-, Renten- und Mischfonds, und zwar jeweils für die Kategorien geringes Verlustrisiko, beste Wertentwicklung und stabiler Ertrag.

          Für Aktienfonds zeigen sich hier spürbare Unterschiede. Die Rangliste der besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag wird von Fonds dominiert, die ihren Anlageschwerpunkt entweder auf den Großraum China oder auf Asien-Pazifik ex Japan legen (vgl. IT-Branchenfonds rücken unter die besten Aktienfonds vor). In der Liste der 30 Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung stechen Länderfonds mit einem Schwerpunkt jeweils auf Indien, Brasilien und China hervor - ihr Fokus ist also noch enger gefasst (vgl. Fondsbericht: Hohe Renditen mit hohem Risiko). Unter den Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko finden sich mit wenigen Ausnahmen keine Länderfonds, sondern vor allem Regionenfonds aus den Anlagesegmenten Schwellenländer Global, Asien-Pazifik ex Japan oder allgemein global anlegende Fonds.

          Hier bestätigt sich ein altbewährtes Prinzip für die langfristig erfolgreiche Geldanlage, der Anleger sollte sein Vermögen diversifizieren - oder populär ausgedrückt: Er sollte nicht alle Eier in einen Korb legen. Mit Diversifikation lässt sich zwar nicht die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts reduzieren, dafür jedoch die Wucht, mit der ein eventueller Verlust auf das Vermögen durchschlägt.

          Rendite auch ohne viel größerer Kursschwankungen

          Allerdings sind die Renditeunterschiede im Drei-Jahres-Zeitraum, der unserem Vergleich zugrunde liegt, beträchtlich: Mit rund 41 Prozent schafft es der Neptune Japan Opportunities A Acc als bester Fonds an die Spitze der Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko. Der erfolgreichste Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung, der AIG India Equity, erreichte in den vergangenen drei Jahren hingegen eine Rendite von kumuliert 80 Prozent. Eine relativ geringe Rendite von gut 20 Prozent über drei Jahre genügt, um es an die Spitze unter den Aktienfonds mit stabilem Ertrag zu schaffen. Dies war zuletzt der First State Greater China Growth.

          Um die höchste Rendite unter diesen drei Spitzenreitern zu erreichen, muss der Anleger übrigens noch nicht einmal nennenswert höhere Kursschwankungen in Kauf nehmen. Die Schwankungsanfälligkeit wird dabei mit Hilfe der Standardabweichung gemessen, die deshalb möglichst niedrig sein sollte. Beim besten Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko beträgt sie 21 Prozent, beim erfolgreichsten Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung gut 28 Prozent und beim besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag knapp 28 Prozent.

          Risiko auch ohne viel größere Rendite

          Damit fallen die Unterschiede nicht auffallend hoch aus. Allerdings sind die Unterschiede im breiten Feld auffälliger: Bei Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko bleibt die Standardabweichung im Vergleich der Fonds unserer Liste klar unter 30 Prozent, während sie bei den Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung je nach Produkt derzeit zwischen 10 Prozent und 48 Prozent liegt.

          Deshalb lautet die gute Nachricht für Anleger: Es gibt Aktienprodukte, bei denen die hohe Rendite nicht mit einem gestiegenen Risiko heftiger Kursausschläge einhergeht. Die schlechte ist: Umgekehrt senkt der Verzicht auf Rendite aber auch nicht das Risiko.

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