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Fondsbericht : Wechselkursgewinne als Renditeturbo

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Währungswetten verleihen den am besten laufenden Rentenfonds derzeit ihre Rendite. Unter den Fondsmanagern gelten sie als erheblich sicherer als früher. Vor allem Anleihen in türkischer Lira werden empfohlen.

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          Die andauernd schwierige Situation auf dem Markt für Euro-Staatsanleihen erweist sich als Steilvorlage für Rentenfonds, die sich auf Anleihen in teilweise exotischen Währungen spezialisiert haben. Ihnen steht mit potentiellen Wechselkursgewinnen eine zusätzliche Ertragsquelle zur Verfügung. Damit sind sie zwar wesentlich schwankungsanfälliger als Euro-Rentenfonds. Die Fonds, bei denen die Währungswetten aufgehen, stehen derzeit aber im Wettbewerbsvergleich nahezu konkurrenzlos da.

          Deutlich wird dieser Trend bei einem Blick in unsere aktuelle Rangliste mit Rentenfonds, die über die vergangenen drei Jahre die beste Wertentwicklung vorweisen können. Mit gleich vier Fonds ist dabei die belgische Fondsgesellschaft KBC Asset Management in der Spitzengruppe vertreten. Der starke Auftritt ist dem Umstand zu verdanken, dass sie als einziger Anbieter schon länger als drei Jahre Rentenfonds anbietet, die ohne Währungsabsicherung in lokale Anleihen europäischer Schwellenländer investieren.

          Renditetipp: Anleihen in türkischer Lira

          Ausgerechnet der Fonds mit einer Ausrichtung auf türkische Schuldtitel in lokaler Währung, der KBC Renta Try-Renta, steht nach den jüngsten Kursaufschlägen der türkischen Lira und dem ohnehin schon hohen Zinsniveau in dem Land von über 10 Prozent derzeit unter den KBC-Fonds am besten da. In den vergangenen drei Jahren erwies sich die Lira zum Euro als extrem volatil. Nachdem in der Türkei zuletzt aber politische Unwägbarkeiten im Zuge des drohenden Verbots der Regierungspartei AKP ausgeräumt wurden, gewinnt die heimische Währung gerade wieder deutlich an Stärke.

          Dahinter folgen die KBC-Rentenfonds mit einer Ausrichtung auf Anleihen in der polnischen Währung Zloty, in der tschechischen Krone sowie ein Fonds, der das Geld seiner Investoren auf mehrere osteuropäische Währungen verteilt. Diese drei Fonds profitieren nicht zuletzt davon, dass seit Anfang 2003 Zloty, Tschechen-Krone und Forint gegenüber dem Euro aufgewertet haben.

          Sicherere Anlageklasse

          Neben solchen fokussierten Nischenprodukten, mit denen interessierte Anleger ihre Währungswetten selbst setzen können, nimmt inzwischen das Angebot an Schwellenmarkt-Rentenfonds stetig zu, in denen das Fondsmanagement die Auswahl der Währungen vornimmt. Entsprechende Produkte, die schon länger auf dem Markt sind, finden sich schon in unserer Rangliste - wie beispielsweise der Julius Bär Local Emerging und World Express Local Currency Emerging Market.

          Die Anlageklasse sei inzwischen viel sicherer als früher, sagte JP-Morgan-Fondsmanager Jeffrey Grills auf einer Präsentation am Mittwoch (vgl. Schwellenländer-Anleihen: Lokale Währungen rücken in den Mittelpunkt). Die amerikanische Fondsgesellschaft hat seit gut einem halben Jahr einen Rentenfonds mit Schwellenmarktanleihen in lokaler Währung im Programm. Zur Begründung seiner Einschätzung verweist Grills unter anderem auf die starke makroökonomische Entwicklung der Länder in den vergangenen Jahren, die sich in steigenden Währungsreserven, verbesserten Leistungsbilanzen, niedrigeren Inflations- und Verschuldungsraten niederschlage. Dies spiegele sich auch in dem Umstand wider, dass die großen Ratingagenturen seit Beginn der Finanzkrise deutlich mehr Länder herauf- als herabstuften.

          Trotz des insgesamt positiven Trends bleibt eine sorgfältige Auswahl der Titel für den Anlageerfolg entscheidend. So sieht Grills derzeit etwa südafrikanische Anleihen als wenig attraktiv an, da die Realzinsen angesichts des hohen Leistungsbilanzdefizits zu niedrig seien. Zu den bevorzugten Papieren gehören dagegen für ihn türkische Anleihen, die derzeit reale Renditen von annähernd 10 Prozent aufweisen.

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