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Fondsbericht : Wechselkurse bringen Fonds-Rangliste durcheinander

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Schweizer Franken und der australische Dollar werten zum Euro auf. Das kommt einigen Rentenfonds zugute. Die zurückgefallenen Fonds sind nicht schlechter geworden.

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          Lange haben die beiden großen Rentenfonds von Michael Hasenstab unsere Rangliste der 30 besten Rentenfonds mit stabilem Ertrag angeführt. Im Doppelpack dominierten der Templeton Global Total Return und der Templeton Global Bond das Feld zum Teil mehr als anderthalb Jahre lang.

          In der jüngsten Auswertung des Fondsanalysehauses Lipper für diese Anlageklasse liegt der Total Return mit einer kumulierten Rendite von 58 Prozent in den vergangenen drei Jahren auf dem zweiten Rang. Der Global Bond rangiert auf dem neunten Platz.

          Vorzeigefonds behaupten sich

          Doch die beiden Vorzeigefonds der amerikanischen Fondsgesellschaft sind in ihrer Wertentwicklung nicht nennenswert zurückgefallen. Vor einem Jahr kam der Total Return auf eine Drei-Jahres-Rendite von 63 Prozent, heute beträgt sie 58 Prozent. Die Drei-Jahres-Rendite des Global Bond ist von 58 Prozent im September 2010 auf 46,5 Prozent gesunken.

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          In diesem Sommer haben sich vor allem jene Rentenfonds, die von Wechselkursgewinnen bestimmter Währungen profitierten, nach vorne geschoben. So führt nun ein UBS-Fonds in australischen Dollar unsere aktuelle Rangliste an. Der UBS (Lux) Bond Fund - AUD ist so exotisch, dass er selbst auf den Internetseiten der UBS in Deutschland nicht leicht zu finden ist.

          Der Fonds investiert in Anleihen, die auf australische Dollar lauten und vornehmlich von soliden Schuldnern emittiert wurden. Neben Anleihen der australischen Regierung sind Titel einzelner Bundesstaaten und Territorien wie Queensland, New South Wales oder Western Australia im Portfolio vertreten.

          Abgesicherte Währungsinvestitionen

          Wie viele andere Rohstoffwährungen hat der australische Dollar in den vergangenen drei Jahren enorm zum Euro aufgewertet. Im Herbst 2009 bekam der Anleger für einen Euro mehr als 2 australische Dollar, jetzt sind es weniger als 1,35. Genauso, wenn auch aus anderen Gründen, hat der Schweizer Franken zum Euro aufgewertet. Vor drei Jahren bekam der Anleger für einen Euro 1,60 Schweizer Franken. Mittlerweile sind es 1,22 Franken, nachdem die Schweizer Nationalbank jüngst den Mindestkurs zum Euro auf 1,20 Franken festgesetzt hatte. Mitte Juli fiel der Euro zeitweise auf rund 1,10 Franken. Dementsprechend finden sich nun unter den fünf besten Rentenfonds mit stabilem Ertrag drei Fonds, die in Franken denominiert sind.

          Umgekehrt haben andere Währungen zum Euro abgewertet. Damit die Wechselkurse die Anleger nicht zu sehr erschrecken, bieten viele Fondsgesellschaften Fonds mit Währungsabsicherung an, bei denen die Fondsgesellschaft alle Engagements, die der Fonds in Auslandswährungen hält, absichert. Für andere Fonds gibt es spezielle Anteilsklassen mit Währungsabsicherung. Bei diesen wird der Nettoinventarwert des Fonds in der Basiswährung des Fonds, beispielsweise in Dollar, zu 100 Prozent in der Basiswährung der währungsgesicherten Anteilsklasse, beispielsweise in Euro, abgesichert.

          Dennoch sollten sich Anleger, die Rentenfonds kaufen, auch für die Frage interessieren, in welchen Währungen sich der Fondsmanager engagiert. Denn je nachdem, in welche Währungen der Fondsmanager investiert, können die Wechselkursschwankungen neben der Verzinsung, der Laufzeit und der Bonität des Schuldners die Wertentwicklung des Fonds entscheidend beeinflussen.

          Und immer wieder Schwellenländer

          Viele Rentenfondsmanager suchen - sofern es die Vorgaben für ihre Fonds zulassen - Anlagechancen vermehrt außerhalb des Euro- und Dollar-Raums. „Durch die Schuldenkrise hat sich die Qualität vieler Staatsanleihen aus den Industriestaaten verschlechtert“, sagt Detlev Kleis, Anleihenexperte der UBS Global Asset Management. „Die Papiere verloren ihre Sicherheitsfunktion und sind entsprechend unattraktiv.“

          Für interessanter - sowohl von der Bewertung her als auch strukturell - hält er Staatsanleihen aus Schwellenländern. Strukturell sprächen für diese die im Vergleich zu den Industriestaaten geringeren Staatsschulden und besseren Wachstumsaussichten.

          Mit dieser Ansicht steht Kleis nicht allein. Acht ausgewiesene Fonds, die ihren Anlageschwerpunkt auf Anleihen aus Schwellenländern setzen, sind in unserer aktuellen Liste der 30 besten Rentenfonds mit stabilem Ertrag vertreten. Hinzu kommen drei Asien-Pazifik-Rentenfonds, die überwiegend in Schwellenländer investieren, und acht global ausgerichtete Rentenfonds, die häufig stark in Anleihen aus Schwellenländern anlegen dürfen, wenn sie diese für interessant halten.

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