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Fondsbericht : Viele Rentenfonds fallen in den roten Bereich

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Wertentwicklung von Rentenfonds ist in der jüngeren Vergangenheit deutlich unter Druck geraten. Allein Währungsgewinne geben der Rendite derzeit noch einen Schub.

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          Der kräftige Anstieg der Renditen auf den Anleihemärkten hat auch bei vielen Rentenfonds Spuren hinterlassen. Dies zeigt unsere jüngste Auswertung der Rentenfonds mit stabilem Ertrag, die regelmäßig die Fondsanalysten von Lipper für diese Zeitung berechnen. Die Renditen von Rentenfonds sind in den vergangenen Monaten beunruhigend stark gefallen.

          Die Auswahl beruht auf der Wertentwicklung de vergangenen drei Jahre und weist auf dieser Basis komfortable Renditen aus: Ein Plus von 60 Prozent hat der Beste unter ihnen, der Templeton Global Total Return, in diesen drei Jahren kumuliert erreicht. Der DWS Vorsorge Rentenfonds 15 Jahre braucht immerhin eine Rendite von mehr als 27 Prozent, um es noch auf Rang 30 zu schaffen. Das ist im arithmetischen Mittel immerhin eine jährliche Rendite von gut 9 Prozent.

          Von wegen langweilige Staatsanleihen

          Doch um den Trend in der Wertentwicklung nachzuvollziehen, sollten Anleger auch die Rendite auf ein Jahr und auf sechs Monate beachten. Und hier zeigt sich, wie ungemütlich die Anleihenmärkte geworden sind. 17 der 30 besten Fonds weisen auf ein Jahr gesehen eine negative Wertentwicklung auf. Auf sechs Monate gesehen, liegen sogar 22 Fonds unserer Rangliste im roten Bereich.

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          Anleihen, selbst Staatsanleihen, stehen im Ruf, langweilige, aber doch sichere Geldanlagen zu sein. Dass sie langweilig wären, stimmt auf keinen Fall mehr. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Zuge der Finanzkrise auf ein Tief von 2,1 Prozent am 31. August vergangenen Jahres. Danach ging es recht kräftig wieder nach oben. Am 11. April dieses Jahres stieg die Rendite bis auf 3,5 Prozent und liegt aktuell bei rund 3,2 Prozent. Das war in der Spitze ein Anstieg von 1,5 Prozentpunkten in weniger als neun Monaten. Ähnlich erging es Anlegern mit zehnjährigen Staatsanleihen der Vereinigten Staaten: Dort fiel die Rendite im Oktober auf ein Tief von knapp 2,4 Prozent und stieg dann bis Anfang Februar auf 3,7 Prozent. Derzeit liegt sie bei 3,2 Prozent.

          Rentenfonds sind nicht ausschließlich wertstabil

          Wenn sich ein Privatanleger statt einer Bundesanleihe einen Rentenfonds kauft, ändern sich einige Dinge, vor allem das Risikoprofil. Kauft er beispielsweise eine zehnjährige Bundesanleihe, die zu einem Kurs von weniger als 100 Prozent gehandelt wird, kann er diese getrost bis zur Endfälligkeit halten. Er geht - wie bei allen Anleihen - nur das Risiko ein, dass die Bundesregierung ihre Schulden nicht ordnungsgemäß bedient und dass ihm mit dieser Strategie unter Umständen Zinsgewinne entgehen, wenn das Zinsniveau in der Zwischenzeit steigen sollte.

          Die Manager von Rentenfonds jedoch spekulieren nicht nur auf den Kupon, sondern auch auf Kursgewinne. Sinkt nämlich das Zinsniveau, steigen die Kurse der Anleihen, die einen höheren Kupon bieten. Steigen jedoch die Renditen, wie dies in den vergangenen Monaten der Fall war, dann sinken die Kurse der Anleihen, die der Fondsmanager im Portfolio hält. Dies erklärt auch den Absturz vieler Rentenfonds in ihrer Wertentwicklung in den vergangenen Monaten.

          Währungsschübe

          Bei vielen Produkten kommt ein dritter Bestandteil hinzu: Fondsmanager, die in Fremdwährungsanleihen investieren dürften, versuchen oft, die Devisenmärkte als zusätzliche Renditequelle zu nutzen. Unsere jüngste Rangliste zeigt einige solcher Ausreißer, die von Währungsgewinnen profitierten: Da wäre auf dem zweiten Rang der UBS (Lux) Bond Fund AUD, der in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von mehr als 11 Prozent schaffte und dabei vom australischen Dollar profitierte.

          Der UBS (Lux) Bond Fund CHF und der Raiffeisen Fonds - Swiss Obli wiederum erreichten auf ein Jahr eine positive Rendite von 11 und 12 Prozent, da ihnen die Wechselkursentwicklung des Schweizer Franken zum Euro zugute kam. Vor knapp einem Jahr kostete ein Euro rund 1,42 Franken, heute etwa 1,27.

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