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Fondsbericht : Viele ETF laufen Aktienfonds den Rang ab

  • -Aktualisiert am

Bild: FAZ

Geht es um die Rendite, so sind ETF häufig eine gute Wahl: Der Malaysia-Fonds von Fidelity schneidet kaum besser ab als ein Indexfonds - allerdings mit weniger Risiko.

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          Viele börsengehandelte Indexfonds, im Finanzjargon vor allem als ETF bekannt, laufen den entsprechenden Aktienfonds mittlerweile den Rang ab. Dies zeigt die jüngste Auswertung der besten Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko, wie sie das Fondsanalysehaus Lipper regelmäßig für diesen Fondsbericht ermittelt. Gleich fünf ETF sind derzeit in unserer Rangliste der besten 30 Aktienfonds vertreten - obwohl sie der Theorie nach in unserer Liste gar nicht vertreten sein dürften.

          Gebühren für ein bisschen mehr

          Mehr als 3800 Produkte führt Lipper derzeit in der Kategorie der Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko. Erfüllten aktiv verwaltete Aktienfonds ihren Auftrag, dann müssten sie einen Wertzuwachs erzielen, der regelmäßig die Entwicklung des Aktienindex übertrifft, an dem sich der Fondsmanager orientiert.

          Denn Indexfonds bilden schlicht den Index ab. Ihr Erfolg misst sich daran, dass sie das Auf und Ab des Index möglichst ohne Abweichung nachvollziehen, während aktiv verwaltete Aktienfonds besser abschneiden sollen als der Index. Dies gilt vor allem für einen Drei-Jahres-Zeitraum, der unserer Auswertung zugrunde liegt. Dafür lassen sich die Anbieter aktiv verwalteter Fonds auch mit Verwaltungsgebühren bezahlen, die weit über denen von Indexfonds liegen. Oft betragen sie das Drei- bis Vierfache davon.

          Vor diesem Hintergrund relativiert sich mancher Erfolg von Aktienfonds. So ist zwar der Malaysia-Fonds der amerikanischen Fondsgesellschaft Fidelity auf Rang 18 vertreten dank eines Wertzuwachses von 99,5 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Das sieht auf den ersten Blick ganz passabel aus. Doch auf Rang 20 ist schon der entsprechende Indexfonds von Lyxor, dem ETF-Spezialisten der französischen Großbank Société Générale. Dieser vollzieht schlicht den Aktienindex MSCI Malaysia nach und kommt damit auf einen Wertzuwachs von 95,5 Prozent in den vergangenen drei Jahren.

          Dadurch schrumpft die tatsächliche Leistung von Fidelity auf einen Extra-Zuwachs von gerade einmal 4 Punkten in den vergangenen drei Jahren. Immerhin berechnet Lipper den Wertzuwachs nach Kosten, so dass diese 4 Prozentpunkte dann auch tatsächlich die Anleger-Zusatzrendite widerspiegeln.

          Auch weniger Risiko ist schon ein Erfolg

          Der Gerechtigkeit halber sollte beachtet werden, dass die Leistung eines Fondsmanagers nicht allein an der Rendite gemessen werden sollte. Die Vermeidung von Risiken ist für den Investor mindestens genauso wertvoll. In dieser Hinsicht kann Fidelity bei diesem Fonds punkten. Der Fidelity Malaysia kommt auf eine Standardabweichung von 14,7, während der Lyxor MSCI Malaysia hier bei 15,7 liegt.

          Das bedeutet, dass die Rendite des Indexfonds stärker um ihren Mittelwert schwankte als die des aktiv verwalteten Aktienfonds. Mit anderen Worten: Der Fondsmanagerin Gillian Kwek ist es gelungen, Risiko aus ihrem Fonds herauszunehmen und die Entwicklung des Anteilspreises gegenüber dem malaysischen Aktienmarkt etwas zu glätten. Wie viel diese Managementleistung wert ist, muss allerdings jeder Anleger für sich entscheiden.

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