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Fondsbericht : Verzerrungen bei Schwellenmarktfonds

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Bild: F.A.Z.

Die Kursverluste im laufenden Jahr schlagen sich in Fonds-Ranglisten nur zeitlich verzögert nieder. Noch immer liegen auf lange Sicht Schwellenländerfonds vorn. Fondssparer sollten auch die kurzfristige Wertentwicklung im Blick behalten.

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          Die Flucht aus riskanten Geldanlagen im laufenden Jahr, die nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers seit Ende September noch an Dynamik gewonnen hat, schlägt sich in den Ranglisten von Aktienfonds nur zeitlich verzögert nieder.

          Noch immer halten sich in unserer Rangliste mit Aktienfonds, die über die vergangenen drei Jahre ihren Anlegern einen überdurchschnittlichen Wertzuwachs erwirtschafteten, die Spezialisten für den chinesischen Aktienmarkt in der Spitzengruppe. Auch die breiter aufgestellten Schwellenmarktfonds schlagen sich in dieser Übersicht weiterhin überdurchschnittlich gut.

          Kurzfristige Wertentwicklung im Blick behalten

          Zurückzuführen ist diese Verzerrung in der Leistungsbilanz auf die starken Gewinne in dem Marktsegment in den Jahren 2006 und 2007. Die Lorbeeren aus der Vergangenheit überdecken immer noch den Kurseinbruch im laufenden Jahr. Ablesbar ist der Effekt beispielsweise am führenden Aktienfonds Baring Hongkong China Fund. 2006 betrug der Wertzuwachs des Fonds 74 Prozent; im vergangenen Jahr waren es 59 Prozent.

          Damit steht über die vergangenen drei Jahre unter dem Strich immer noch ein Wertzuwachs von knapp 50 Prozent - obwohl die Fondsanteile seit Beginn dieses Jahres die Hälfte ihres Wertes verloren haben. Fondssparer sollten deshalb vor Neuengagements auch die kurzfristige Wertentwicklung im Blick behalten.

          „Einstieg ist derzeit eine Wette gegen den Markttrend“

          An den chinesischen Inlandsbörsen in Schanghai und Schenzhen, wo das Platzen der Kursblase besonders heftig ausfiel, haben die breiten Marktindizes sogar zwei Drittel ihres Wertes verloren. Der MSCI Emerging Markets als Kursbarometer für alle Schwellenmärkte weist seit Jahresbeginn ein Minus von rund 45 Prozent aus. „Ein Einstieg ist derzeit eine Wette gegen den Markttrend“, warnt deshalb Magellan-Fondsmanager Vincent Strauss.

          Die Anleger zeigen sich von den kräftigen Kursabschlägen in diesem Jahr beeindruckt. Der Verkauf von Aktienfonds ist hierzulande inzwischen weitgehend zum Erliegen gekommen. Nach der kürzlich vom Bundesverband Investment (BVI) vorgelegten Absatzstatistik wurden allein im September zwei Milliarden Euro aus Aktienfonds abgezogen. Angesichts dieser Fluchtbewegung, vor allem aber wegen der Kursverluste, verringerte sich das in Aktienfonds gehaltene Vermögen im Monatsverlauf von 196 auf 169 Milliarden Euro.

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