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Fondsbericht : Verluste auch für Fonds mit geringem Verlustrisiko

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Die Unruhe an den Märkten hinterlässt ihre Spuren auch bei Rentenfonds. Manche fallen in den Minusbereich.

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          Anleihen sollen eigentlich Ruhe in ein Wertpapierportfolio bringen. Doch dieses Prinzip ist durch die Finanzkrise längst außer Kraft gesetzt. Auf den Anleihemärkten herrscht derzeit genauso viel Unruhe wie auf den Aktienmärkten - wenn nicht noch mehr. Ungewöhnlich viel Bewegung weist deshalb auch unsere Rangliste der 30 besten Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko auf, die das Fondsanalysehaus Lipper regelmäßig für diese Zeitung berechnet. Grundlage der Auswertung ist die kumulierte Wertentwicklung der vergangenen drei Jahre.

          In unserer Liste der Besten weisen immer mehr Produkte auf Basis der Wertentwicklung in den vergangenen sechs Monaten einen Wertverlust auf. Bei der letzten Auswertung Ende August lagen lediglich zwei Fonds, der Schroder ISF Euro Corporate Bond und der Oyster European Corporate Bond, im Minusbereich. Jetzt sind noch der Euro Strategic Bond von Morgan Stanley hinzugekommen, der Standard Life Sicav European Corporate Bond und der Axa WF Euro Credit Plus. Beim Fonds von Oyster - dies ist die Fondsgesellschaft der kleinen schweizerischen Privatbank Syz & Co - hat sich das Minus auf Basis der vergangenen sechs Monate auf 2,8 Prozent ausgeweitet. Der Euro Corporate Bond der britischen Fondsgesellschaft Schroder hat das Vermögen seiner Anleger sogar um mehr als 4 Prozent geschmälert.

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          Ins Herz getroffen

          Die Verluste bei Fonds, die eigentlich ein geringes Verlustrisiko aufweisen sollen, treten nicht bei exotischen Währungen oder Produkten auf, sondern treffen viele Anleger ins Herz. Vor allem Fonds, die auf Unternehmensanleihen spezialisiert sind, die in Euro denominiert sind, zeigen Wertverluste. Doch Peter Huber, Fondsmanager bei der Fondsgesellschaft Starcapital in Oberursel bei Frankfurt, sieht jetzt bei hochverzinslichen Unternehmensanleihen Chancen. Viele hätten sich entschuldet und ihre Finanzierungsstruktur entscheidend verbessert.

          Manchen Fondsmanagern gelingt es gut, diese schwierigen Zeiten zu meistern. Der Allianz Rendite Extra AT Euro war noch bei der letzten Auswertung dieser Kategorie Ende August der Spitzenreiter. Jetzt ist er auf Rang sieben zurückgefallen. Dabei ist die Drei-Jahres-Rendite nur von 28 Prozent auf knapp 26 Prozent gesunken. Auf sechs Monate betrachtet weist er ein beeindruckendes Plus von mehr als 7 Prozent auf.

          Sitz in Seattle

          Allerdings hat sich der neue Spitzenreiter, der Russell IC II Global Bond der amerikanischen Fondsgesellschaft Russell Investments, etwas besser entwickelt. Dessen Rendite auf Basis der vergangenen drei Jahre stieg von 24 Prozent auf 31 Prozent. Russell Investments dürfte in Deutschland nur institutionellen Anlegern wie Versicherern oder Altersvorsorgeeinrichtungen ein Begriff sein, privaten Anlegern weniger. Aktienkäufern, die sich stark für die Wall Street interessieren, dürfte noch der amerikanische Nebenwerte-Index Russell 2000 geläufig sein. Zu Unrecht tritt die Fondsgesellschaft in Deutschland leiser auf als mancher weniger erfolgreiche Konkurrent. Russell wurde1936 gegründet und verwaltet ein Kundenvermögen von gut 160 Milliarden Dollar in mehr als 330 Produkten.

          Gilt in den Vereinigten Staaten die Stadt Boston nördlich von New York als Hochburg der Vermögensverwaltung, so verschiebt Russell den Schwerpunkt der amerikanischen Fondsbranche nach Westen. Denn die Gesellschaft, eine Tochtergesellschaft des Versicherers Northwestern Mutual, hat ihren Sitz in Seattle, im Nordwesten der Vereinigten Staaten. Das liegt daran, dass der Gründer Frank Russell sein Geschäft vor 75 Jahren als kleiner Wertpapierhändler in der Stadt Tacoma, 50 Kilometer außerhalb von Seattle, begann. Erst vor zwei Jahren zog Russell Investments von Tacoma in seinen neuen Hauptsitz nach Seattle.

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