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Fondsbericht : Südamerika steht hoch im Kurs

Bild: F.A.Z.

Lateinamerika-Fonds profitieren von der Aktienhausse zwar nicht allein, aber besonders stark. Vor allem den günstigen Wachstumsprognosen für Brasilien ist dies zu danken. China-Fonds dagegen zehren vom Lorbeer vergangener Tage.

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          Der Führungswechsel, der sich in unserer Liste der Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung bereits angedeutet hatte, ist vollzogen: Fonds, die ihr Anlagevermögen schwerpunktmäßig in Aktien süd- und mittelamerikanischer Unternehmen investieren, sind gleich viermal unter den besten zehn vertreten.

          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Auf Platz eins liegt der Lateinamerika-Fonds CAAM Funds Latin America Equities, den die Vermögensverwaltungsgesellschaft der französischen Bank Crédit Agricole auflegt. In der vorangegangenen Rangliste, die das Fondsanalysehaus Lipper zu diesem Thema erstellte, lagen auf den Rängen eins bis vier Fonds, die ihre Mittel in chinesischen Unternehmensanteilen anlegten.

          Brasilien und Mexiko

          Über die vergangenen drei Jahre hinweg erzielte der aktuelle Listenführer im Durchschnitt eine Rendite von rund 45 Prozent, wobei diese Zahl insbesondere durch die Aktienhausse des vergangenen Jahres getrieben ist. Die spielte sich zwar nicht nur in Südamerika ab, dort war sie allerdings besonders ausgeprägt. So legte etwa der brasilianische Leitindex Bovespa-Index seit Beginn des vergangenen Jahres knapp 90 Prozent zu auf gut 68 500 Punkte. Der mexikanische Leitindex Mexico Bolsa stieg in dieser Zeit immerhin um rund 70 Prozent.

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          In der geographischen Verteilung der Anlagen des CAAM Funds Latin America Equities repräsentieren die beiden Länder zusammen den Löwenanteil, was auch die Struktur des lateinamerikanischen Aktienmarktes widerspiegelt. Wer in den Fonds investieren möchte, bezahlt momentan etwa 658 Dollar für einen Anteilsschein bei einer Management-Gebühr von 1,6 Prozent.

          Gute Prognosen

          Ob sich das lohnt, spiegelt sich indes nicht im Ranglistenvergleich, weil dieser allein auf der Vergangenheit beruht. Vielmehr hängt das davon ab, wie sich die lateinamerikanischen Unternehmen in diesem Jahr schlagen werden, wie sich ihre Gewinne entwickeln und wie stark das Wirtschaftswachstum in ihren Heimatländern sein wird.

          Sollte das Gröbste der Finanz- und Wirtschaftskrise vorbei sein und ein Aufschwung bevorstehen, dann werden Schwellenländer über die Zeit betrachtet vergleichsweise stärker wachsen als entwickelte Industrienationen, was sich wiederum in der Entwicklung der entsprechenden Aktienkurse spiegeln sollte. „Experten erwarten, dass Brasilien ein reales BIP-Wachstum von mehr als 5 Prozent im Jahr 2010 erreicht“, sagt Thomas Orthen, Portfolio-Manager von Allianz Global Investors.

          Zweifel an China

          Demgegenüber beunruhigten Chinas Immobilienmarkt und Zweifel an der Nachhaltigkeit seines Wirtschaftswachstums zuletzt die Märkte. Der beste China-Fonds in unserem aktuellen Aktienfonds-Vergleich liegt auf Platz fünf und wird verwaltet von der Fondsgesellschaft Robeco. Er bescherte seinen Anteilseignern im Dreijahresdurchschnitt einen Wertzuwachs von immerhin 37,44 Prozent, unterlag dabei allerdings zudem einem per Sharpe-Ratio gemessenen höheren statistischen Risiko als der CAAM Funds Latin America Equities.

          In unserer Vergleichsliste aufgestiegen sind dagegen neben Südamerika-Fonds auch Länder-Fonds, die in Indien anlegen, sowie Aktienfonds mit einem speziellen Branchenfokus auf Gold und Edelmetallen - wobei sich gerade bei Letzteren der im vergangenen Jahr stark gestiegene Goldpreis auswirkte.

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