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Fondsbericht : Sicherheit für einen ruhigen Schlaf

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Bild: F.A.Z.

Mischfonds bieten mehr Sicherheit als Aktienfonds, punkten aber mit einem niedrigen Risiko. Das tut derzeit auf der Renditeseite weh. Doch schlafen kann man damit allemal besser.

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          Käufer von Mischfonds erwerben in erster Linie Stabilität und nicht so sehr Rendite. Diese Erfahrung könnten derzeit jene Anleger machen, die einen Fonds aus unserer Rangliste der 30 Mischfonds mit der besten Wertentwicklung in den vergangenen drei Jahren gekauft hätten. Um unter die besten zehn in dieser Liste des Fondsanalysehauses Lipper zu gelangen, genügte eine Rendite von etwas mehr als 10 Prozent - nicht jährlich, sondern über den gesamten Drei-Jahres-Zeitraum.

          Das klingt nach Schmalhans als Küchenmeister. Immerhin musste ein Fondsmanager eine Rendite von mehr als 30 Prozent in den vergangenen drei Jahren erreichen, um es unter die zehn Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung zu schaffen (Lateinamerika-Fonds schieben sich nach vorn).

          Es gibt mehr als Rendite

          Doch diese Betrachtung fällt zu einseitig aus. Sie lässt nur die Rendite gelten, ohne auch gleichzeitig das Risiko, das der Anleger mit dem Kauf eines Finanzprodukts eingeht, zu berücksichtigen - so wie es im Mittelalter die berühmten Brakteaten als Zahlungsmittel gab, nur einseitig geprägte dünne Metallscheiben, im Gegensatz beispielsweise zu den doppelseitig geprägten Denaren oder Geldmünzen, wie wir sie heute kennen. Anleger sollten also stets beide Seiten einer Geldanlage berücksichtigen - also auch das Risiko im Blick behalten. So gehen derzeit Käufer erfolgreicher Aktienfonds ein unvergleichbar höheres Risiko ein als mit Mischfonds.

          Bild: F.A.Z.

          Das Risiko für Anleger auf den Finanzmärkten ist dabei eine relativ klar umrissene Größe. In der Wertentwicklung eines Fonds ist es vor allem das Verlustrisiko, das gemessen wird, und zwar anhand der Schwankungsanfälligkeit seines Preises. Sie wird mit der Standardabweichung gemessen, die angibt, wie stark ein Fondspreis im Zeitverlauf um seinen Mittelwert schwankt. Ist die Standardabweichung niedrig, liegen die einzelnen Fondspreise relativ nah an ihrem Durchschnitt. Das bedeutet, dass die ausgewiesene Rendite relativ zuverlässig erreicht wurde. Ist die Standardabweichung dagegen hoch, sind die Fondspreise weit um den Durchschnitt gestreut. Daraus wird abgeleitet, dass in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit, also das Risiko, höher ist, dass die Wertentwicklung in Zukunft ebenfalls stärker von seinem Mittelwert abweichen wird.

          Doppeltes Leid

          Bei den zehn besten Aktienfonds lag die Standardabweichung für die vergangenen drei Jahre zwischen 28,6 und 45,7. Das ist insofern nicht verwunderlich, als die erfolgreichsten Aktienfonds allesamt auf relativ schwankungsanfälligen Aktienmärkten engagiert sind: in China und in den Schwellenländern Lateinamerikas. Bei den zehn besten Mischfonds kommt der volatilste Fonds gerade einmal auf eine Standardabweichung von 10,9 und befand sich ansonsten in einer Spanne zwischen 2,1 und 8,6.

          Auf der Renditeseite leiden Mischfonds derzeit besonders darunter, dass sie die Hausse auf den Aktienmärkten in diesem Jahr je nach Ausrichtung unterschiedlich stark nachvollziehen, doch in jedem Fall zwangsweise hinter Aktienfonds zurückbleiben, die ihre Mittel komplett auf die Aktienmärkte werfen können. Viele Aktienfonds haben ihre Barquote auf wenige Prozent gesenkt, sind also voll investiert.

          Gleichzeitig leiden Mischfonds darunter, dass sie in der Regel auch in Anleihen investieren und auf diesen Märkten die Renditen stark gesunken sind. Schuld daran ist vor allem die starke Liquiditätsausweitung, mit der die Zentralbanken die Folgen der Finanzkrise eindämmen wollten. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren derzeit mit weniger als 3,2 Prozent. Sicherheit tut derzeit weh auf der Renditeseite. Doch man schläft mit ihr besser.

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