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Fondsbericht : Schwellenländeraktien und Kleinstwerte laufen gut

Bild: F.A.Z.

Unter den Aktienfonds haben diejenigen gut abgeschnitten, die das Geld ihrer Anleger in Unternehmen aus Schwellenländern oder abseits der ersten Börsenliga anlegen.

          Die besten Aktienfonds sind konsequenterweise diejenigen, die auf die attraktivsten und aussichtsreichsten Themen, Branchen oder Regionen setzen. Von dieser „Regel“ ist auch unsere neueste Rangliste der besten Aktienfonds mit stabilem Ertrag keine Ausnahme.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Auf den vorderen Plätzen liegen durchweg Fonds, die das Geld ihrer Anleger in Aktien von Unternehmen stecken, die entweder in aufstrebenden Schwellenländern beheimatet sind oder aber beispielsweise im weitesten Sinne zum deutschen Mittelstand gehören.

          Gewinne der Schwellenländerunternehmen treiben die Aktienkurse

          Der Grund dafür ist in beiden Fällen ähnlich: Die Wirtschaftsleistung vieler Schwellenländer wächst ungebrochen schneller als die der westlichen Industriestaaten. Die Wachstumsrate hängt eng mit dem Wachstum auch der Unternehmensgewinne zusammen, und diese wiederum sind nach wie vor langfristig der wichtigste Treiber für Aktienkurse.

          Denn wenn ein Unternehmen mehr verdient und an seine Anteileigner ausschütten kann, dann sind diese auch bereit, mehr für einen Anteilsschein zu zahlen. Hinzu kommt, dass viele Schwellenländer unter der jüngsten Finanzkrise nicht so stark gelitten haben und noch leiden, wie das etwa in Europa oder in den Vereinigten Staaten der Fall (gewesen) ist.

          Der aktuell Drittplazierte der Rangliste, die das Analysehaus Lipper regelmäßig für diese Zeitung erstellt, ist ein von der britischen Fondsgesellschaft Aberdeen geführter Fonds, der Aktien in Schwellenländern auf der ganzen Welt kaufen darf. Der „Aberdeen Global - Emerging Markets Smaller Companies“ hat in den vergangenen drei Jahren eine kumulierte Rendite von knapp 60 Prozent erzielt (siehe Tabelle), die sich wesentlich aus der guten Entwicklung der vergangenen 12 Monate zusammensetzt.

          Auch Deutschland zeigt sich stark

          Nur zwei Plätze dahinter liegt mit dem Fonds „UniDeutschland XS“, der von der deutschen Fondsgesellschaft Union Investment aufgelegt wird, ein Produkt, welches das verwaltete Vermögen vor allem in deutsche Klein- und Kleinstwerte investiert. Mit einer kumulierten Rendite von etwas weniger als 55 Prozent in den vergangenen drei Jahren hat dieser Fonds nur leicht schlechter als der Schwellenländerkonkurrent von Aberdeen abgeschnitten.

          Dass ein auf Deutschland fokussierter Fonds mitten unter Schwellenländerfonds liegt, hängt mit der Entwicklung der deutschen Wirtschaft zusammen. Diese hat sich wesentlich besser als die anderer Euroländer und auch der Vereinigten Staaten von den Folgen der Finanzkrise erholt, was vor allem an der exportstarken deutschen Industrie liegt.

          Dabei zeichnen sich allerdings sowohl der Fonds von Aberdeen als auch derjenige der Union Investment nicht nur dadurch aus, dass sie Aktien von Unternehmen in derzeit aussichtsreichen Regionen anlegen, sondern darüber hinaus auf Unternehmen spezialisiert sind, die eine im Vergleich geringe Marktkapitalisierung ausweisen. Zum 30. November 2010 zählten zu den zehn größten Positionen des „UniDeutschland XS“ etwa der Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister und der Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum, die über eine Marktkapitalisierung von rund 770 Millionen Euro und rund 870 Millionen Euro verfügen. Ein im Dax notierter Konzern wie Siemens bringt aktuell einen Börsenwert von 86 Milliarden Euro auf die Waage.

          Der Vorteil der Kleinheit

          Auch die gute Entwicklung vieler Kleinwerte folgt dem typischen Muster wirtschaftlicher Erholungsphasen. Kleine Unternehmen sind spezialisierter und wachstumsstärker. Ihre Ergebnisse brechen darum in der Regel stärker ein, wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zurückgeht, als das bei Großunternehmen der Fall ist - und umgekehrt.

          Das Jahr 2010 ist ein gutes Beispiel genau dafür. Während der Dax seit Jahresbeginn rund 19 Prozent zulegte, stiegen der Index der mittelgroßen deutschen Unternehmen, M-Dax, um 35 Prozent und der Index der kleinen börsennotierten Unternehmen, S-Dax, sogar um 45 Prozent.

          An der Spitze unserer Rangliste der Aktienfonds mit stabilem Ertrag liegt unverändert der Erstplazierte auch des letzten Vergleichs zu diesem Thema: der Thailand-Fonds der amerikanischen Fondsgesellschaft Fidelity. Er erzielte über die vergangenen drei Jahre eine kumulierte Rendite von 73,25 Prozent, über die vergangenen zwölf Monate eine von mehr als 80 Prozent. Der Bangkok SET Index der thailändischen Börse stieg seit Jahresanfang um annähernd 40 Prozent.

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