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Fondsbericht : Schwellenländer-Fonds für alle

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Anleger geben sich sehr zugeknöpft. Die Fondsanbieter versuchen Begeisterung für das Thema Schwellenländer zu wecken. Die aktuelle Rangliste macht neugierig, diesmal vor allem auf Indien.

          Selten waren die Taschen der Anleger so verschlossen wie heute. Bankberater und Finanzvertriebe klagen darüber, dass die Privatkunden Sicherheit über alles setzen und selbst bei Sparprodukten danach fragen, wie sie im Insolvenzfall des Anbieters abgesichert sind. Manche Anbieter von Finanzprodukten hinterlegen schon in Tresoren den Gegenwert in Gold, um ihre besorgte Klientel zu beruhigen.

          Ein Thema, auf das der Finanzvertrieb Hoffnungen setzt, sind Schwellenländer-Fonds. Diese weisen laut Statistik des deutschen Fondsbranchenverbands BVI für die vergangenen zwölf Monate eine Rendite von 27 Prozent auf und liegen damit vor deutschen Aktienfonds, die auf ein Plus von 7,8 Prozent kommen.

          Konkurrenz um Schwellenländer

          Allerdings ist die Statistik des BVI für dieses Segment nicht aussagekräftig, da viele Schwellenländer-Fonds, die in Deutschland verkauft werden, in Luxemburg oder Dublin aufgelegt sind. In unserer Rangliste der Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung ist lediglich der Indexfonds von iShares, der den europäischen Branchenaktienindex Stoxx Lebensmittel und Getränke abbildet, in Deutschland registriert.

          Von den 30 Fonds, die das Fondsanalysehaus Lipper in dieser Auswertung berücksichtigt, kommen 20 aus Luxemburg. Ob Franklin Templeton, Aberdeen, Axa, First State, DWS, Baring, Threadneedle oder Invesco - kaum eine Fondsgesellschaft hat sich das Geschäft mit Schwellenländern entgehen lassen.

          Sehr gute Ergebnisse liefert derzeit der Global Emerging Markets der dänischen Fondsgesellschaft Danske Invest, die in Deutschland noch relativ unbekannt ist. Wie viele skandinavische Fondsgesellschaften sind für Danske nachhaltige Geldanlagen Standard. Die Fondsgesellschaft klopft die Unternehmen, in die ihre Fondsmanager investieren, nicht nur daraufhin ab, ob sie hohe Renditen versprechen, sondern ob sie auch umwelt- und sozialverträglich wirtschaften.

          Nebenwerte scheinen nicht riskanter zu sein

          Lange haben die Fondsgesellschaften Bric-Fonds stark vermarktet, wobei die Abkürzung „Bric“ für Brasilien, Russland, Indien und China steht. Nicht ein einziger Bric-Fonds hat es in unsere aktuelle Auswertung geschafft. Dagegen ist die britische Fondsgesellschaft Aberdeen gleich mit drei Fonds dabei. Für unsere Rangliste hat sie sich nicht nur mit einem klassischen Schwellenländer-Aktienfonds qualifiziert, dem Emerging Markets Equity auf Rang 13, sondern auch mit zwei Produkten, die den Fokus auf Nebenwerte legen: dem Asian Smaller Companies und dem Emerging Markets Smaller Companies.

          Viele Finanzberater warnen gern vor dem erhöhten Risiko, das Nebenwerte angeblich aufweisen. Die Auswertung von Lipper bestätigt dies nicht. Ein gängiges Maß für das Risiko erhöhter Kursschwankungen ist die Standardabweichung. Sie misst, wie stark der Fondspreis um seinen Durchschnitt pendelt. Eine hohe Standardabweichung wird eher negativ beurteilt.

          Der Aberdeen Asian Smaller Companies weist jedoch eine relativ niedrige Standardabweichung von 16 Prozent auf, der Aberdeen Emerging Markets Smaller Companies kommt hier auf 20 Prozent. Damit liegt die Schwankungsanfälligkeit beider Produkte am unteren Ende unserer Auswertung, wobei zu beachten ist, dass dies eine Vergangenheitsaussage ist. Sie lässt keinen belastbaren Rückschluss auf die künftige Entwicklung zu.

          Beim Vergleich einzelner Fonds sollte stets berücksichtigt werden, dass die einzelnen Ranglisten, die verschiedene Anbieter in Umlauf bringen, zum Teil stark voneinander abweichen. Diejenigen von Lipper, die unserem wöchentlichen Fondsbericht zugrunde liegen, basieren auf der Wertentwicklung der vergangenen drei Jahre, und zwar auf der kumulierten Rendite in dieser Zeit.

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