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Fondsbericht : Schwellenländer-Fonds dominieren das Geschehen

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Die Rangliste der besten Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko ist fast eine Aufstellung der besten Schwellenländer-Fonds. Nur der Spitzenreiter wählt einen anderen Ansatz: Er orientiert sich an Hedge-Fonds.

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          Unsere Rangliste der besten Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko ließe sich treffender als eine Aufstellung der besten Schwellenländer-Fonds bezeichnen. Knapp zwei Drittel der Fonds, die es auf Basis ihrer Rendite in den vergangenen drei Jahren in diese Rangliste geschafft haben, suchen ihren Anlageschwerpunkt in Schwellenländern.

          Eine der wenigen Ausnahmen ist der Spitzenreiter, der Fonds SEB Asset Selection der schwedischen Bank SEB in Stockholm. Dieser Fonds ist ein typischer Total-Return-Fonds, der auch als solcher mit großem Erfolg geführt wird. 37 Prozent Rendite hat er in den vergangenen drei Jahren, kumuliert und somit nicht jährlich, erreicht. Vor allem jedoch zeichnet er sich dadurch aus, dass er diese Wertentwicklung mit dem niedrigsten Risiko (gemessen an der sogenannten Sharpe-Ratio) und der geringsten Schwankungsanfälligkeit (gemessen an der Standardabweichung) geschafft hat.

          Ski heil

          „Als unser Team einmal zum Skifahren in Nordschweden gefahren ist, haben wir uns überlegt, wie der ultimative Fonds aussehen müsste“, erzählt Fondsmanager Hans-Olov Bornemann, der dem fünfköpfigen Team vorsteht, das seit der Auflegung im Oktober 2006 für diesen Fonds verantwortlich ist. Sie fanden eine Kombination aus Total Return, einem Konzept, das ursprünglich aus der Welt der Hedge-Fonds kommt, und den klassischen Investmentfonds, die täglich handelbar sind.

          Genau genommen ist er somit weniger ein Aktienfonds, sondern ähnelt eher einem Managed Future - eine Anlageklasse, wie sie aus der Welt der Hedge-Fonds bekannt ist. Fondsmanager Bornemann legt den Akzent weniger auf die Auswahl von Einzeltiteln, sondern konzentriert sich auf die typischen Allokationsentscheidungen: Soll ich in Aktien, Anleihen, Währungen oder Rohstoffe investieren? Das ist die Frage, die bei Bornemanns Konzept im Mittelpunkt steht.

          Geld verdienen in der Baisse

          Das Fondsvermögen von derzeit rund 1,5 Milliarden Euro legt er zunächst zum größten Teil risikolos in kurzfristige Staatsanleihen an, um sicherzugehen, dass der Fonds keine Verluste erleidet. Einen kleinen Teil setzt er an den Terminmärkten ein, um dort die Extrarendite zu erzielen, die der Fonds schaffen soll. Dabei kann er frei entscheiden, ob er auf steigende oder fallende Kurse an den verschiedenen Märkten setzt.

          Im Jahr 2008, als die großen Turbulenzen nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers an den Finanzmärkten ausbrachen, kam die Stunde der Bewährung für Bornemann. Während die großen Aktienindizes in die Tiefe stürzten, schnitt der SEB Asset Selection in dem Jahr mit einem Plus von 24,5 Prozent ab. „Da haben wir viel Geld verdient“, sagt Bornemann. Denn er konnte, anders als klassische Aktienfonds, über die Terminmärkte von den fallenden Aktienkursen sogar noch profitieren.

          Geld verlieren in der Hausse

          In diesem Jahr dagegen bleibt der Fonds bisher weit zurück. Vor allem im März, als die Stimmung an den Aktienmärkten schlagartig ins Positive drehte, verlor Bornemann eine Menge Geld. Seitdem versucht er den Rückstand aufzuholen. Vor allem seine Positionen in Währungen, Anleihen und Rohstoffe haben sich nicht ausgezahlt, während er bei Aktien mittlerweile auf der Käuferseite steht. Die Stärke liegt - konzeptionell bedingt - ohnehin weniger in einer hohen Rendite als in einer geringen Schwankungsanfälligkeit.

          Ein klassischer Schwellenmarkt-Fonds dagegen ist der zweitplazierte Fonds, der First State Global Emerging Markets Leaders, der vielversprechende Marktführer auf der ganzen Welt sucht. So hält der 700 Millionen britische Pfund schwere Fonds beispielsweise Positionen in den Unternehmen Hong Kong & China Gas oder in Anglogold Ashanti.

          Aber auch der größte indische Konsumgüterhersteller Hindustan Unilever zählt zu seinen Favoriten, genauso wie Check Point Software, ein israelisches Technologieunternehmen, das auf Sicherheit im Internet spezialisiert ist.

          Der Fonds zeigt: Im Bewusstsein der deutschen Anleger werden die Schwellenländer noch stark als regionales Thema gesehen. Doch es lohnt sich verstärkt für Investoren, auf die Spitzenreiter dort zu achten.

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