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Fondsbericht : Schwellenländer dominieren die Bestenliste

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Noch laufen Rentenfonds in lokalen Schwellenländerwährungen gut. Doch steigende Inflationsraten lassen die Fondsmanager vorsichtig werden. Vor allem die möglichen Auswirkungen auf die Devisenmärkte machen ihnen Kummer.

          Vor einigen Jahren waren Investmentfonds, die in Anleihen der Schwellenländer investieren, noch völlig unbekannt. Heute dominieren sie unsere Rangliste der Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung.

          In unserer Liste der 30 besten Produkte, die das Fondsanalysehaus Lipper für diesen Fondsbericht berechnet, ist ein Drittel der Fonds eindeutig auf Schwellenländer fokussiert. Und auch in dem einen oder anderen Fonds, die offiziell „global“ oder auf „Hochzinsanleihen“ ausgerichtet sind, dürfte sich ein hoher Anteil an Schwellenländeranlagen befinden.

          Südkorea und Malaysia statt Bundesanleihen

          Auf eine Wertentwicklung von mehr als 63 Prozent in den vergangenen drei Jahren brachte es unser Spitzenreiter, der Templeton Global Total Return, den Michael Hasenstab führt. Sein hartnäckigster Verfolger ist er selbst mit dem Templeton Global Bond, der jedoch eine etwas andere Anlagestrategie verfolgt.

          Der Global Bond investiert überwiegend in internationale Staatsanleihen, während der Total Return auch staatsnahe Emittenten und Unternehmensanleihen hinzunehmen darf. Beide Fonds sind Schwergewichte: Der Total Return kam per Ende November auf ein Fondsvermögen von 12,8 Milliarden Dollar, der Global Bond auf gut 34 Milliarden Dollar.

          Der Global Bond zeigt, wie sehr sich die Gewichte auf den Anleihemärkten verschoben haben: Hasenstabs größte Positionen liegen zu gut 16 Prozent in Südkorea und ansonsten in Australien, Malaysia, Polen, Israel, Ägypten, Indonesien und Mexiko. Beim Total Return sieht das Portfolio ähnlich aus. Hier folgen auf Südkorea mit einem Anteil von 14 Prozent immerhin auf zweiter Position die Vereinigten Staaten mit knapp 12 Prozent.

          Anti-Inflationsmaßnahmen begrüßt

          In den vergangenen Monaten haben die Sorgen auf den Rentenmärkten zugenommen. Nach ihrem wirtschaftlichen Comeback schwenkten die Regierungen einiger Schwellenländer um und verschärften die Geldpolitik, mit dem Ziel, eine Überhitzung der Konjunktur und eine allzu hohe Inflation in ihrem Land zu verhindern. China erhöhte im vergangenen Jahr mehrmals die Mindestreservesätze. Auch in Indien verschärfte die Notenbank die Geldpolitik, während Brasilien schon Ende 2009 eine Steuer auf Kapitalzuflüsse einführte, um die Aufwertung der Landeswährung zu bremsen. Im Jahr 2010 schließlich begann die brasilianische Notenbank, die Zinsen zu erhöhen.

          Diesen Entscheidungen kann Hasenstab Positives abgewinnen. „Wir begrüßen die umsichtige Verschärfung der Geldpolitik, die von vielen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt bisher betrieben wurde“, schrieb er in einem Marktkommentar. „Dennoch sehen wir das größte Risiko für die Schwellenländer in den nächsten Jahren darin, dass die Geldpolitik nicht ausreichend verschärft wird.“

          Sorgen über Devisenmärkte

          Auch Damien Buchet, Leiter Schwellenländeranleihen der französischen Fondsgesellschaft Axa Investment Managers, rät Anlegern zur Vorsicht. „Das grundsätzliche Problem mit Schwellenländern ist, dass dieses Anlageuniversum zwar einige Gemeinsamkeiten aufweist, dann aber doch sehr vielfältig zusammengesetzt ist“, sagt der Franzose. Doch der Kampf gegen die Inflation betrifft viele Länder: „Das große Thema in den Schwellenländern lautet in diesem Jahr: Wie können die unterschiedlichen Länder ihre politische Glaubwürdigkeit aufrechterhalten?“, sagt Buchet: „Dabei geht es um die Fiskalpolitik und den Kampf gegen eine steigende Inflation in vielen dieser Länder.“

          Das Jahr 2011 jedenfalls wird für Rentenfondsmanager anspruchsvoll. Im Euro-Raum wächst das Risiko, dass die Inflation aufflammt. Insgesamt dürften die globalen Ungleichgewichte zunehmen - mit schwer kalkulierbaren Folgen für die Devisenmärkte. „Die Spannungen aufgrund der Währungsbewertungen steigen“, ist sich Hasenstab sicher.

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