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Fondsbericht : Schwellenländer als Renditebringer

Bild: F.A.Z.

Von den 15 besten Rentenfonds investieren 10 vorwiegend in Schwellenländern. Das zeigt, welche Bedeutung diese Staaten mittlerweile für die internationale Finanzwelt erlangt haben.

          In den vergangenen zwei Monaten hat sich an den Rentenmärkten viel getan. Sorgen über die Folgen der Schuldenkrise im Euro-Raum und das absehbare Ende der niedrigen Leitzinsen in einigen Ländern der Erde haben die Märkte belastet. Zudem ist die Risikofreude der Anleger gestiegen, was ihr Interesse für Aktien zeigt.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der Dax hat am Dienstag vorübergehend die Marke von 7000 Punkten überwunden und lag damit so hoch wie seit Juni 2008 nicht mehr. Selbst die Kurse deutscher Bundesanleihen, die als Hort der Stabilität schlechthin gelten, sind zuletzt stärker gefallen und ihre Renditen im Gegenzug kräftig gestiegen. Anfang Oktober rentierte das zehnjährige Bundespapier noch mit 2,28 Prozent. Am Mittwoch waren es erstmals seit Mai wieder mehr als 3 Prozent, auch wenn die Rendite am Donnerstag schon wieder unter diese Marke gefallen ist.

          Die alten Sieger

          Als vor zwei Monaten die letzte Rangliste der Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung in unserer Zeitung erschien, befanden sich auf den ersten Plätzen zwar ebenfalls die beiden Templeton-Fonds, die auch jetzt dort zu finden sind. Doch ihre Drei-Jahres-Rendite hat sich inzwischen deutlich erhöht.

          Für den Templeton Global Total Return Fund beläuft sie sich nun auf 62 Prozent. Vor zwei Monaten waren es noch knapp 53 Prozent und damit fast 10 Prozentpunkte weniger. Nicht ganz so deutlich hat sich der zweitplazierte Templeton Global Bond Fund A verbessert. Eine Rendite von 48 Prozent per Anfang Oktober vergleicht sich nun mit einem Ertrag von gut 54 Prozent.

          Beide Fonds werden von Michael Hasenstab verwaltet (vgl. auch Michael Hasenstab überholt sich selbst). Zinsstrategien hätten positiv zur Wertentwicklung beigetragen, während Währungpositionen die Renditen eher gedrückt hätten, sagt der Fondsmanager. Im Global Bond Fonds habe das Engagement in Staatsanleihen zusätzlichen Ertrag gebracht, im Total Return Fonds seien dies Kreditengagements gewesen. Hasenstab hält vor allem asiatische Währungen und Anlagen in Schwellenländern für interessant und ist mit seinem Fonds entsprechend positioniert.

          Und immer wieder Schwellenländer

          Der Internationale Währungsfonds rechne für das Jahr 2011 in Schwellen- und Entwicklungsländern mit einem Wachstum von 6,4 Prozent gegenüber 2,2 Prozent in den Industrieländern, sagt Hasenstab: „Unseres Erachtens sollten solche Konjunkturaussichten im Zusammenspiel mit besseren Haushaltspositionen und nach wie vor starken Außenbilanzen zu andauernden Ertragsvorsprüngen der Anlagen und Währungen aus Schwellenländern führen.“ Dass es sich bisher schon ausgezahlt hat, auf Schwellenländer zu setzen, zeigt die Rangliste. Unter den 15 besten Fonds finden sich zehn, die in „Schwellenländer global“ investieren.

          Den Templeton Global Total Return gibt es seit sieben Jahren. Er verwaltete per Ende Oktober ein Vermögen von fast 13 Milliarden Dollar und investiert in Staats- und Unternehmensanleihen sowie hochverzinsliche Rentenpapiere. Sein Anlageziel ist die Maximierung der Rendite durch eine Kombination aus Zinserträgen, Wertzuwächsen und Währungsgewinnen.

          Zuletzt war der Fonds zu gut 14 Prozent in Südkorea und zu rund 13 Prozent in den Vereinigten Staaten investiert. Staatsanleihen nahmen an dem Fonds einen Anteil von etwa drei Vierteln ein, knapp die Hälfte seines Vermögens befand sich in Dollar-Anlagen. Der Templeton Global Bond ist regional und mit seinem hohen Gewicht an Staatsanleihen ähnlich aufgestellt. Er verfügte zuletzt über ein Fondsvolumen von gut 34 Milliarden Dollar und feiert im kommenden Februar seinen 20. Geburtstag.

          Währungsabsicherung kostet

          Beide Templeton-Fonds notieren in Dollar, was für die Anleger im Euro-Raum Währungsrisiken mit sich bringt. Daher gibt es beide Fonds in einer gegen den Währungseinfluss gesicherten und einer ungesicherten Variante. Die Absicherung kostet laut Templeton aktuell rund 1 Prozent an Rendite. In diesem Jahr hat der Euro zum Dollar um rund 8 Prozent abgewertet. Daher hätte die ungesicherte Variante zusätzliche Währungsgewinne mit sich gebracht.

          Aber auch sonst hat sich in der Rangliste einiges getan. An dritter Stelle findet sich nun der ZZ1-Fonds von der als verschwiegen geltenden österreichischen ZZ Vermögensverwaltung. Den Fonds gibt es seit 1996. Den Schwerpunkt seiner Anlagen bilden die globalen Schwellenländer. Der Fonds hat sich um zwei Plätze verbessert. Doch vor einem Jahr befand er sich schon einmal auf dem dritten Rang.

          Zudem zeigt sich, dass die Fonds in ihrer Wertentwicklung auseinanderdriften. Der Renditeabstand zwischen dem besten und dem schlechtesten Rentenfonds ist von 17 auf 25 Prozentpunkte angewachsen.

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