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Fondsbericht : Richard Li strebt an die Spitze

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Bild: F.A.Z.

Ein Fonds des chinesischen Finanziers Richard Li, der sich das Geschäft vom bankrotten amerikanischen Versicherer AIG gekauft hat, steht erstmals auf dem ersten Rang der Aktienfonds mit stabilem Ertrag.

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          Die Anleger sollten sich einen neuen Namen merken: Die Fondsgesellschaft Pinebridge Investments setzte sich mit ihrem Indien-Fonds Pinebridge Global Funds - India Equity erstmals an die Spitze unserer Rangliste der 30 Aktienfonds mit stabilem Ertrag.

          Der amerikanische Vermögensverwalter betreut insgesamt ein Vermögen von knapp 90 Milliarden Dollar und zählt damit zu den kleineren Fondsgesellschaften. Die großen amerikanischen Fondskonzerne liegen um ein Vielfaches darüber. Blackrock ist mit einem betreuten Vermögen von 3,4 Billionen Dollar die größte Fondsgesellschaft der Welt. Der Konkurrent Fidelity verwaltet insgesamt 1,7 Billionen Dollar.

          Aggressive Strategie

          Pinebridge gehörte bis zum September 2008 dem amerikanischen Versicherungskonzern AIG, der im Zuge der Finanzkrise nur dank der Hilfe der amerikanischen Regierung dem Untergang entging. Heute gehört Pinebridge der asiatischen Finanzgruppe Pacific Century Group (PCG), die dem Unternehmer Richard Li in Hongkong gehört, einem Sohn des chinesischen Unternehmers Li Ka-Shing, dessen Vermögen das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Forbes“ auf 16,2 Milliarden Dollar schätzt. Damit wird er unter den reichsten Menschen der Welt an 16. Stelle geführt.

          500 Millionen Dollar gab Richard Li nach eigenen Angaben im Herbst 2008 aus, um das Asset Management von AIG zu übernehmen. Es ist zu erwarten, dass die Anleger in Europa künftig noch häufiger von Pinebridge hören werden. Zumindest ging der Indien-Fonds sehr aggressiv in den Markt. Knapp 100 Prozent Rendite hat er in den vergangenen zwölf Monaten aus der Börse Mumbai (Bombay) herausgeholt. Damit hat der Fonds den Leitindex des indischen Aktienmarktes, Sensex 30, klar übertroffen - dieser stieg in den vergangenen zwölf Monaten um 41 Prozent.

          Fondsboutiquen tun sich schwer

          In der Lipper-Kategorie der Aktienfonds mit stabilem Ertrag haben sich die großen Fondsgesellschaften einen festen Platz erkämpft. Fondsboutiquen tun sich dagegen schwerer. Die Pariser Fondsgesellschaft Carmignac Gestion ist mit dem Carmignac Investissement vom 7. Rang Anfang März auf den 14. Rang zurückgefallen. Auf ein Jahr gesehen hat Edouard Carmignac zwar beachtliche 33 Prozent aus den Märkten herausgeholt, doch die anderen Fonds unserer Bestenliste waren besser. Immerhin zeigt dies, dass Carmignac nicht bereit ist, das Streben nach Rendite über alles zu stellen und durch übermäßig riskante Wetten eine bessere Plazierung zu erreichen.

          Die kleine Fondsgesellschaft Gamax der italienischen Bankengruppe Mediolanum hat den Platz ihres Asien-Fonds unter den besten 30 behauptet. Allerdings verwaltet sie den Fonds nicht selbst, sondern hat das Management Jan Ehrhardt anvertraut. Er ist der Sohn des Alt-Stars unter den bankenunabhängigen Investoren in Deutschland und soll nach und nach eine bedeutendere Rolle in der Gesellschaft DJE Kapital AG übernehmen. Jan Ehrhardt verwaltet den Gamax-Fonds von München aus und versucht, diesen Nachteil durch regelmäßige Reisen und häufige Unternehmensbesuche in Asien auszugleichen.

          Das Besondere an diesem Fonds sei, dass er angesichts des großen Rückschlagsrisikos an den asiatischen Börsen das Engagement reduziert habe und zurzeit nicht voll investiert sei. Mit seinem Erfolg kann sich die Managementleistung von Jan Ehrhardt jedenfalls leicht mit den Ergebnissen der großen Fondsgesellschaften wie Fidelity, Allianz RCM, Templeton, HSBC GIF, Schroders oder Aberdeen messen lassen.

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