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Fondsbericht : Rezessionsängste mildern Inflationsdruck

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In das Geschäft mit Rentenfonds, die vor allem in sichere Staatsanleihen investieren, kommt allmählich Bewegung. Schwächt sich die Inflation nun wieder ab, sollte sich der Druck auf die Anleihekurse deutlich verringern.

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          In das Geschäft mit Rentenfonds, die vor allem in sichere Staatsanleihen investieren, kommt allmählich Bewegung. Je mehr die Inflation als Schreckgespenst der vergangenen Monate in den Hintergrund rückt und im Gegenzug Rezessionsszenarien ihre Wirkung entfalten, umso stärker dürften auch Rentenfonds wieder als interessante Anlagemöglichkeit wahrgenommen werden.

          Nicht nur, dass Staatsanleihen aus den Industrieländern in der laufenden Finanzkrise immer wieder als sogenannter sicherer Hafen gesucht sind. Das Vorgehen der Regierungen und Zentralbanken in den vergangenen Wochen macht deutlich, dass sie sich intensiv um sinkendes Zinsniveau an den Märkten bemühen. Schwächt sich die Inflation nun wieder ab, sollte sich der Druck auf die Anleihekurse deutlich verringern.

          Wirtschaftliche Aussichten werden düster gemalt

          Wie düster die wirtschaftlichen Aussichten inzwischen gemalt werden, machte erst wieder eine Stellungnahme von UBS-Ökonomen am Mittwoch deutlich. Ihre zuvor ohnehin schon vorsichtigen Konjunkturprognosen korrigierten sie dabei noch einmal deutlich nach unten. So würde sich die amerikanische Wirtschaft schon seit Sommer dieses Jahres in einer Rezession befinden, die mindestens bis Mitte nächsten Jahres andauern sollte. Auch in Europa sei in Ländern wie Großbritannien und Spanien mit einem Wachstumseinbruch zu rechnen. Tröstlich ist immerhin, dass die Ökonomen der Schweizer Großbank der Ansicht sind, dass sich Deutschland etwas besser aus der Affäre ziehen sollte, weil hierzulande keine Übertreibungen auf dem Immobilienmarkt und im privaten Konsum stattgefunden haben. Trotzdem erwarten sie angesichts der rückläufigen Wirtschaftsleistung weitere Leitzinssenkungen der Zentralbanken.

          Noch sitzt allerdings angesichts der Anlageergebnisse aus der jüngeren Vergangenheit unter Fondssparern die Enttäuschung tief. Nach der jüngsten Wertentwicklungsstatistik des Bundesverbandes Investment (BVI) per Ende September legten Euro-Rentenfonds über die vorangegangenen drei Jahre im Durchschnitt gerade einmal 0,7 Prozent zu. International investierende Rentenfonds verloren sogar durchschnittlich 3 Prozent.

          Rentenfonds mit hohen Dollar-Positionen heben sich ab

          Eine marktbreite Trendwende in der Wertentwicklung lässt noch auf sich warten. Doch konnten sich in den vergangenen Wochen schon die Rentenfonds von ihren Wettbewerbern abheben, die gezielt Währungswetten eingehen und dabei regelmäßig ein gutes Gespür beweisen. Die ungewöhnliche Stärke des Dollar gegenüber dem Euro seit diesem Sommer ist dabei die auffälligste Entwicklung. Rentenfonds mit hohen Dollar-Positionen können sich in diesem Frühherbst über nennenswerte Gewinne aus dieser Richtung freuen. Zuvor war der Dollar noch der Belastungsfaktor schlechthin.

          Besonders spürbar wird der Dollar-Effekt für Euro-Anleger, wenn der ganze Fonds in der amerikanischen Währung aufgelegt ist. So hat der Templeton Global Bond über die vergangenen sechs Monate hinweg zweistellig zugelegt. Schon in den Zeiten der Dollar-Schwäche hatte er sich in unsere Rangliste mit den 30 besten Rentenfonds vorgearbeitet, die über die vergangenen drei Jahre bei einer unterdurchschnittlichen Schwankungsbreite des Anteilspreises eine überdurchschnittliche Wertentwicklung vorweisen können. Mit einem Wertzuwachs von 13,2 Prozent über die vergangenen drei Jahre hinweg ist der Flaggschifffonds der amerikanischen Fondsgesellschaft Franklin-Templeton den osteuropäischen Nischenfonds der belgischen Fondsgesellschaft KBC Asset Management nun dicht auf den Fersen. Diese haben über den gleichen Zeitraum überdurchschnittlich von der Aufwertung der tschechischen Krone beziehungsweise des polnischen Zloty profitiert. Allerdings schwächt sich dieser Währungseffekt derzeit ab.

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