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Fondsbericht : Rentenfonds im Zeichen sinkender Renditen

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Bild: F.A.Z.

Die Furcht vor Inflation prägt zunehmend das Geschehen im Bereich der Rentenfonds. Aber auch der Boom bei Schwellenländeranleihen, vor allem in lokaler Währung schlägt sich in der Rangliste der besten Rentenfonds nieder.

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          Angesichts der Liquiditätsschwemme und der niedrigen Leitzinsen auf den internationalen Finanzmärkten ist für Anleger mit Anleihen nicht mehr viel zu holen. Deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit bringen noch 3,3 Prozent, amerikanische zehnjährige genauso wenig, und am europäischen Geldmarkt liegt der Satz bei 0,35 Prozent.

          Die Zinsmisere zeigt sich zusehends in den Renditen von Rentenfonds. Zwar musste ein Fonds für die vergangenen drei Jahre schon eine Rendite von kumuliert mehr als 20 Prozent aufbringen, um in unserer Rangliste der 30 besten Rentenfonds mit der besten Wertentwicklung unter die besten zehn zu kommen. Doch selbst die besten Fonds ihrer Gattung zeigen für die vergangenen sechs Monate Renditen, die Anlegern die Tränen in die Augen treiben dürften: Fast jeder vierte dieser 30 besten Fonds erreicht für das vergangene halbe Jahre eine Verzinsung von nicht einmal 3 Prozent.

          „Negatives Überraschungspotential“

          Mit Staatsanleihen ist angesichts der Rekordverschuldung in vielen großen Emittentenländern nicht mehr viel zu holen. Verzinsungen, wie sie Anleihekäufer aus der Vergangenheit gewohnt sind, lassen sich nur unter erheblich größerem Risiko holen. Vor allem Papiere wie Staatsanleihen aus Schwellenländern, nachrangige Anleihen von Banken oder Industrie-Schuldtitel warfen in diesem Jahr bisher nennenswerte Kursgewinne ab.

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          Dies schlägt sich in unserer Rangliste nieder. Den ersten Rang belegt der KBC Renta TRY-Renta der belgischen Fondsgesellschaft KBC Asset Management, der vorrangig in türkische Staatsanleihen investiert. Knapp die Hälfte des 72 Millionen Euro schweren Portfolios besteht aus Anleihen der Türkei mit einem Kupon von 14 oder 16 Prozent.

          Asoka Wöhrmann, Leiter Rentenfonds bei der Fondsgesellschaft DWS, sieht die Anleihemärkte zwar auch im kommenden Jahr unter dem Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung. „Wir sehen aber ein negatives Überraschungspotential“, sagte Wöhrmann kürzlich anlässlich des Marktausblicks der Fondsgesellschaft. Vor allem werde an den Anleihemärkten zunehmend das Thema Inflation gespielt.

          Inflationssorgen wegen der Schuldenflut

          Wöhrmann fürchtet vor allem die Folgen der staatlichen Emissionen in den großen Industrieländern auf das allgemeine Preisniveau. Allein in den Vereinigten Staaten wird sich in diesem Jahr das Emissionsvolumen der Regierung gegenüber 2008 in etwa verdreifachen (siehe Infografik). Ähnlich stark verschulden sich auch die Regierungen in den EU-Ländern. Dadurch erhöht sich die staatliche Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen enorm, was unter Umständen einen Inflationsdruck auslösen könnte.

          Angesichts der niedrigen Zinsen haben viele Fondsmanager, die in unserer Rangliste vorne liegen, ihre Rendite mit Fremdwährungen geholt wie der auf den australischen Dollar spezialisierte Fonds UBS (Lux) Medium Term Bond AUD. Doch solche Wetten sind besonders gewagt.

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