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Fondsbericht : Pimco spielt seine Stärke auch bei Euro-Anleihen aus

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Spezialist für Rentenfonds aus dem Allianz-Konzern ist auf den Finanzmärkten dank Bill Gross weltberühmt. Doch die Fondsgesellschaft punktet auch in Deutschland mit Produkten auf europäische Anleihen.

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          Die auf Anleihen spezialisierte Fondsgesellschaft Allianz Pimco zeigt sich auch in Europa stark. In unserer Rangliste der besten Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko ist die Fondsgesellschaft mit vier Produkten vertreten, die alle auf europäische Anleihen spezialisiert sind und sich nur in Nuancen unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle seit Februar dieses Jahres von Andrew Balls verwaltet werden, einem Bruder des britischen Labour-Politikers Edward „Ed“ Balls.

          Im Jahr 2000 kaufte der Allianz-Konzern Pimco, beließ der Fondsgesellschaft im Verbund mit seiner deutschen Einheit Allianz Global Investors aber eine große Eigenständigkeit. Ein Mann machte Pimco bekannt: der legendäre Rentenfondsmanager Bill Gross, dessen Stimme auf den amerikanischen Zinsmärkten zählt wie kaum eine andere. Die „New York Times“ hatte ihn einmal zum „prominentesten Anleiheninvestor der Nation“ ernannt.

          Briefmarken, Blackjack, Rentenfonds

          1944 wurde William Hunt Gross in einer kleinen Provinzstadt in Ohio geboren. Gross ist begeisterter Briefmarkensammler, der darauf stolz ist, alle Briefmarken der Vereinigten Staaten aus dem 19. Jahrhundert zu besitzen. Im Jahr 2005 kaufte er zum Preis von 2,97 Millionen Dollar einen berühmten Fehldruck von 1918, die „Inverted Jenny“.

          Bevor Gross seine Finanzkarriere begann, verdiente er seinen Lebensunterhalt in Las Vegas als professioneller Blackjack-Spieler. Was eine launige Anekdote bleiben könnte, erhob er zum Erfolgsgeheimnis: Viele Erfahrungen aus dem Kartenspiel wende er bei seiner Anlagestrategie an, behauptet Gross.

          Er war an der Gründung von Pimco im Jahr 1971 beteiligt und verwaltet den Total-Return-Fonds, den größten Rentenfonds der Welt, der international anlegt und zuletzt ein Fondsvolumen von 220 Milliarden Dollar auswies. In Deutschland verkauft die Allianz eine Euro-Tranche für Privatanleger (Isin IE00B11XZB05). In den vergangenen drei Jahren schaffte der Fonds eine Jahresrendite von durchschnittlich 9,6 Prozent. Allerdings ist der Fonds stark in Dollar-Anleihen engagiert, was für deutsche Anleger ein gewisses Risiko mit sich bringt, auch wenn der Fonds gegen Wechselkursverluste abgesichert wird. Die Versicherung kostet Rendite.

          Auch Verlustvermeidung ist etwas wert

          Das Fondsanalysehaus Lipper, das regelmäßig diese Ranglisten berechnet, schaut nicht auf die Rendite allein, sondern auch auf die Schwankungsanfälligkeit eines Fonds. Unter einem geringen Verlustrisiko versteht Lipper, dass ein Fonds seine Fähigkeit unter Beweis stellte, in verschiedenen Marktsituationen die Anleger vor einem Verlust zu bewahren.

          Fonds mit geringem Verlustrisiko müssen im Vergleich zu anderen Fonds ihrer Vermögensklasse nicht unbedingt eine hohe Rendite abwerfen, sondern in der Vergangenheit möglichst geringe Einbußen erlitten haben. In unserer Rangliste ist unter den Pimco-Produkten der Euro Rentenfonds am besten - auf Rang 15 - plaziert.

          Der Fonds investiert in Euro-Anleihen guter Bonität, während Balls beim Europazins Fremdwährungen beimischen darf. Zuletzt war der Europazins, wie auch der Europa Renten „T“, zu rund 21 Prozent des Fondsvermögens in britischen Pfund engagiert. Der Allianz Pimco Rentenfonds wiederum darf bis zu 10 Prozent des Fondsvermögens in Anleihen aus Schwellenländern anlegen. Die Möglichkeit nutzte Balls zuletzt kaum. 94 Prozent des Fondsvermögens hält er in Euro, etwa 3 Prozent in Dollar und die restlichen 3 Prozent in anderen Währungen.

          Schweizer Obligationen vorn

          Zwar beruht unsere Auswertung auf der kumulierten Dreijahresrendite. Doch lohnt sich auch ein Blick auf den Einjahreserfolg: Käufer von Rentenfonds mussten sich oft mit Renditen von 2 bis 5 Prozent begnügen. Hohe Zinsen treiben Anleger derzeit bestimmt nicht in die Anleihemärkte.

          Dass die schweizerische Privatbank Vontobel mit ihrem Raiffeisen-Fonds Swiss Obli sowohl im Dreijahresvergleich wie auch bei der Einjahresrendite unsere Tabelle anführt, liegt weniger an hohen Zinseinnahmen.

          Vielmehr profitierte der Fonds vor allem davon, dass sich der Schweizer Franken günstig für ihn entwickelte. Die Rendite des Fonds blieb ansonsten etwas hinter dem Referenzindex des Fonds, dem Citi Swiss GBI CHF, zurück. Auch der zweitplazierte Fonds, der Swisscanto (LU) Portfolio Fund Income, darf weltweit in Anleihen anlegen. Derzeit ist er zu 58 Prozent in Franken und nur zu 18 Prozent in Euro investiert. Das hilft in diesem Umfeld.

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