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Fondsbericht : Nebenwertefonds haben in diesem Jahr die Nase vorn

Bild: F.A.Z.

Auf Sicht von drei Jahren dominieren Schwellenländer-Fonds weiter die Bestenliste der Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko. Chinafonds hingegen sind nicht mehr vertreten. Das Verlustrisiko erwies sich als zu groß.

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          Die Renditen von Aktienfonds mit geringem Verlustrisiko sind trotz weiter gestiegener Aktienkurse gefallen. Erbrachten die besten Fonds auf Sicht von drei Jahren in unserer Rangliste per Ende Juli noch Renditen von mehr als 40 Prozent, so sind es nun rund 30 Prozent.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Damals waren jedoch zwei Fonds mit Anlageschwerpunkt in China führend. Sie sind in unserer Rangliste nun gar nicht mehr vertreten. Die chinesischen Aktien haben sich zuletzt unterdurchschnittlich entwickelt. So hat der Shanghai SE Composite Index in der Dreimonatsbilanz in Euro gerechnet 12 Prozent verloren. Zum Vergleich: Der Dax liegt nun fast ein Viertel höher.

          China fällt zurück

          Auch sonst hat sich an der Reihenfolge der einträglichsten 30 Aktienfonds einiges verändert. Der beste Fonds zum Beispiel ist nun der First State Global Emerging Markets Leaders - ein Neuzugang in der Rangliste. Geblieben ist allerdings die Dominanz der Schwellenländer-Fonds. Sie belegen auf Dreijahressicht weiterhin die vorderen Plätze. Der renditestärkste Fonds der zurückliegenden zwölf Monate hingegen ist mit dem Carmignac Investissement A ein global agierender Fonds.

          Bild: F.A.Z.

          Kurzfristig, das heißt auf Sicht von sechs Monaten, haben sich vor allem diejenigen Fonds gut geschlagen, die in kleinere und mittlere Aktienwerte investieren. Weit in Führung liegt mit einem Plus von gut 50 Prozent der auf Asien spezialisierte Aberdeen Global - Asian Smaller Companies. Hierzulande haben die Nebenwerte in diesem Jahr ebenfalls die Nase vorn. In den vergangenen sechs Monaten hat der M-Dax 55 Prozent zugelegt. Für die Standardwerte im Dax ging es lediglich um rund 30 Prozent aufwärts.

          Die Defensive ist wieder gefragt

          Auch defensiver orientierte Fonds haben zuletzt wieder aufgeholt. So ist der DJE-Dividende & Substanz-Fonds des Münchner Vermögensverwalters DJE Kapital AG wieder auf unserer Rangliste vertreten. „Der Fonds ist sehr konservativ und schwankungsarm aufgestellt“, sagt Ulrich Kaffarnik, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der DJE Kapital AG.

          Man verfolge einen Dividendenansatz und wähle dezidiert Einzeltitel mit guter Bilanzqualität. In den vergangenen zwei Monaten haben einige Werte kräftiger zugelegt, die zu den Kerninvestments des Fonds zählen: Allianz, RWE, Eon und Münchener Rück. Auch zyklische Aktien, wie die ebenfalls im Fonds vertretenen Bauwerte Hochtief und Bilfinger Berger, haben sich gut entwickelt.

          Trotz zeitweiliger Gewinne bleiben Versorger das Börsenschlusslicht. So hat ihr europäischer Stoxx-Branchenindex seit Jahresbeginn 3 Prozent verloren. Die beste Branche Europas sind Minen- und Stahlkonzerne mit einem Plus von 60 Prozent.

          Interesse an Aktienfonds steigt

          Einige Aktienfonds in unserer Rangliste sind passiv gemanagt. Zwei dieser börsengehandelten Fonds aus dem Hause iShares weisen auf Sicht von drei Jahren eine leicht negative Rendite auf. Doch die fortgesetzten Kursgewinne an den Aktienbörsen haben sich deutlich niedergeschlagen: Insgesamt gibt es in unserer Liste der 30 besten Fonds - wie schon vor zwei Monaten - kaum noch Minuszeichen.

          Im Zuge der Kurserholung ist das Interesse der Anleger an Aktienfonds gestiegen. Nach den jüngsten Zahlen des Branchenverbandes BVI sind Aktienfonds in Deutschland im August fast 1,5 Milliarden Euro zugeflossen. Noch vor einem Jahr wurden aus diesen Fonds 652 Millionen Euro abgezogen, im Jahr davor waren es sogar rund 3,5 Milliarden Euro. Insgesamt haben Publikumsfonds im August aber gelitten. Sie verloren per saldo rund 1,4 Milliarden Euro. Der BVI begründet dies mit den Abflüssen aus Geldmarktfonds in Höhe von 3 Milliarden Euro.

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